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5. Oktober 2020

Kulturspiegel

Leserecho: Gedenkpavillon für Brukenthal

Der Künstler Peter Jacobi, Siebenbürgisch-Sächsischer Kulturpreisträger 2003, nimmt Stellung zum Interview von Dr. Konrad Gündisch, Denkmalsturz und Erinnerungskultur: Historiker Konrad Gündisch im Gespräch, und bezieht sich des Weiteren auf seine seit rund 30 Jahren gehegte Idee eines Brukenthal-Denkmals. mehr...

Kommentare

Artikel wurde 3 mal kommentiert.

  • konradguen

    1konradguen schrieb am 05.10.2020, 10:37 Uhr:
    Über das Echo, das das Gespräch über "Denkmalsturz" bei dem herausragenden Künstler Professor Peter Jacobi, Träger des Siebenbürgischen-Sächsischen Kulturpreises, gefunden hat, habe ich mich sehr gefreut! Auf einige Bemerkungen möchte ich gerne antworten, gerne auch die Diskussion weiterführen. Bezüglich der Reformationszeit hat mich Herr Jacobi missverstanden. Ich habe deutlich gesagt, dass meine Vorfahren "nicht einmal" (!!!) in der Reformationszeit ihre Kunstwerke zerstört haben! Dass ich Georg Daniel Teutschs geschichtliche und historiographische Bedeutung hoch schätze, habe ich in der Antwort auf den Leserbrief von Walter Schuller geschrieben. Dass ich ein Denkmal für Samuel von Brukenthal ablehne, entbehrt jeder Grundlage, im Gegenteil! Man lese dazu meine klare Stellungnahme aufmerksam: "Was mich wundert, ist, dass Samuel von Brukenthal noch durch kein öffentliches Denkmal geehrt wurde, wenn man mal von seinem Relief an dem Maria-Theresia-Standbild in Wien absieht. Er hat die siebenbürgische Kultur und Geschichte nachhaltig geprägt, die Geschichtsforschung modernisiert, war ein bedeutender österreichischer Staatsmann, hat seine Sammlungen seinem Volk hinterlassen und die Gründung des ersten öffentlichen Museums in Südosteuropa möglich gemacht." Hinweisen möchte ich auch auf meinen Aufsatz "Samuel von Brukenthal (1721-1803): Museumsstifter und siebenbürgischen-sächsischer 'Erinnerungsort'" in "Danubiana Carpathica" 6 (2012), S. 179-211, oder auf die 2017 von mir organisierte Studienreise und Tagung über Brukenthal in Hermannstadt, über die u.a. in der "Siebenbürgischen Zeitung" berichtet wurde (
    https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/17881-aksl_tagung-in-hermannstadt-brukenthal.html). Dass auf dem vom Brukenthalpalais mit geprägten Großen Ring in Hermannstadt in kommunistischer Zeit ein hässliches Gheorghe-Lazăr-Monument aufgestellt wurde, hatte mich empört, eben weil eine Ehrung Brukenthals unterblieben ist (es ist inzwischen Gottseidank einem diskreteren, ansprechenderen Denkmal gewichen). Dem bewundernswerten Projekt eines zeitgemäßen Denkmals für Brukenthal, das Prof. Jacobi im Leserbrief vorstellt, wünsche ich von Herzen eine baldige Realisierung.
    Konrad Gündisch, München
  • gogesch

    2gogesch schrieb am 06.10.2020, 11:03 Uhr:
    Der Realisierung des "bewundernswerten Projektes" stehen, meines Wissens nach, die zeitlich vorgesetzten Schritte z.B. Planung, Genehmigung oder Finanzierung im Wege. Ist unsere siebenbürgisch-sächsische Gemeinschaft überhaupt noch in der Lage und, vor allem, Willens so ein Denkmahl zu stemmen oder ist unsere psychsiche Abkehr von Siebenbürgen zu weit fortgeschritten? Nach den Einstellungen der genehmigungsrelevanten rumänischen Behörden trau ich mich gar nicht zu fragen.
  • konradguen

    3konradguen schrieb am 07.10.2020, 10:00 Uhr:
    Das wäre eine Aufgabe der Stadt Hermannstadt, die von Bürgermeisterin Astrid Fodor vom Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien "regiert" wird. Die Stadt verfügt offenbar über genügend Einnahmen, um das Projekt zu finanzieren, konnte sie doch das Stadion am Erlenpark modern und sicher nicht billig neu bauen.

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