4. September 2005

Widmungsheft zum 80. Geburtstag des Schriftstellers Hans Bergel

Das vorliegende Heft 2 der Südostdeutschen Vierteljahresblätter ist Hans Bergel, dem großen Schriftsteller, vielseitigen Essayisten und scharfsinnigen Publizisten, gewidmet, der am 26. Juli 2005 seinen 80. Geburtstag erfüllte.
Seit 1968 Mitarbeiter, seit 1983 Mitglied der Redaktion, seit 1989 Mitherausgeber der Südostdeutschen Vierteljahresblätter, hat Hans Bergel das geistige Profil dieser Zeitschrift maßgeblich geprägt und gestaltet. Er veröffentlichte über 30 Bücher, ist Mitverfasser weiterer 60, schrieb mehrere Dutzend Funkhörbilder und über tausend Zeitungsaufsätze. Sein Werk vermittelt das dramatische Bild einer Epoche und einer europäischen Kulturlandschaft im Wandel, ist aber auch ein langes Requiem auf eine verschwundene Welt.

Neben Aufsätzen, die Aspekte des Werkes und Wirkens von Hans Bergel behandeln, enthält dieses Heft zahlreiche Beiträge aus den Arbeitsgebieten von Weggefährten und Freunden des Jubilars, die diesem gewidmet sind, so dass sich ein bunter Strauß unterschiedlicher Themen ergeben hat.

Einleitend durchleuchten in gediegenen Porträtstudien Stefan Sienerth und Mariana V. Lazarescu das facettenreiche Œuvre des gebürtigen Siebenbürgers; Horst Fassel erinnert an ein vergessenes Kapitel des Kulturjournalisten Hans Bergel – an seine Theaterkritiken der Jahre 1957/1958. Sechs aussagekräftige Illustrationen zu Hans Bergels Prosa hat Helmut von Arz zur Verfügung gestellt und deren Anreiz für das eigene Schaffen erläutert und begründet. Mit Gedichten sind Julia Schiff und Manfred Winkler vertreten, Dieter Roth kommt mit einer vielschichtigen Parabel und Richard Adleff mit einem interessanten Romanfragment über Kronstadt im Jahr 1945 zu Wort. Einfühlsame Essays bieten Bettina Schuller – über das Wunder der Schöpfung – und Matthias Buth über Johannes Brahms.

In der Sektion Sprach- und Literaturwissenschaft präsentiert Paul Tischler den karpatendeutschen Schriftsteller und Übersetzer Erich von Bertleff und Luzian Geier das seit 60 Jahren in Tel Aviv erscheinende „Mitteilungsblatt für die Bukowiner“, „Die Stimme“. Eduard Schneider kommentiert die Berliner Beiträge, die Franz Xaver Kappus für die Temesvarer Zeitung verfaßte, und Peter Motzan das erschütternde Tagebuch des rumänisch-jüdischen Schriftstellers Mihail Sebastian. Über Wolf von Aichelburg schreibt Walter Engel, kritische Überlegungen zu Hegels Phänomenologie stellt Carol Neustädter an, während Rudolf Rösler die Weidmannssprache um den Braunbären der Karpaten untersucht.

Sämtliche Beiträge sind nicht nur namentlich Hans Bergel gewidmet, bei einer eingehenden Lektüre entdeckt der kundige Leser auch, daß sämtliche angesprochenen Themenkreise ins Schaffen des Gefeierten hineinreichen.

(KK)


Südostdeutsche Vierteljahresblätter. Zeitschrift für Literatur und Kunst, Geschichte und Zeitgeschichte. Im Auftrag des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V. an der LMU München herausgegeben von Hans Bergel und Johann Adam Stupp. 54. Jahrgang (2005), Heft 2

Schlagwörter: Bergel

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