28. Oktober 2007

Zarte bunte Blätter: Eberle-Ausstellung in Hermannstadt

Zarte bunte Blätter sind zurzeit im Terrassensaal des Kultur- und Begegnungszentrums „Fried­rich Teutsch“ in Hermannstadt zu sehen. Der Herbst hat kein Laub hereingeweht, es sind dies die Aquarelle der Graphikers und Malers Friedrich Eberle.
In sanften Wasserfarben hat er vor allem Kir­chenburgen und andere architektonische Motive aus Städten und Dörfern Siebenbürgens festgehalten. Die Kirchenburgen sehen heiter aus und unversehrt in seinen Bildern. Dabei sind sie keineswegs auffällig verschönt, aber doch so dargestellt, wie man sie sich wünscht – und nicht vernarbt und bröckelnd, wie es die meisten vom Verfall bedrohten altehrwürdigen Objekte leider sind. Dabei hat Friedrich Eberle, wie er es auf der Vernissage beschrieb, eine durchaus realistische Arbeitsweise: „Ich bin mit meiner Frau Waltraut durch Siebenbürgen gereist und habe die Motive fotografiert. Zu Hause habe ich dann sorgfältig Vergrößerungen gemacht und nach diesen Vorlagen die Bilder gemalt – und ich habe mindestens eine Woche für ein Bild gebraucht.“
Bei der Vernissage im Teutsch-Haus, von links: ...
Bei der Vernissage im Teutsch-Haus, von links: Tochter Waltraut, Bischof Christoph Klein, das Ehepaar Friedrich und Waltraud Eberle und Prof. Hermann Pitters. Foto: Anselm Roth
Zu Hause ist jetzt für Friedrich Eberle die Stadt Nürnberg. Geboren wurde er 1927 in Lieb­ling im Banat auf einem Bauernhof. Gar nicht richtig erwachsen, wurde er 1945 für zwei Jahre zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert. Später besuchte er die Schule der Bildenden Künste in Temesvar und arbeitete dann als Por­trätmaler. 1977 übersiedelte er in die Bundes­republik, war Schriftenmaler, studierte Graphik und arbeitete als Werbegraphiker bei Karstadt und in einem Architektenbüro. Seit 1995 hat er seine Werke auf vielen Ausstellungen in Deutschland gezeigt.

Friedrich Eberle ist mit Waltraud Edith, geborene Tausch, aus Reußdorf, verheiratet. Tochter Waltraut, eine Architektin, war maßgeblich an der Verwirklichung der Ausstellung im Teutsch-Haus beteiligt. Die Ausstellung kann noch bis 23. November in der Strada Mitropoliei 30 besucht werden.

Anselm Roth

Schlagwörter: Ausstellung, Aquarelle, Malerei, Hermannstadt

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