Furios und unterhaltsam: Neujahrskonzert der Siebenbürger Blasmusik Stuttgart
Es war eine ganz besondere Veranstaltung, das Neujahrskonzert der Siebenbürger Blasmusik Stuttgart, das am 17. Januar in der ausverkauften Festhalle in Denkendorf bei Esslingen stattfand. Erfreulich viele junge Gäste nahmen an dieser generationenübergreifenden Veranstaltung teil. In diesem Jahr feiert die Siebenbürger Blasmusik Stuttgart ihr 75. Jubiläum, und dieses Neujahrskonzert war der Auftakt zu dem Festreigen, den die Kapelle in diesem Jahr durchführen wird. Eine goldene „75“ leuchtete über der Kapelle des Original Karpaten Express, der in festlicher Kleidung die ganze Bühne erstrahlen ließ.
Der Original Karpaten-Express mit Background-Chor beim Neujahrskonzert in Denkendorf. Foto: Karl BulkescherNach dem Marsch „Alte Kameraden“ ging Michael Rochus, der Vereinsvorsitzende, in seiner kurzen Eröffnung auf das Jubiläum der Blasmusik ein und freute sich sichtlich über die Ehrengäste und vor allem das ausverkaufte Haus. Die Kapelle ist seit ihrer Gründung Teil der Landesgruppe Baden-Württemberg des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, entsprechend hatte der Landesvorsitzende Michael Konnerth die Schirmherrschaft des Abends übernommen. Konnerth überreichte der Blaskapelle eine Anerkennungsurkunde zum Jubiläum und zeichnete den Dirigenten Hans-Otto Mantsch für sein langjähriges Engagement mit dem Silbernen Ehrenwappen des Verbandes aus.Der Vorsitzende Michael Rochus begrüßt die Gäste beim Neujahrskonzert am 17. Januar 2026 in der Festhalle in Denkendorf.
Wie beim Neujahrskonzert üblich sprang beim furios gespielten Radetzky-Marsch der Funke schnell auf die Gäste über. In seinem Grußwort würdigte der Bundesvorsitzende Rainer Lehni das 75-jährige Wirken der Blaskapelle und ihren Beitrag zum Erhalt der siebenbürgisch-sächsischen Blasmusikkultur. Die Siebenbürger Blasmusik Stuttgart ist vermutlich die älteste siebenbürgisch-sächsische Kulturformation in Deutschland, zumindest ist dem Bundesvorsitzenden keine ältere Kulturgruppe bekannt. Rainer Lehni und die Ludwigsburger Tanzgruppenleiterin Anita Bierkoch hatten dann die Ehre, mit dem Donauwalzer von Johann Strauss den Tanz zu eröffnen, und es dauerte nicht lang, bis die Tanzfläche voll war – Siebenbürger Sachsen tanzen nun mal für ihr Leben gern.Die Volkstanzgruppe Ludwigsburg mit ihren Leiterinnen Doreen Bartesch (links) und Anita Bierkoch (rechts)
Die Organisatoren des Abends hatten für eine gute Aufteilung des Programms gesorgt, so dass Konzertstücke und Tanzmusik einander abwechselten. So konnte das Publikum in den Tanzpausen den konzertanten Teil genießen. Böhmische Blasmusik und bekannte Schlager, aber auch modernere Rhythmen wurden geboten – es war ein Genuss zuzuhören. Für einen furiosen Auftritt sorgte die Siebenbürgisch-Sächsische Jugendtanzgruppe Ludwigsburg mit mehreren Volkstänzen. Wunderschön waren die jungen Tänzerinnen und Tänzer in ihren schmucken Trachten, die elegant über das Tanzparkett wirbelten und nicht ohne Zugabe vom Tanzparkett gelassen wurden.Der Karpaten-Express-Chor mit Erika Wagner
Etwas ganz Besonderes hatten sich auch die Musikantenfrauen einfallen lassen. Als „KE-Ladies“-Chor boten sie musikalische Ausschnitte aus dem bekannten Filmklassiker „Mary Poppins“, sangestechnisch von einem Teil der angetrauten Herren aus der Kapelle unterstützt. Die Chorleiterin Erika Wagner hat hier ganz hervorragende Arbeit geleistet, den Sängerinnen und Sängern sah man die Freude beim Singen richtig an. Ein Höhepunkt jagte den nächsten. Bald traten die Musikantenfrauen als Line-Dance-Ladies aufs Tanzparkett und boten Kostproben aus ihrem vielseitigen tänzerischen Repertoire, wobei der Sirtaki aus dem Filmklassiker „Alexis Sorbas“ besonders hervorstach. Großes Kompliment an die Damen für dieses großartige Repertoire. Und natürlich wurden auch die Gäste bald animiert mitzumachen, „Mendocino“ fehlt so gut wie auf keinem sächsischen Ball und sorgte auch in Denkendorf für eine volle Tanzfläche.
Nach mehr als drei Stunden Programm, immer wieder von kurzen Tanzpausen unterbrochen, war das Neujahrskonzert zu Ende und man ging zum allgemeinen Tanz über. Bis weit nach Mitternacht war die Tanzfläche immer voll, Walzer und Polkas, Schlager und rumänische Musik wechselten einander ab. Die Stimmung war perfekt, aber wie jede Veranstaltung war auch diese irgendwann zu Ende. Man blickte in viele zufriedene Gesichter, die sich auf den Heimweg machten. Es war ein großartiger Abend, so das Fazit der Gäste.
Für diesen tollen Abend geht ein herzlicher Dank an alle am Programm Beteiligten. Es ist immer wieder erstaunlich, was man im Ehrenamt so alles auf die Bühne bringen kann. Der Siebenbürger Blasmusik Stuttgart wünschen wir auf jeden Fall nur das Beste für die nächsten 75 Jahre und jetzt erstmal ein schönes Jubiläumsjahr.
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