Kommentare zum Artikel

10. November 2013

Kulturspiegel

Dracula, ein Monster der Ökonomie?

War der transsylvanische Dracula ein homo oeconomicus, fragt sich Frank Schirrmacher, einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in seinem 2013 veröffentlichten Buch „Ego“, in dem er nach den Ursachen der Finanzkrise sucht und auf viele überlieferte Quellen der Literatur, Soziologie und Wirtschaft zurückgreift. mehr...

Kommentare

Artikel wurde 13 mal kommentiert.

  • bankban

    1bankban schrieb am 10.11.2013, 09:51 Uhr:
    Ich mag mich irren, aber arbeitet Frau Kilzer nicht für die FAZ? Kann es sein, dass hier die Mitarbeiterin der FAZ positiv das neue Buch ihres eigenen Chefs, der FAZ-Herausgebers, bespricht? Hat das ganze nur für mich ein Geschmäckle und den Anschein eines komischen Spiels?

    Eine Frage noch an die Herausgeber der SbZ: da es für die SbZ offenbar ausreicht, das Wort "Transsylvanien" in einem Werk unterzubringen, um eine Rezension in der SbZ unterzubringen --- wann bringen sie demnächst eine Rezension des neuesten Albums der Band "Siebenbürgen" in der Zeitung unter? (Die ist zwar aus Schweden und hat sonst nichts mit Sbb. zu tun, aber wenn es der Name "Siebenbürgen/Transsylvanien" alleine tut, dann verdient die Band ja wohl auch eine Erwähnung, oder??)
  • orbo

    2orbo schrieb am 10.11.2013, 11:51 Uhr:
    "So beschreibt Schirrmacher Graf Dracula, der in einem Schloss in den Karpaten residiert"
    Keine Frage, die Rezeption des Buches von Schrirrmacher fällt zum Teil konträr aus, regt gewollt zu Diskussionen an, aber er beschreibt nicht Graf Dracula, sondern nutzt dessen Geschichte um seine Sichtweise zu vermitteln.
  • orbo

    3orbo schrieb am 10.11.2013, 11:53 Uhr:
    @bankban:
    Auch für mich weckt alles, was mit den Stichworten Transylvanien oder Siebenbürgen behaftet ist, Interesse. Insofern danke ich Dir für den Hinweis, dass die schwedische Band "Siebenbürgen" rein gar nichts mit meiner Heimat gemein hat.
  • _alma

    4_alma schrieb am 10.11.2013, 12:21 Uhr:
    Unsinn gebiert auch in diesem Fall immer größeren Unsinn. Das gilt für das Meiste, was über Bran Sokers Dracula so fleißig geschrieben und vermarktet wird. Und weil es schon so oft betont wurde, dass die literarische Figur aus Nordsiebenbürgen - Graf Dracula - den historischen Wojwoden der Walachei - Vlad Tepes - darstellt, ist daraus eine nicht zu hinterfragende Tatsache geschaffen worden. Denn, wen interessiert es schon, was der unselige Graf im Roman über sich selbst sagt?

    "We Szekelys have a right to be proud, for in our veins flows the blood of many brave races who fought as the lion fights, for lordship."

    "Ah, young sir, the Szekelys, and the Dracula as their heart's blood, their brains, and their swords, can boast a record..."

    http://www.pagebypagebooks.com/Bram_Stoker/Dracula/CHAPTER_3_p2.html
    (in der im Handel erhältlichen Penguin Popular Classics Ausgabe auf Seite 41)

    Ich habe immer wieder den Eindruck, dass man sich zu fein dafür ist, diesen Horror-Roman zu lesen, aber dann doch nicht fein genug, um noch einen Groschen durch ihn zu verdienen. (Diese Bemerkung bezieht sich nicht explizit auf das hier vorgestellte Buch, welches ich nicht gelesen habe, sondern generell auf all das, was in den letzten Jahren zu Dracula gesagt und geschrieben wurde.)

    Das irrwitzige an all dem ist, dass die Szekler zu diesem Thema vornehm schweigen. Als würden sie sich denken: Románok, ihr könnt ihn, diesen Dracula, behalten. :-)
  • bankban

    5bankban schrieb am 10.11.2013, 16:49 Uhr:
    @ orbo: ich habe nicht die Zeit, mich für jeden siebenbürgischen Furz zu interessieren... nur weil er ein siebenbürgischer ist... (ergo interessieren mich die nichtsiebenbürgischen noch weniger... ;-))
  • Siegbert Bruss

    6Siegbert Bruss schrieb am 10.11.2013, 18:05 Uhr:
    Hallo Bankban,
    um die Frage aus Ihrem ersten Kommentar zu dieser Besprechung besser beantworten zu können, habe ich eine kurze Rückfrage: Ist Frank Schirrmachers Buch „Ego. Das Spiel des Lebens“ nach Ihrer Einschätzung eher ein "Furz" oder ein bedeutendes Werk?
    Herzliche Grüße
    Siegbert Bruss
  • bankban

    7bankban schrieb am 10.11.2013, 18:23 Uhr:
    Hallo Herr Bruss,

    da ich Herrn Schirrmachers Buch nicht gelesen habe, kann ich es nicht beurteilen. Bezüglich dieses Buchs habe ich nur auf einen möglicherweise bestehenden Interessenkonflikt hingewiesen.

    Freilich halte ich es aufrecht, dass (mag das Buch noch so wichtig sein), nur weil darin Dracula und Transsylvanien (wohl eher ephemer) auftauchen, dies eigentlich eine Rezension in der SbZ noch nicht rechtfertigt. Denn, wie es mein Beispiel mit jener Band verdeutlichen sollte, ich denke, dass da schon ein etwas enger(er) Bezug zu Siebenbürgen, den Sachsen o.ä. gegeben sein sollte. Wenn die Redaktion die Grenzen des Erwähnenswerten zu sehr aufweicht, stellt sich die Frage, wo dann die Grenzen sein sollen... also müsste man dann halt quasi alles besprechen, auch wenn es de facto nichts mit Siebenbürgen zu tun hat (vgl. die Bands Siebenbürgen, The Transsylvanians usw.).
    Meine Kritik hat schließlich noch eine weitere Dimension, von der ich weiß, dass sie schwer verständlich zu machen ist: Meine Meinung ist auch noch, dass nur weil irgendein Siebenbürger irgendwo einen Seufzer losgelassen hat, dies den Seufzer noch nicht erwähnenswert macht. Ich würde zuerst auf die Qualität des Seufzers gucken und danach auf die Person...
    (Jedoch weiß ich, dass die Redaktion dies anders sieht und gerne jedem eine Ecke einräumt, dessen Uropa mal ein Siebenbürger Sachse war... Ich hoffe aber auch, dass die Redaktion davon leben kann, dass und wenn ich das anders sehe...;-))
  • seberg

    8seberg schrieb am 11.11.2013, 00:30 Uhr (um 00:32 Uhr geändert):
    Bankban, du musst das vielleicht so sehen: Meldungen, die geeignet sind, hysterische Gruselängste zu bedienen, finden gelegentlich nicht nur in der Boulevardpresse ihren Platz.
    In dem Artikel von Frau Kilzer wird mit keinem Wort erwähnt, dass Schirrmacher die gruselige Dracula-Metapher nur darum bemüht und reichlich ausschmückt, um jenes Grauen deutlich zu machen, das einen hier und heute packen kann, wenn man weiß, dass an maßgeblichen Schaltstellen großer Finanz- und Wirtschaftszentren tatsächlich auch solche krankhaften PSYCHOPATHEN sitzen, wie der Vlad Tepes möglicherweise einer gewesen sein mag, zumindest aber vom Mythos so dargestellt wird.
    Es geht dabei einzig und allein um den totalen Verlust von Menschlichkeit in der Ausübung von Macht, eine Unmenschlichkeit, die heute nur deshalb so erschreckende Dimensionen erreichen kann, weil sie im modernen Zusammentreffen einer bestimmten Ego-Pathologie einzelner Machtmenschen mit der totalen digitalen Vernetzung und Kontrolle im Bereich der Wirtschafts- und Finanzwelt besteht.
    Dracula aus Transsylvanie/Siebenbürgen? Eine schöne Schlagzeile nicht nur für die Boulevardpresse.
  • _alma

    9_alma schrieb am 11.11.2013, 11:45 Uhr:
    Der Herr Soker ist mir in diesem Zusammenhang nicht bekannt, gemeint war natürlich der Herr Stoker.
  • Siegbert Bruss

    10Siegbert Bruss schrieb am 11.11.2013, 20:39 Uhr:
    Beitrag am von Moderation geändert.
    Hallo Herr bankban,
    Frank Schirrmacher hat in seinem Buch „Ego“ globale Entwicklungen verdeutlicht, die u.a. durch den Fall Snowden zurzeit etwas stärker ins Rampenlicht gerückt sind. Katharina Kilzer hat in ihrer Besprechung vor allem den Bezug zu „Dracula“ hervorgehoben und damit auf einen bislang wenig bekannten Aspekt hingewiesen. Dass die Besprechung in der Siebenbürgischen Zeitung erscheint, ist nichts Verwerfliches. Im Gegenteil: Die Siebenbürger Sachsen waren auch früher offen für Theorien und Denker, die nicht zu ihrer Ethnie gehörten. Was wäre Johannes Honterus ohne den Einfluss der deutschen Reformation? Und Stephan Ludwig Roth ließ sich vom Schweizer Pädagogen Pestalozzi inspirieren, um nur zwei Beispiele zu nennen.
    Gestatten Sie daher auch heute unseren Lesern, einen zaghaften Blick über den Tellerrand zu werfen. Dass Sie auf einen möglichen Interessenkonflikt hinweisen (die Rezensentin arbeitet in der Tat bei der FAZ), zeigt, dass Sie sich gut auskennen. Aber Frau Kilzer bleibt sachlich, stellt etwas zur Diskussion, ohne sich vor dem Autor zu verneigen.
    Auch Ihre Sorge, die Redaktion könnte „die Grenzen des Erwähnenswerten zu sehr aufweichen“, ist hier nicht berechtigt. Sie können davon ausgehen, dass Frank Schirrmachers Buch nicht in der Regionalliga, sondern in der Bundesliga oder sogar Champions League spielt. „Die Qualität des Seufzers“ müsste also auch für Sie stimmen, wenn Sie sich überhaupt auf dieses Thema einlassen bzw. sich dafür Zeit nehmen wollen.
    Ihre restliche Blattkritik bringt nichts Neues, Ähnliches haben Sie wiederholt zur Sprache gebracht. Ja, wir können damit leben.
    Mit freundlichen Grüßen
    Siegbert Bruss
  • Anchen

    11Anchen schrieb am 12.11.2013, 10:30 Uhr:
    Da fällt mir noch dazu dieser Dokumentarfilm ein, der der Frage nachgeht -

    I'm fishhead - Are Corporate Leaders Psychopaths ?
    http://www.youtube.com/watch?v=Jxq7hiHi1cE



  • seberg

    12seberg schrieb am 12.11.2013, 17:48 Uhr:
    Ja, Anchen, genau darum geht es.
    Dracula??? Ach, du lieber Gott! Das ist doch eher ein Aufhänger, durch den die Sache selbst eher verharmlost wird.
  • orbo

    13orbo schrieb am 12.11.2013, 18:35 Uhr (um 18:36 Uhr geändert):
    "Gestatten Sie daher auch heute unseren Lesern, einen zaghaften Blick über den Tellerrand zu werfen. Dass Sie auf einen möglichen Interessenkonflikt hinweisen (die Rezensentin arbeitet in der Tat bei der FAZ), zeigt, dass Sie sich gut auskennen. Aber Frau Kilzer bleibt sachlich, stellt etwas zur Diskussion, ohne sich vor dem Autor zu verneigen."

    Der Blick über den Tellerrand ist OK. Eine Rezension durch eine Mitarbeiterin des Autors nicht. Ein sachlicher Ton ist eben nicht unbedingt ein kritischer. Letzterer ist aber für den Leser wichtig.

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