17. Juli 2008

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Siebenbürgischer Landeskundeverein tagt in Stuttgart

Die 43. Jahrestagung des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde e.V. Heidelberg (AKSL) findet vom 18. bis 20. September in Stuttgart statt. Das Thema „Toleranz – Koexistenz – Antagonismus. Wahrnehmungen religiöser Vielfalt in Siebenbürgen zwischen Reformation und Aufklärung“ wird in mehreren Vorträgen und Diskussionsrunden behandelt. Die Tagung findet in Zusammenarbeit mit dem Historischen Institut der Universität Stuttgart und der Babeş-Bolyai-Universität Klausenburg/Cluj-Napoca statt.
Siebenbürgen hat im Laufe der Jahrhunderte eine außergewöhnliche religiöse Vielfalt hervorgebracht: Orthodoxe, römisch- und griechisch-katholische, lutherische, calvinistische und unitarische Christen sowie Juden waren und sind hier zu Hause. Auf der Grundlage von Reisebe­richten, Autobiographien und Landesbeschrei­bungen werden die Wahrnehmungen der religiö­sen Vielfalt in Siebenbürgen untersucht. So soll ein quellennahes Bild frühneuzeitlicher Tole­ranz- und Koexistenzvorstellungen entstehen. Neben der Wahrnehmung der jeweils anderen Glaubensrichtung sollen auch die Selbstbilder und Abgrenzungsstrategien der verschiedenen Gruppen behandelt werden. Schließlich ist zu hinterfragen, inwieweit die seit etwa 1570 sprichwörtlich gewordene religiöse Toleranz in Siebenbürgen tatsächlich gelebt wurde und wie sie von den Beteiligten selbst, aber vor allem von Fremden aus ganz Europa und dem Orient beobachtet wurde.

Tagungsprogramm

Donnerstag, 18. September, 15.00-18.30 Uhr:

Joachim Bahlcke (Stuttgart): „Religiöse Vielfalt in Ostmittel- und Südosteuropa in der Frühen Neu­zeit. Ursachen – Wirkungen – Wahrnehmungen“;

Gerald Volkmer (Gundelsheim): „Politische Vor­aussetzungen und rechtliche Rahmenbedingun­gen religiöser Vielfalt in Siebenbürgen zwischen Reformation und Aufklärung“;

Detlef Haberland (Oldenburg): „Frühneuzeitliche Texte über Sie­benbürgen: Gattungs- und rezeptionsgeschichtliche Implikationen für Darstellung und Refle­xion über Religion und Kirche“.

Freitag, 19. September, 9.00-18.30 Uhr:

Edit Szegedi (Klausenburg): „Religion und Politik in Klausenburger Tagebüchern des 17. Jahrhun­derts“;

Enikö Rüsz-Fogarasi (Klausenburg): Hin­weise auf Multikonfessionalität in den Ge­setz­büchern des Fürstentums Siebenbürgen;

Ma­ria Crăciun (Klausenburg): Sakrale Kunst als historische Quelle und als Indikator konfessionel­ler Vielfalt Siebenbürgens im 17. Jahrhun­dert;

Alexandru Ciocâltan (Bukarest): „Aus­strah­lung der siebenbürgischen Reformation in die vorwiegend or­thodoxe Walachei im Lichte in- und auswärtiger Quellen des 16.-17. Jahr­hunderts“;

Tamás Szőcs (Gronau): „Geistliche Strö­mungen in den sieben­bürgisch-deutschen Ge­sangbüchern“;

Robert Born (Leipzig): „Das Nebeneinander der Konfes­sionen und Ethnien in Siebenbürgen in Trachten­büchern und Stadt­ve­duten des 16.-18. Jahrhun­derts“;

Andreas Mül­ler (Minden): „Wahrnehmung des Fremden: Die Orthodoxen Siebenbürgens in nichtorthodoxen Quellen des 16.-18. Jahrhun­derts“;

Mihaela Gran­cea (Hermannstadt/Sibiu): „Western Tra­vel­lers on the Romanians’ Religio­sity: 1683-1789“;

Konrad Gündisch (Oldenburg): „Wahrnehmung und Deutung religiöser Vielfalt in Siebenbürgen in Nachschlagewerken und Zeitschriften des Hei­ligen Römischen Reiches (17.-18. Jahr­hun­dert)“;

Harald Roth (Regens­burg): „Die Wahr­neh­mung römisch-katholischer Traditionen in den evangelischen Städten Sie­benbürgens im 17.-18. Jahrhunder“;

Christoph Machat (Brau­wei­ler): „Die Tätigkeit der Jesuiten und die Über­tünchung der mittelalterlichen Wandge­mäl­de in den siebenbürgischen evangelischen Stadtpfarrkirchen“;

Ioan Vasile Leb (Klausen­burg): „Die Orthodoxen in Siebenbürgen im Lich­te von Reisebeschreibungen des 17.-18. Jahr­hun­derts“;

Lajos Bende (Klausenburg): „Die Ju­den in den erzählenden Quellen des 17.-18. Jahrhunderts“.

Samstag, 20. September, 9.00-12.00 Uhr:

Gre­ta Miron (Klausenburg): Die griechisch-katholische Kirche Siebenbürgens im Spiegel von Quel­len aus dem 18. Jahrhundert;

Stefan Sienerth (München): „Pietisti­sche Spuren in der siebenbür­gisch-deutschen Li­teratur des 18. Jahrhun­derts“;

Irmgard Sedler (Kornwestheim): „Lu­ther­tum und Anabaptismus im Lichte von Selbst­zeugnissen der Landler in Siebenbürgen“;

Márta Fata (Tübingen): „Religiö­se Vielfalt aus Sicht des Wiener Hofes. Die Reiserelationen Jo­sephs II. in Siebenbürgen und im Banat“;

14.00-15.45 Uhr:

Mitgliederver­sammlung des Ar­beits­kreises für Siebenbürgi­sche Landeskunde e.V. Heidelberg

Sonntag, 21. September, 11-13 Uhr,

Festsaal von Schloss Horneck in Gundelsheim/ Neckar: Mitgliederversammlung der Freunde und För­derer der Siebenbürgischen Bibliothek e.V.

Tagungsort: Die Vorträge am Donnerstag und Freitag finden im Hörsaal des Instituts für Auslandsbeziehungen (IfA), Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart, die Vorträge am Samstag und die Mitglieder­versammlung des AKSL im Vor­tragssaal der Universitätsbibliothek, Holzgarten­straße 16, 70174 Stuttgart statt.

Tagungsbeitrag: € 15 für AKSL-Mitglieder, € 18 für Nichtmitglieder, € 5 für Studenten, Schüler, Partner. Zu begleichen im Tagungsbüro vor Ort.

Unterkunft: Reservierungen sollten individuell und möglichst umgehend vorgenommen werden. Dabei kann auf die von der Stuttgart Marketing GmbH angebotene Hotel-Hotline zurückgegriffen werden: (07 11) 22 28, E-Mail: hotels [ät] stuttgart-tourist.de. Weitere Informationen unter www.stuttgart-tourist.de bzw. www.stuttgart.de.

Anmeldung und Infos: AKSL-Geschäftsstelle, Schloss Horneck, 74831 Gundelsheim/Neckar, Te­lefon: (0 62 69) 4 21 00, Fax: (0 62 69) 42 10 10, E-Mail: info@siebenbuergen-institut.de, Internet: www.siebenbuergen-institut.de. Eine An­meldung ist aus Platzgründen unbedingt erforderlich!

Link:

Das ausführliche Programm der AKSL-Jahrestagung als pdf-Datei

Schlagwörter: AKSL, Siebenbürgen-Institut, Landeskunde, Geschichte, Stuttgart

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