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19. März 2010

Kulturspiegel

Der Denker, eine Gefahr für die Gesellschaft

Dr. Carol Neustädter, 1947 in Hermannstadt geboren, bringt in seinen philosophischen Publikationen „etwas ganz Neues, Originelles; eine hohe Linie des deutschen Denkens, die an Fichte und Schelling erinnert“ (Constantin Noica). Seine Erfahrungen mit dem rumänischen Geheimdienst Securitate in den letzten Jahren der kommunistischen Diktatur hat Neustädter im folgenden Text zusammengefasst. Zudem gewährt der in Hermannstadt lebende Philosoph Einblick in sein Werk, das sich vornehmlich mit den Klassischen Idealismus auseinandersetzt. mehr...

Kommentare

Artikel wurde 41 mal kommentiert.

  • bankban

    1bankban schrieb am 19.03.2010, 11:40 Uhr:
    "weil die unpolitische Philosophie eine Form des Widerstandes war" -

    darüber lohnt sich das Nachdenken.

    Über den Titel weniger. Kein "Denker" ist eine Gefahr für eine Gesellschaft. Dafür ist die Gesellschaft zu sehr eine --- Gesellschaft (träge, unpolitisch, konsumorientiert, mit dem Alltag beschäftigt oder einfach nur dumm).



    [Beitrag am 19.03.2010, 11:41 von bankban geändert]
  • fritz1966

    2fritz1966 schrieb am 19.03.2010, 18:18 Uhr:
    Sehr geehrter Herr Dr. Neustädter,

    ich habe Ihren Beitrag mit Interesse gelesen, aber, ich muss es gestehen, vieles nicht verstanden. Was meinen Sie z. B. mit "In meiner Philosophie ist das Erkennende mit dem Erkannten identisch und unmittelbar absolut verschieden von ihm."? Leider haben mir auch Ihre im Anschluss an diesen Satz formulierten Ausführungen nicht auf die Sprünge geholfen, und da diese Aussage ein zentraler Punkt Ihrer Philosophie zu sein scheint, wäre ich Ihnen für eine Präzisierung dankbar. Was heißt z. B. "unmittelbar absolut"? Wie verhält sich dieser Begriff zu jenem der Identität, dem Sie ihn gegenüberstellen?

    Viele Grüße
    Fritz

  • pedimed

    3pedimed schrieb am 19.03.2010, 21:25 Uhr:
    Ja fritz1966,Philosof müsste man sein um einen in der Philosofie auch zu verstehen. Das Gehabe ist wohl nicht so einfach zu verstehen.Aber was nicht ist kann noch eintreffen.Warten ist angebracht???????
  • der Ijel

    4der Ijel schrieb am 20.03.2010, 14:29 Uhr:
    Gemeindienst Securitate ? scheint zusammen zu passen.
    Ist es ein Exempel für freudsche vertippung
    oder sagen wir einfacher----nu pricepe da le potriveşte.
  • hegel2

    5hegel2 schrieb am 20.03.2010, 15:29 Uhr:
    Im Text steht nicht unmittelbar absolut, sondern unmittelbar absolut verschieden. Was heisst absolut verschieden? Der Unterschied zwischen dem Floh und dem Elefanten ist gross, aber nicht absolut, weil sowohl der Floh als auch der Elefant raeumliche Dimensionen und ein Gewicht besitzen, selbst wenn die des Flohs viel kleiner sind.Im Falle des erkennenden Ich und des erkannten Objekts ist die Situation eine ganz andere.Dem erkennenden Ich fehlen sowohl die raeumlichen Dimensionen als auch das Gewicht. Nur das erkannte Objekt besitzt sie. Das heisst, dass der Unterschied zwischen dem erkennenden Ich und dem erkannten Objekt ein absoluter Unterschied ist. Die Frage, wie das, was absolut verschieden ist, unmittelbar identisch sein kann,ist eine Frage, die nicht so leicht zu beantworten ist. Ich habe im Text eine Analogie zu Einstein hergestellt: Die unendlich kurze Zeit in der Lichtgeschwindigkeit entspricht der unendlich langen Zeit unserer Raumzeit. Auch hier kann man fragen: Herr Einstein,wie verhaelt sich der absolute Unterschied der unendlich kurzen Zeit von der unendlich langen Zeit zu dem Begriff ihrer Identitaet? Man kann sich auch fragen, wie ein Schwarzes Loch, das nur ein Punkt ist,ganze Galaxien verschlingen kann.Die Welt des Uebersinnlichen, die man nicht sehen, hoeren und schmecken kann,besitzt schreckliche Geheimnisse. Meine Philosophie versucht in diese Geheimnisse einzudringen. Der Leser erlebt die Faszination, die vom Geheimnis ausgeht.
    Im klassischen Idealismus ist das erkannte Objekt vom erkennenden Ich nicht verschieden. Dadurch gibt es hier keine vom Ich unabhaengige objektive Welt. Das steht im Widerspruch zu den Wissenschaften und zu der Erfahrung. Meine Philosophie loest diesen Widerspruech und noch viele andere, die ich in diesem kurzen Text nicht nennen kann.Ich kann mit so wenigen Saetzen nicht alles sagen und erklaeren. Deshalb habe ich 4 Buecher geschrieben und deshalb halte ich es fuer notwendig Vortraege zu halten.

    Der Denker, der solche Widersprueche loest,ist wohl nicht eine Gefahr fuer die Gesellschaft als solche, aber eine Gefahr fuer die Gesellschaft der Professoren.
  • seberg

    6seberg schrieb am 20.03.2010, 18:03 Uhr:
    "Die Welt des Uebersinnlichen, die man nicht sehen, hoeren und schmecken kann, besitzt schreckliche Geheimnisse. Meine Philosophie versucht in diese Geheimnisse einzudringen" (C.Neustädter)

    Habe ich das richtig verstanden: die Geheimnisse der Welt des „Übersinnlichen“ sind nicht mit unseren fünf Sinnen wahrnehmbar. Also sind sie nur mit Fähigkeiten jenseits unserer Sinne, also ebenfalls nur „übersinnlich“ wahrnehmbar. Und auch dadurch erst als „schreckliche“ Geheimnisse identifizierbar? Und was also heißt eigentlich „schrecklich“, und warum „schrecklich“?

    Haben Sie also übersinnliche Fähigkeiten, Herr Neustädter, um in diese Geheimnisse eindringen zu können und diese Aussage über das Schreckliche der „übersinnlichen“ Welt machen zu können?

    Es gibt einen, ebenfalls ein jüdisches Genie, so wie die von Ihnen genannten Einstein und Kafka und ... Jesus, der meinte vor gut 100 Jahren, dass es einen Bereich gäbe, in dem weder die ZEIT, noch WIDERSPRÜCHE, noch die URSACHE-WIRKUNG-Folge Gültigket haben: es handelt sich um den weitaus größten Bereich des Geistig-Seelischen in jedem Menschen, keiner entkommt ihm, jeder ist ihm mehr oder weniger hilflos ausgeliefert.

    Nichts gibt es dort draußen in den Weiten des Weltraums (und auch im Innersten der Welt), was es nicht auch im einzelnen Menschen gibt (an welchen großen Philosophen erinnert uns das doch gleich? ;-)
  • Bäffelkeah

    7 • Bäffelkeah schrieb am 20.03.2010, 18:34 Uhr:
    Werter Herr Dr. Neustädter, Ihr wissenschaftlicher Impetus in Ehren, doch Ihr obiger Text hat bei mir vor allem Konfusion ausgelöst, anstatt den großen Wurf erkennen zu lassen.
    Sie, hegel2, wollen sich mit den Ikonen der Philosophie messen, streben bahnbrechenden Erkenntnisgewinn an. An manchen Textstellen deuten Sie durch Parallelen an, welche Maßstäbe Sie sich gesetzt haben: nur die höchsten. Ihre Parallele zu Jesus Christus ist, sagen wir, Geschmackssache.
    Zugegeben, Sie lassen viele gewichtige Probleme aufscheinen in der Überzeugung, dass Ihre in vier Büchern niedergeschriebene Philosophie uns jene "schrecklichen Geheimnisse", die die "Welt des Übersinnlichen, die man nicht sehen, hören und schmecken kann, besitzt" zu erschließen vermag.
    Dieser Ansatz, dieser Anspruch mutet gleichzeitig vielversprechend und hybrisartig an, zumal wenn Sie, als personifizierter Denker, sich wähnen, eine "Gefahr für die Gesellschaft der Professoren" zu sein. Resultiert dieses freimütig offenbarte Selbstverständnis aus einem gefühltem Mangel an erfahrener Wertschätzung seitens der Fachwelt?
  • bankban

    8bankban schrieb am 20.03.2010, 18:49 Uhr:
    @ seberg: lebte die Person so in etwa zwischen 1856 und 1939 und hatte eine Tochter namens Anna?
    @ Bäffelkeah: ich bin mir sicher, die Antwort auf Ihre letzte Frage lautet ja, selbst wenn das die Person so wohl nie zugeben würde.
    @ seberg und @ Bäffelkeah: wie kommt es, dass es stets Personen gibt, die sich von der Welt der Philosophen und
    zumal der philosophischen Fachwelt so unverstanden fühlen und sich selbst dennoch für den GRÖPHAZ* halten?
    Wir hatten doch schon mal so ein Beispiel hier gehabt....

    * (= Größter Philosoph aller Zeiten)
  • Joachim

    9Joachim schrieb am 20.03.2010, 18:52 Uhr:
    Was würde wohl Freud dazu sagen....
  • Joachim

    10Joachim schrieb am 20.03.2010, 18:54 Uhr:
    Und was ein Glück, dass Gibson gesperrt ist....
  • seberg

    11seberg schrieb am 20.03.2010, 19:20 Uhr:
    @bankban: so ist es, und eine brave Tochter hatte er auch, so brav, dass sie nie geheiratet hat, trotz Analyse beim Papa - oder gerade dehalb? :)

    Zu deiner Frage am Ende: die Parallele ist schon auffällig: dort diskriminiert und hier wieder diskriminiert...das Böse in der Gesellschaft lauert überall...
  • renite

    12renite schrieb am 22.03.2010, 08:13 Uhr:
    Philosophie ist eine geistige Hochleistung.
    Hochleistungen können entgleisen, so dass die Hochleistung neben (griechisch PARA) dem Geist (griechisch NOUS) entspringt.... das Resultat ist dann Para-noia.
    Unde minte multa e si prostie cu carul, sage ich meinen Kindern oft.
  • hegel2

    13hegel2 schrieb am 23.03.2010, 14:00 Uhr:
    Die gleiche Frage muss auch den Quantenphysikern gestellt werden:"Habt ihr also uebersinnliche Faehigkeiten, sehr geehrte Quantenphysiker?" So ist es gerecht! Auch die Elementarteilchen koennen mit den Sinnesorganen nicht unmittelbar wahrgenommen werden (man kann sie weder sehen noch riechen oder hoeren usw.)und gehoeren daher gleichfalls zur uebersinnlichen Welt.Ich bin kein Verehrer unseres viel bewunderten Buergermeisters Johannis,aberer hat in einem Gespraech mit mir ein gutes Beispiel gegeben: Die klassische Physik wurde durch die moderne Physik revolutioniert, meinte er. Weshalb ist eine revolution des klassischen Idealismus nicht moeglich? Wegen den Ikonen? Notwendig ist sie.
    Im Berkeley Seminar wird gezeigt,dass es keine Begriffe gibt, und im Hegel-Seminar, dass es nur Begriffe gibt. Im Kant-Seminar wird bewiesen, dass der Raum subjektiv ist,und im Einstein-Seminar, dass er objektiv ist. Im Einstein-Seminar ist alles relativ und im Hegel-Seminar ist alles absolut. Im Fichte-Seminar kann gezeigt werden, dass es kein Ich gibt und im Hegel-Seminar, dass es nichts gibt, was ausserhalb und unabhaengig vom Ich ist.
    Schon in der Grundschule muss ein guter Lehrer Widersprueche zeigen, um kognitive Interessen zu erwecken, und dann die Widersprueche loesen. Die Philosophie ist voller Widersprueche, aber es gibt keine gognitive Interessen, sie zu loesen.
    Das kreative Denken, das dem Fortschritt dient, war einmal das Ziel der deutschen Kultur. HEUTE WIRD DIE DEUTSCHE KULTUR IN IHRER NATUR VERNICHTET.
    Kurz zu dem Thema Paranoia: Sagen wir, meine Philosophie ist wissenschaftlicher und so gesehen besser als der klassische Idealismus. In so einem Fall haette ich nicht das geringste Gefuehl etwas Besonderes geleistet zu haben und wuerde Ehrungen und anderen aehnlichen Unfug zurueckweisen.
    Ich fuehle mich unverstanden? Ich hatte in Muenchen einen einzigen Vortrag ueber meine Philosophie gehalten.Es waren so viele Zuhoerer da, dass man noch Stuehle bringen musste."HABT IHR MICH VERSTANDEN?", fragte ich meine Zuhoerer."JAWOHL",lautete die Antwort."GEBT IHR EUCH RECHENSCHAFT,DASS DANN KANTS PHILOSOPHIE UEBERHOLT IST?", fragte ich weiter."JAHWOHL, ABER WIR HABEN TROTZDEM VERSTANDEN." Ich rief einige von ihnen telefonisch an."WIE OFT SOLLEN WIR NOCH SAGEN, DASS WIR VERSTANDEN HABEN? WER SO NEUE GEDANKEN HAT, KANN NUR NACH SEINEM TODE ANERKANNT WERDEN."
    Ich hatte fuer Professor Klotz den Vortrag neu gehalten."Interessant, interessant", meinte er. "Kreativitaet wird nicht genug gefoerdert",sagte er leise. Es hatte ihn niemand gehoert.
    Herr Professor Foerster und Herr Professor Klotz, die beiden Fachkraefte fuer den deutschen Idealismus, verliessen kurz darauf Muenchen und der geschaeftsfuehrende Vorstand,(er meinte "nichts geht ueber Kant")sah in mir einen Giftpilz.
    Im Februar 2006 ueberzeugte ich neue Professoren. Ein Professor bot mir sogar eine ziemlich hohe Summe fuer den Druckkostenzuschuss an. Auch ein Verlag war da. Bis Mitte 2006 wollte ich so viele Professoren wie nur moeglich ueberzeugen. Aber im Maerz erkrankte mein Bruder. Ich kam nach Hermannstadt. Im September starb mein Bruder. Dann kam das Unglueck mit dem Haus....Im Moment habe ich einen Prozess mit dem Buergermeisteramt.
    In Deutschland war es schwer, aber nicht unmoeglich neue Gedanken durchzubringen.In Hermannstadt ist so etwas UNMOEGLICH. In Hermannstadt hat es ein Symposium ueber "Transdisziplinaritaet" gegeben. "Transdisziplinaritaet ist unmoeglich",sagten die Referenten. ICH HABE UNMOEGLICHES GESCHAFFEN und durfte daher nicht referieren.
    Vielleicht wird man einmal sagen:"Die Menschen haben ihn damals nicht verstanden." DIE MENSCHEN HAETTEN IHN DAMALS VERSTANDEN, WENN MAN IHNEN DAS RECHT GEGEBEN HAETTE, SEINE VORTRAEGE ZU HOEREN" So muss man sagen. Man muss die Wahrheit sagen.
  • bankban

    14bankban schrieb am 23.03.2010, 14:10 Uhr:
    "HEUTE WIRD DIE DEUTSCHE KULTUR IN IHRER NATUR VERNICHTET."

    Wenn Sie erlauben, Herr Neustädter, ein paar Fragen:
    a) Was ist/worin besteht die "Natur" (also die Essenz) der deutschen Kultur?
    b) Wer vernichtet die "Natur" dieser Kultur (falls es sie gibt)?
    c) Zu welchem Zweck vernichtet er sie (falls es diese "Natur" gibt)?
    d) Was bleibt an ihrer Stelle (falls es sie, die "Natur der deutschen Kultur", gibt)?
    e) Womit/wodurch wird sie ersetzt (falls es sie gibt und falls sie ersetzt wird)?

    [Beitrag am 23.03.2010, 14:14 von bankban geändert]

    [Beitrag am 23.03.2010, 14:15 von bankban geändert]
  • seberg

    15seberg schrieb am 23.03.2010, 20:18 Uhr:
    Gerecht, Herr Neustädter, ist es, Fragen nach dem Übersinnlichen demjenigen zu stellen, der vom Übersinnlichen redet und schreibt, so wie Sie es tun.

    Quantenphysiker reden und schreiben nichts darüber. Warum sollten sie auch? Heißt „übersinnlich“ doch nichts anderes als dämonisch, engelgleich, himmlisch, immateriell, jenseitig, magisch, metaphysisch, mysteriös, mystisch, okkult, spirituell, transzendent, überempirisch, überirdisch, übernatürlich, unergründlich, zauberisch usw...
    Mit all dem aber hat sowohl die klassische Physik als auch die moderne Quantenphysik nichts zu tun, wie auch die Methoden und Fähigkeiten der Forscher und Denker nichts „Übersinnliches“ an sich haben und gerade dadurch den Geheimnissen der unseren Sinnen nicht unmittelbar zugänglichen Welt ihre Schrecken nehmen.
  • hegel2

    16hegel2 schrieb am 24.03.2010, 20:43 Uhr:
    Ich glaube,ich war deutlich genug: Die Natur der deutschen Kultur war das kreative Denken. Hermann Oberth war ein Symbol dieser Natur.In Hermannstadt gibt es kein einziges Buch von ihm.In Hermannstadt gibt es die Geschichte der Siebenbuerger Sachsen.EINE GESCHICHTE HAT AUCH DER MAMELUCK. DAS DENKEN IST DES DEUTSCHEN SCHMUCK.
    Das Uebersinnliche ist fuer mich das, was mit den Sinnesorganen nicht unmittelbar wahrgenommen werden kann.Ich bemuehe mich immer um wissenschaftliche Begriffe.Ich bemuehe mich um logische Begriffe. Ich habe aus meinem Begriff vom Uebersinnlichen die Daemonen und Engel ausgeschlossen, da es sie nicht gibt, und die Quanten eingeschlossen, da es sie gibt.
    Glauben Sie,dass ein Schwarzes Loch ergruendlich sei? Heisenberg hat richtig gesehen, dass wir nicht einmal die notwendige Sprache besitzen, um das Geschehen im Atom auszudruecken. "Ihre Theorie ist nicht absurd genug, um wahr zu sein", hat ein grosser Quantenphysiker (ich habe seinen Namen vergessen)gesagt.Ein anderer grosser Quantenphysiker hat ungefaehr so gesagt: Wer glaubt, die Quantenphysik sei verstaendlich, hat von ihr nichts verstanden.

    Dem klassischen Idealismus entspricht die klassische Physik mit Newtons Theorie ueber Raum, Zeit und Licht. Meiner Philosophie entspricht die moderne Physik mit Einsteins Theorie ueber Raum,Zeit und Licht.
    Paranoia hin, Paranoia her. Hegel hat das absolute Wissen realisiert und Gottes Denken nachvollzogen. Gut, dass Sie das glauben. Mir muessen Sie nichts glauben.Wenn ich an einer deutschen Hochschule vortragen werde, wird man sehen, ob ich die Studenten ueberzeugen kann oder nicht.
    In Platons Hoehlengleichnis halten die Menschen die Schattenwelt fuer die wahre Welt. Wer sie von ihrem Irrtum ueberzeugt, wird ermordet. Der Widerstand gegen das Neue und die Wahrheit ist manchmal sehr gross.
    Ich bin Opfer einer vielfachen Wiederschlechtmachung. Hier, in Hermannstadt werde ich von ueberall weggestossen. Auch aus dem Unterricht wurde ich weggestossen,mit der Begruendung, es bestuende Gefahr, dass ich meine eigene Philosophie unterrichte. So gesehen, haetten weder Einstein noch Hermann Oberth unterrichten duerfen.Heute darf man einen kreativ Taetigen nicht mehr mit dem Feuertod bestrafen. Man darf ihn nur noch mit dem Hungertod bestrafen. Der Akademieleiter, Herr Dr.Juergen Henkel hatte ein tolles Referat ueber einen von mir gehaltenen Vortrag geschrieben und ihn an die HERMANNSTAEDTER ZEITUNG und an die ALLGEMEINE DEUTSCHE ZEITUNG geschickt. Er wurde nicht gedruckt.

    ICH BIN EIN VOLKSFEIND GEBLIEBEN.
  • seberg

    17seberg schrieb am 24.03.2010, 23:05 Uhr:
    Schade! Heisenbergs faszinierende Aussage, dass wir nicht die notwendige Sprache dafür besitzen, um das Geschehen im Atom auszudrücken, also gleichsam um zu erkennen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“, hätte ein guter Ausgangspunkt sein können für interessante Überlegungen und deren Austausch auch zwischen Siebenbürgern.

    Ihre Abwandlung von Schillers „Mut zeiget auch der Mameluck, Gehorsam ist des Christen Schmuck“ ins rassistische „EINE GESCHICHTE HAT AUCH DER MAMELUCK. DAS DENKEN IST DES DEUTSCHEN SCHMUCK“ verschlägt einem allerdings den Atem. Ich hoffe, dass es hier nicht nur mir so geht.
  • bankban

    18bankban schrieb am 25.03.2010, 07:24 Uhr:
    Wer ernsthaft behauptet, irgendeine Kultur hätte eine ihr eigene "Natur", die nur dieser (ethnisch definierten) Kultur eigen sei, bei dem Menschen überraschen mich rassistische Aussagen dann auch nicht mehr. Im Gegenteil, ich habe sie fast schon erwartet.

    Wieso - mag mancher fragen? Deshalb, weil keine Ethnie/Nation eine ihr eigene "natürliche Kultur" hat. Denn dies, eine "natürliche Kultur", würde bedeuten, dass man "so und so" handelt, weil man "so und so" handeln muss, denn man könne nicht anders, weil die eigene "Natur" dies qua Gene/DNS usw. vorgibt. Doch dem ist nicht so, denn selbstverständlich können auch "Mamelucken" kreativ im Denken und sonstwo sein, genauso wie nicht jeder Deutsch kreativ ist. Was Nationen haben, das sind allenfalls durch wirtschaftliche, soziale, historische und klimatische Besonderheiten entstandene Gewohnheiten.

    Nehmen wir z.B. das vermeintlich typisch ungarische Gericht "Gulasch", dessen Hauptbestandteile Kartoffeln und Paprika sind. Was man so typisch ungarisch nennt, konnte erst im 17. Jh. und danach aufkommen, nachdem die Kartoffeln aus Amerika importiert und ihren Weg nach Ungarn gefunden haben. Dieses "typisch" Ungarische wurde dann im 19. Jh. romantisch zum ungarischen Gericht verklärt. Und das ist natürlich lächerlich.

    Und genauso verhält es sich mit allem, was man "nationale Kultur" nennt: sie sind Kreationen, Verklärungen, Mystifizierungen. Es gibt weder eine "deutsche nationale Kultur", noch eine französische, rumänische etc. Allenfalls Gewohnheiten, die jedoch zeittypisch und veränderbar sind.

    Daher entpuppt sich das Denken bzw. die Aussage des Herrn Neustädter als reaktionär und anachronistisch. In den 1930er und bis in die 1950er hat man noch an solche Aussagen wie die von ihm geglaubt und anscheinend gibt es verstreut noch manche Personen, an denen die Erkenntnisse der Sozial- und Gesellschaftswissenschaften der letzten 30 Jahre spurlos vorbeigegangen sind. Dies ist bedauerlich, doch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass jemand, der sich Philosoph nennt, bereit ist, seine Sichtweise und seinen Wissensstand zu hinterfragen.
  • fritz1966

    19fritz1966 schrieb am 25.03.2010, 09:21 Uhr:
    Ach, Herr Neustädter, was soll das denn? Ich vermute einmal, dass der von Ihnen hoch verehrte Hegel, zu dessen Nachfolger Sie sich offenbar gerne selbst ernennen möchten (wie Ihr Pseudonym hier vermuten lässt), sich bei Ihrer Mamelucken-Verballhornung im Grabe umdrehen würde. Meinen Sie wirklich dass solche Positionen eines Hegel, der in dem Franzosen Napoleon immerhin den „Weltgeist zu Pferde“ zu sehen vermochte, würdig sind?

    Und das mit der Quantenphysik verstehen Sie auch gründlich falsch: Die von Ihnen mehr oder weniger korrekt zitierten Sätze berühmter Physiker zu durchaus vorhandenen Unklarheiten dieser Theorie sind kein Freibrief für munteres Plaudern über die Quantenphysik nach dem Motto: Je weniger ich davon verstehe, umso mehr stehe ich in einer Reihe mit den ganz Großen dieses Fachs. Sie übersehen dabei, dass die Bemerkungen namhafter Physiker über Unklarheiten in der Quantenmechanik vor dem Hintergrund eines sehr fundierten Verständnisses dieser Theorie, das dann eben ihre Schwierigkeiten überhaupt erst erkennen lässt, zustande gekommen sind.

    Wenn wir schon bei den großen Physikern sind: In einem Ihrer Beiträge erwähnen Sie den Hermannstädter Bürgermeister Johannis als Gewährsmann für die Erkenntnis, dass die klassische Physik durch die moderne revolutioniert wurde. Nun ja, das ist nicht falsch, wenn auch etwas oberflächlich und nicht unbedingt neu. Worauf ich aber im Hinblick auf Ihre „Revolution“ des deutschen Idealismus hinaus will: Die klassische Physik musste „revolutioniert“ werden, weil seit Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend deutlich geworden war, dass Sie in mehreren Bereichen an Grenzen stieß. Welches sind denn die Grenzen, an die der Idealismus gerade jetzt stößt, die seine „Revolution“ nötig machen? Ich kenne Ihre Schriften nicht, aber Sie erwähnen immer wieder die Quantenphysik und die Relativitätstheorie. Es wäre vielleicht ein lohnendes Ansinnen, den Idealismus im Lichte dieser wissenschaftlichen Theorien philosophisch neu zu durchdenken; aber warum setzt man dann nicht viel früher an? Der deutsche Idealismus war bereits zu seiner eigenen Zeit nicht im Entferntesten auf der Höhe der damaligen Wissenschaft. Oder soll jetzt ein altes Versäumnis, so es denn eines wäre, nachgeholt werden? All das, Herr Neustädter, sind interessante Fragen. Aber man kommt ihrer Beantwortung nicht unbedingt näher, wenn man sie „arisiert“. Bleiben wir doch bei der Philosophie und bei der Wissenschaft.

    Viele Grüße
    Fritz
  • Schiwwer

    20 • Schiwwer schrieb am 25.03.2010, 19:43 Uhr:
    Was für ein echt männliches Thema, diese Philosophie! Sprüche über Mamelucken loszutreten und sich dann zum Volksfeind stilisieren... und das nach langem gründlichen Denken...
    Da ist mir folgendes Bild zum Thema Philosophie viel lieber:
    Frage an einen Cioban, der sich neben seinen Schafen auf seinen Hirtenstab stützt:
    "Ce faci, bade, stai şi cugeţi?"
    Antwort: "Nu. Stau."
    ("Was machst du Alterchen, stehst du und sinnierst/philosophierst?"
    "Nein, ich stehe.")

    [Beitrag am 25.03.2010, 19:50 von Schiwwer geändert]
  • seberg

    21seberg schrieb am 25.03.2010, 22:55 Uhr:
    Hey, Schiwwer, Servus! Mit deinem Einwurf, dies sei ein "echt männliches" Thema hast du mich jetzt aber doch provoziert (als sexistisch hatte ich dich eigentlich nicht in Erinnerung! ;-)). Deswegen hier meine Antwort und noch ein bißchen mehr: Es ist wahrscheinlich gut so, dass der Cioban inmitten seiner Schafherde nicht „sinniert/philosophiert“, denn das würde seinen Schäfchen gar nicht gut bekommen, ihn zu sehr von ihnen ablenken und sie würden möglicherweise in die nächste prapastie stürzen...Dass der Hirte auf seinen Stab gestützt tiefsinnigen Gedanken nachhhänge, ist sowieso eine typisch mioritisch-romatische Phantasie.

    Jetzt aber noch einmal kurz zur „männlichen“ (u. am Ende doch „weiblichen“ Philosophie: guckstu ganz unten) Philosophie:

    Es erscheint nämlich nicht ganz überflüssig, statt sich den schwarzen Löchern im All zunächst noch einmal kurz den „schwarzen“ Auffassungen über das Ethnische und Nationale zuzuwenden (auch wenn bankban Wesentliches dazu schon gesagt hat).

    Da Sie, Herr Neustädter, anscheinend auch dem „rumänischen Denken“ einiges an „Schmuck“ zutrauen – Sie erwähnen den rumänischen Philosophen C.Noica in durchaus positiven Sinne – empfehle ich Ihnen einen der bekanntsten lebenden rumänischen Philosophen, der zudem noch den Vorteil hat, nicht nur ein profunder Kenner der deutschen Philosophie zu sein, sondern dazu auch noch als promovierter Physiker ebenso profunde Einsichten in die Quantentheorie vorweisen zu können: Als nach der Revolution der rumänische Nationalismus neue und alte Luft witterte, sah der zutiefst rumänisch-patriotisch und ziemlich konservativ gesinnte H.R.Patapievici sich zu mehreren Stellungnahmen das Ethnische und Nationale betreffend veranlasst. Vor allem auch in dem Aufsatz „Este etnicul o substanta?“ (etwa: ‚Ist das Ethnische eine Wesenheit?’, Ztschr. ‚Dilema“ und in ‚POLITICE’, Humanitas 1996). Es muss sicher nicht extra hervorgehoben werden, zu welchem Schluss er kommt: während das Mensch-Sein eine ‚essentia’ ist, ist das Ethnische ein "Akzidens".
    So viel zur „Natur“, zum „Wesen“ des Deutschen und des „deutschen“ Denkens.

    Vielleicht erleichtert es Ihnen den Zugang zu H.R.Patapievici, wenn Sie erfahren, dass auch er, genau wie Sie am Anfang Ihres Artikels, von Überlegungen einer jüdischen Geistesgröße ausgeht: von Hannah Arendt (hallo, Schiwwer, eine Frau und Philosophin, die in einen männlichen(!) Philosophen verliebt war) und Ihren Überlegungen zum Semitismus und Antisemitismus.
  • hegel2

    22hegel2 schrieb am 26.03.2010, 12:02 Uhr:
    Sie sind keine Ja-Sager und das finde ich gut.Wichtig ist aber, dass der geistige Krieg nicht zu Feindseligkeiten und falschen Beschuldigungen fuehrt.Ich zitiere aus Constantin Noica: "Eine angemessene Philosophie fuer so ein Weltverstaendnis zu ersinnen, ist nur dem deutschen Denken gelungen. Und deshalb philosophiert die ganze Welt seit zwei Jahrhunderten in den Kategorien deutschen Denkens."(Akten des Bukarester Kolloquiums ueber Literatur und Geistesbeziehungen zwischen Rumaenien und dem deutschen Sprachraum vom 13-15 Okt 1983, Heidelberg 1986)
    C. Noica haette die Behauptung "Das Denken ist des deutschen Schmuck"fuer richtig gehalten. Ob er Recht hat oder Sie, kann ich nicht entscheiden. Mir ist bloss der deutsche Idealismus vertraut,aber ich vermute, dass Herrn C.Noica auch die rumaenische Philosophie vertraut war.
    Ich kenne die rumaenische Philosophie gar nicht. Wie soll ich ihr einen Schmuck zutrauen? Und den deutschen Idealismus habe ich doch widerlegt.Bald verde ich beschuldigt, die grosse Vergangenheit der deutschen Philosophie zu zerstoeren und bald werde ich beschuldigt die deutsche Philosophie zu verherrlichen und Rassismus zu betreiben.
    C.Noica hat der rumaenischen Philosophie nichts an Schmuck zugetraut.Er sagte mir:"Die Tiefe gehoert dem deutschen Denken. Wir Rumaenen bewegen uns bloss auf der Orizontalen."
    Wenn ich mit meiner Formulierung gesagt habe, dass bloss Deutsche denken, dann hat Schiller mit seiner Formulierung gesagt, dass bloss Christen gehorsam sind. Habe ich gesagt, dass die Philosophie und Wissenschaft dessen, was mit den Sinnesorganen nicht unmittelbar wahrnehmbar ist,ein "munteres Geplauder" ist? HABE ICH GESAGT,DASS MEIN WISSENSCHAFTLICHER IDEALISMUS EIN MUNTERES GEPLAUDER IST?
    Sie fragen nach den Grenzen des klassischen Idealismus, die seine Revolution notwendig machen. Ich habe schon mehrere Grenzen genannt. Bitte lesen Sie auch das, was ich geschrieben habe, und nicht nur das, was ich nicht geschrieben habe. Ich habe bereits auf 5-6 Widersprueche des klassischen Idealismus hingewiesen.
    Reflektieren wir nochmals ueber den ersten Widerspruch, den ich nannte: Fuer Kant ist der Raum subjektiv, d.h. eine blosse Vorstellung also nichts an sich. Dem Raumfahrer von heute, der nicht mehr in blossen Vorstellungen reist,kann niemand weismachen, dass der Raum nichts an sich ist. Wenn der Raum an sich ist,dann sind auch die Dinge in ihm, d.h.die erkannten und erkennbaren Dinge an sich und nicht bloss Erscheinungen. Dann bricht nicht bloss Kants Philosophie in sich zusammen, sondern auch der gesamte klassische Idealismus.
    Nennen wir auch den Hauptwiderspruch des klassischen Idealismus nochmals:Das Erkannte ist vom Erkennenden nicht verschieden.Dadurch ist die gesamte erkannte Welt nichts an sich. Das steht im Widerspruch zu den Wissenschaften und zu der gesamten Erfahrung.Glauben Sie etwa, dass der von Ihnen erkannte Gegenstand nicht mehr existiert, wenn Sie nicht mehr existieren? Wie soll in einer Identitaetsphilosophie ohne Verschiedenheit der Gegensatz und so gesehen die Dialektik ueberhaupt denkbar sein?
    In "Hegel zur Einfuehrung" schreibt Herr Prof. Schnaedelbach von der "Dokumentation einer gewaltigen, ganz rationalen, wenn auch im Ergebnis gescheiterten gedanklichen Anstrengung." Auch die Quantenphysik waere gescheitert, wenn sie "ganz rational" gewesen waere. Fuer den alten Schelling ist der klassische Idealismus(in erster Linie Hegel,der seine eigenen Gedanken
    "gestohlen hatte")eine negative Philosophie.
    Der klassische Idealismus arbeitet mit klassischen Begriffen. Was sind klassische Begriffe? Die klassischen Begriffe erfassen das Gemeinsame einer Reihe von Faellen. Die Lichtgeschwindigkeit kann mit dem klassischen Begriff, den wir ueber die Geschwindigkeit gebildet haben, nicht erfasst werden.Wir muessen total umdenken. Wir muessen die Ausnahme begreifen.Wir muessen die klassischen Begriffe aufbrechen. Wo die raemlichen Dimensionen verschwinden (in der Lichtgeschwindigkeit verschwinden sie)muessen wir die klassischen Begriffe aufbrechen und die Ausmahme zu verstehen suchen.Auch das Ich ist ohne raemliche Dimensionen.....
    Ich bin nicht sehr gebildet. Vor einigen Jahren waren mir Einsteins Theorien und die Quantenphysik noch nicht bekannt.Aber die Idee der "Ausnahme" stammt von damals: :"Die wahre Transzendentalphilosophie muss eine neue Art des Begreifens entwickeln. Sie zeigt, dass die abstraktesten Begriffe nicht mehr Verallgemeinerungen sind." In dieser Philosophie muss man die gesamte Erfahrung und alle Gewohnheiten abschuetteln.
    So versucht meine Philosophie ins Unbegreifbare einzudringen. Am Ende ist sie nicht angekommen, aber das menschliche Denken wird niemals am Ende ankommen. Es ist nicht leicht "zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhaelt". Es ist nicht leicht, so zu sein wie der liebe Gott. Das ist bloss Hegel mit seinem absoluten Wissen gelungen. Oder?

  • Johann

    23Johann schrieb am 26.03.2010, 13:13 Uhr:
    "«Originalität ist Mangel an Literaturkenntnis» hat ein intellektueller Spaßvogel einmal behauptet." (Klaus von Beyme, Quelle: http://books.google.de/books?id=XEt8q0oP-3wC&pg=PA17&lpg=PA17&dq=Originalit%C3%A4t+Mangel+an+Literaturkenntnis+von+beyme&source=bl&ots=k6t4hFUixb&sig=LBabHpbnGSWQydsHjasVdtsX1ys&hl=de&ei=uaOsS6qkCsGL_Abi-eXADw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CAYQ6AEwAA#v=onepage&q=&f=false )

    Es ist sicherlich nicht verkehrt, erstmals Kant gründlich zu studieren, bevor man ihn widerlegt.
    Eine gute Einführung hat Otfried Höffe geschrieben. Titel Immanuel Kant.
  • bankban

    24bankban schrieb am 26.03.2010, 13:34 Uhr:
    Ach Johann,

    seit wann müssen wir doch den, den wir widerlegen wollen, auch noch studieren ... ?
    ;-))
  • hegel2

    25hegel2 schrieb am 27.03.2010, 19:02 Uhr:
    An den deutschen Hochschulen wird Kant sehr gruendlich studiert, aber keiner von denen, die Kant gruendlich studieren,kann Kant widerlegen.Um Kant zu widerlegen muss man ihn nicht unbedingt gruendlich studieren, aber gruendlich verstehen.
  • bankban

    26bankban schrieb am 27.03.2010, 19:06 Uhr:
    Und wie geht das eine (das Verstehen) ohne das Andere (das Studieren)?

    Sie meinen, man braucht nicht Freud gelesen zu haben, um ihn widerlegen zu können? Man braucht nicht sich mit Kernphysik beschäftigt zu haben, um ihren Kern widerlegen zu können?
  • fritz1966

    27fritz1966 schrieb am 27.03.2010, 21:10 Uhr:
    Sehr geehrter Herr Neustädter,

    vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort – bzw. für die Teile davon, die sich wohl auf meinen letzten Beitrag beziehen dürften. Zu Hegel und zu Ihren eigenen Überlegungen möchte ich mich nicht äußern, da ich weder von dem einen noch von dem anderen wirklich eine Ahnung habe. Ich werde jedoch das Gefühl nicht los, dass Sie Kant, den Sie gerne für widerlegt und überholt halten möchten, in wesentlichen Punkten missverstehen. Wenn Kant in seiner Transzendentalphilosophie (z. B. in der „Kritik der reinen Vernunft“) den Raum sinngemäß als Form der Anschauung bezeichnet, so heißt das doch nicht, dass er den Raum für eine bloße Vorstellung hält; seine Transzendentalphilosophie ist letztlich eine Erkenntnistheorie, keine Ontologie. Es geht ihm darum, wie der Mensch sich den Raum denkt bzw., wie Kant zu zeigen versucht, überhaupt nur denken kann; damit ist jedoch keineswegs gesagt, dass der Raum („an sich“) nur gedacht, also gar nicht wirklich vorhanden ist. Ihre Kritik an Kants Raumvorstellung (Raumfahrer usw.) dürfte damit ziemlich an der Sache vorbei gehen.

    Viele Grüße
    Fritz
  • hegel2

    28hegel2 schrieb am 28.03.2010, 14:32 Uhr:
    Es ist nicht mein Ziel Kant zu widerlegen, sondern zum Fortschritt des Denkens beizutragen. Glauben Sie etwa, dass Einstein durch ein gruendliches Studium von Newton zu seinen wegweisenden Theorien gekommen ist? Ich glaube, dass er durch ein gruendliches Denken zu seinen wegweisenden Theorien gekommen ist.
    Ich hatte einmal die Studenten aus dem letzten Jahr gefragt, weshalb das Ding an sich unerkennbar ist.Sie konnten keine zufriedenstellende Antwort geben. Ein Professor sagte: "es wird durch das definiert, dass es unerkennbar ist" Alle hatten Kant gruendlich studiert.Das ist dadurch zu erklaeren, dass Kant seinen Grundgedanken von der Unerkennbarkeit des Dings an sich unzureichend argumentiert hat. Um die Unerkennbarkeit des Dings an sich zu widerlegen, musste ich zuerst nach allen Argumentationen suchen, aufgrund derer man diese Behauptung aufstellen kann.
    Nun kommt das vielleicht Interessanteste, das meine Revolution des klassischen Idealismus am Besten veranschaulicht: Es ist unmoeglich meinen Sie, dass Kant gesagt hat, der Raum sei nicht an sich. Und doch: Kant hat das gesagt. Damit Sie verstehen, wie Kant ueberhaupt dazu gekommen ist, so etwas zu sagen,beziehe ich mich kurz auf Berkeley (Ich hatte das Seminar ueber Berkeley geleitet): Wenn Kant sagt, dass der Raum nichts an sich ist, dann sagt Berkeley, dass es keine Begriffe gibt. Nun werden Sie wieder meinen, dass das nicht moeglich ist.
    Berkeley hat eine sehr gut durchdachte und logisch einwandfreie Argumentation realisiert,aus der folgt, dass es keine Begriffe gibt.Ich habe sie oft zitiert. Das Gleiche im Falle Kants: Eine gut durchdachte philosophische Argumentation fuehrt zu der Schlussfolgerung, dass der Raum nichts an sich ist.

    In der Welt, die mit den Sinnesorganen nicht unmittelbar wahrnehmbar ist, koennen wir sehr oft durch den gesunden Menschenverstand,d.h. aufgrund dessen, was der gesunde Menschenverstand fuer richtig haelt, die Wahrheit nicht finden. Das haben die Quantenphysiker richtig erkannt.
    Hier beginnt meine Revolution des klassischen Idealismus und wird zu einer Notwendigkeit fuer alle, fuer die die Wahrheit notwendig ist.
    Man kann viele Beispiele geben, die zeigen, dass ein richtiges Denken in klassischen Begriffen, auf das Ich und die Begriffe bezogen, d.h.auf das uebersinnliche Sein bezogen, zu falschen Schlussfolgerungen fuehrt.Das ist die Tragoedie des klassischen Idealismus.
    Ich moechte ein verstaendliches Beispiel geben, obwohl ich es schon gegeben habe: Wenn man in klassischen Begriffen ueber das Licht denkt, kommt man zu falschen Schlussfolgerungen, auch dann, wenn man in den klassischen Begriffen richtig denkt. Der klassische Idealismus denkt in seinen klassischen Begriffen richtig ueber das Ich und die Begriffe und kommt gerade dadurch zu falschen Schlussfolgerungen.
    Sie sehen nochmals, weshalb meine Revolution des klassischen Idealismus notwendig ist. Sie ist genau so notwendig wie die Revolution der klassischen Physik in den Fragen des Lichtes, des Raumes und der Zeit notwendig war.
  • Johann

    29Johann schrieb am 28.03.2010, 14:55 Uhr:
    "Was ist Wahrheit" sagte Pilatus spöttisch und wollte nicht bleiben, um die Antwort zu hören.
    Pilatus war seiner Zeit voraus. Denn »Wahrheit« selbst ist ein abstraktes Substantiv, also ein Kamel von einer logischen Konstruktion, das nicht einmal durch das Öhr eines Grammatikers hindurchgehen kann.
    Quelle: Skirbekk, Gunnar, (Hrsg.)1977:
    Wahrheitstheorien: Eine Auswahl aus den Diskussionen über Wahrheit im 20. Jahrhundert.

    Für Philosophen zur Entspannung:
    http://www.rezitator.de/gdt/243/
  • seberg

    30seberg schrieb am 28.03.2010, 15:47 Uhr:
    "Meine Revolution des klassischen Idealismus":

    Revolution durch gründliches Denken.
    Gründliches Denken nicht durch Studium erworben.
    Gründliches Denken durch genetische Veranlagung.
    Durch deutsche genetische übersinnliche Veranlagung.
    Durch gesunden Menschenverstand.
    Das Deutsche ist das Gesunde und Übersinnliche.

    Wahrheit ist ein Begriff.
    Bergriffe gibt es nicht.
    Es gibt keine Wahrheit.

    Meinte schon Pilatus (Danke Johann!)

    [Beitrag am 28.03.2010, 15:49 von seberg geändert]
  • hegel2

    31hegel2 schrieb am 29.03.2010, 19:22 Uhr:
    Was ist schon wahr? Dass Sie Herr "Seberg" am 28.03.2010 "Danke Johann" schrieben, das ist doch wahr? Dass sie mausetot sind, wenn Sie von 100 m Hoehe auf das Pflaster springen, das ist doch auch wahr?
    Das Medium ist alles, die Erziehung ist alles.Das Studium ist alles. Die Erbanlage ist nichts. So predigten die Kommunisten. "Holt den Esel aus dem Stall und bringt ihn in die Uni, damit aus ihm ein Hochschullehrer wird", sagte ich denen damals. Ich jedenfalls kann durch gruendliches Studium der Musik kein Mozart werden.
    Durch gruendliches Studium erfaehrt man bloss das, was die Gesellschaft schon weiss.
    Kolumbus hat nicht durch ein gruendliches Studium der Landkarte Amerika entdeckt.
  • Joachim

    32Joachim schrieb am 29.03.2010, 19:37 Uhr:
    Auch hier kann ich nur Froncois de La Rouchefoucauld zitieren (1613-1680).

    "Der Wunsch,klug zu erscheinen, verhindert oft, es zu werden."
  • Johann

    33Johann schrieb am 30.03.2010, 18:35 Uhr:
    Kant bestreitet nicht, dass es eine reale Welt gibt.
    Eine der Hauptfragen (Was können wir wissen?)erörtert, was wir fähig sind, zu erkennen. Das es eine reale Welt gibt, wird voraugesetzt.

    Sie (hegel2) widerlegen anscheinend höchstens, das, was kommunistische Ideologen Kant zugeschrieben haben.
    Wahrscheinlich beziehen Sie auch Ihre Fichte- oder Schelling-Kenntnisse aus solch dubiösen Quellen und nicht einem gründlichen Studium der Primärtexte.

    Daher kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass Sie weder Kant noch den deutschen Idealismus überhaupt verstanden haben, geschweige den widerlegt.

    Wer aber nicht liefert, was er verspricht, dies ist in der Philosophie genauso wie in der Wirtschaft oder anderen Bereichen auch, wird auf die Dauer nicht ernst genommen.

    hegel2 schrieb:
    "Durch gruendliches Studium erfaehrt man bloss das, was die Gesellschaft schon weiss."
    Die Gesellschaft weiß gar nichts, sondern nur Individuun innerhalb der Gesellschaft verfügen über Wissen. Dieses Wissen, das wissen wird schon seit Goethe ("Was du ererbt von deinen Vätern hast, Erwirb es, um es zu besitzen"), muss aber ständig neu erarbeitet werden, sonst geht es verloren. Daher ist ein gründliches Kant-Studium keine Nebensächlichkeit, sondern eine sinnvolle Betätigung.
    Das von den Griechen erarbeitete Wissen war in Europa über Jahrtausende verloren gegangen, weil niemand sich die Mühe machte, es zu erwerben und musste über arabische Umwege wieder eingeführt werden.

    Sicherlich kann man einen Beitrag zum "Fortschritt des Denkens", die Problematik dieses Bildes möchte ich jetzt nicht erörtern, leisten, auch ohne Kant, Fichte etc. zu studieren.
    Wittgenstein ist da ein Paradebeispiel, einer der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts , vielleicht der einzige des 20. Jahrhunderts dem man eine "Revolution des Denkens" zuschreiben kann. Hat er doch selber zugegeben, dass jeder Assistent der Philosophie in Cambridge mehr als er von der Geschichte der Philosphie verstand.

    Worin besteht nun Ihre Revolution, wenn es nicht die Kant-Widerlegung ist?




    [Beitrag am 30.03.2010, 18:44 von Johann geändert]
  • seberg

    34seberg schrieb am 30.03.2010, 22:43 Uhr:
    Pass auf, Johann, gleich wirst du von Herrn Neustädter in die „kommunistische“ Ecke gestellt! Dort stehe ich ja auch schon, weil er in mir unbedingt einen Leugner der Bedeutung genetischer Vererbung für geistig-intellektuelle Leistungen sehen will. Gesagt habe ich dergleichen zwar nirgends, aber sein Feindbild muss ja stimmen...

    Und dann kommst du ihm auch noch mit Ludwig Wittgenstein, diesem „Verräter“, der während der Nazizeit die englische Staatsbürgerschaft annahm, weil er plötzlich als Jude galt...und schwul war er auch noch...und...und...und überhaupt hielt er die großen philosophischen Probleme letztlich für „Geistesstörungen“, für fixe Ideen, die unter anderem dadurch entstünden, indem man philosophiere und dabei mit Sprache nicht richtig umgehe... (ich kann nichts dafür: steht so bei Wikipedia) ;-)


    [Beitrag am 30.03.2010, 22:44 von seberg geändert]
  • Johann

    35Johann schrieb am 31.03.2010, 16:45 Uhr:
    Nichts, auch ein Lexikon wie Wikipedia (das übrigens teilweise besser ist, wie andere lange etablierte Lexika, kann das Studium der Primärtexte ersetzen.
    Wittgensteins privates Leben war seine Privatsache, wichtig ist nach wie vor sein Werk, nicht zuletzt die dadurch ausgelöste philosophische Entwicklungen.
    Es gibt kein Philosoph, der in den letzten Jahrzehnten einen größeren Einfluß ausgeübt hat.

    Für alle k&k- Freunde hier ein Literaturtipp:
    Wittgensteins Wien. von Allan S. Janik und Stephen E. Toulmin.

    Wien war einige Jahrzehnte das kulturelle Zentrum der Welt und zwar in einem Ausmaß, wie es früher keine Stadt war und auch keine Stadt mehr werden wird.
    Die größten Revolluzzer in Philosophie, Physik, Musik, Architekrur saßen nicht zuletzt bei den Wittgensteins zusammen und diskutierten über ihre revolutionären Ideen.
  • hegel2

    36hegel2 schrieb am 31.03.2010, 16:58 Uhr:
    Ist es so schwer in den Primaertext hineinzuschauen,oder in ein Kant-Seminar zu gehen? Ich war in vielen Kant-Seminaren.
    KRITIK DER REINEN VERNUNFT I Der transz.Aesthetik erster Abschnitt,Von dem Raume: Der Raum ist eine notwendige Vorstellung, a priori,...... 2 Seiten weiter:Schluesse aus obigen Begriffen: b. "Der Raum ist nichts anders als(...)die subjektive Bedingung der Sinnlichkeit."
    Einmal sagte ich dem Dozenten des Kant-Seminars: Wenn der Raum an sich ist,wird der Theorie ueber die Unerkennbarkeit des Dings an sich der Boden unter den Fuessen weggerissen. "Sie haben Recht", meinte er.
    Das gesamte Erkannte in Raum und Zeit ist, so Kant, nichts an sich. Sind Raum und Zeit an sich ist auch das Erkannte in Raum und Zeit an sich und nicht bloss das raumlose und zeitlose Unding, pardon Ding an sich.
    Selbst wenn es Begriffe gibt und selbst wenn es Materie gibt,Berkeleys Demonstrationen, dass es weder Begriffe noch Materie gibt, wurden(wenn man meine Schriften ausklammert)noch nicht widerlegt. Das Gleiche im Falle Kants. Selbst wenn der Raum an sich ist, meines Wissens wurde auch Kanta Theorie ueber die Subjektivitaet des Raumes(wenn man meine Schriften ausklammert)noch nicht widerlegt. Um sie zu widerlegen,muss man in den Raumbegriff hineinsteigen und das Problem mit dem Ding an sich besser verstehen, als es von Kant verstanden wurde. Meine Kurzfassung DER KLASSISCHE UND DER MODERNE IDEALISMUS hat nur 80 Seiten und ist leichter als die anderen Texte zu verstehen. Durch die vielen Zitate koennen Sie alles zurueckverfolgen. Ich zitiere einen Abschnitt des Textes von der Rueckseite: "In dem Buch der klassische und der moderne Idealismus zeigt der Autor,dass der klassische Idealismus durch seine rationale Durchdringung aus sich hinauswaechst, so wie ein Baum aus sich hinauswaechst, und zu einer neuen Philosophie wird."

  • hegel2

    37hegel2 schrieb am 01.04.2010, 19:06 Uhr:
    Sie wollen den Realismus im klassischen Idealismus.Sie wollen ihn dort, wo er nicht ist.Das letzte Seminar, in das ich in Muenchen ging, war ein Seminar ueber den Widerspruch zwischen Idealismus und Realismus.Wurde er schon geloest?, fragte ich den Professor. Nein, sagte dieser leise. Mein Hauptwerk heisst "Der Realismus im Idealismus". Der Idealismus, in dem der Realismus ist, ist nicht der klassische Idealismus, sondern der wissenschaftliche Idealismus, den ich geschaffen habe.
  • seberg

    38seberg schrieb am 01.04.2010, 21:26 Uhr:
    ...der Seminarraum ist leer, Herr Seminarleiter!
  • hegel2

    39hegel2 schrieb am 07.04.2010, 19:34 Uhr:
    Der Seminarraum war zum Glueck immer leer.In Platons Hoehlengleichnis ermorden die Hoehlenbewohner denjenigen,der sie von den Fesseln der Unwissenheit befreit und sie ans Licht fuehrt.
    Danke fuer die aktive Teilnahme
  • fritz1966

    40fritz1966 schrieb am 07.04.2010, 22:09 Uhr:
    Hallo, Herr Dr. Neustädter,

    niemand wäre, um Ihren letzten Beitrag aufzugreifen, auf die Idee gekommen, Sie zu ermorden, schon allein deswegen nicht, weil der Eindruck, gerade durch Sie "von den Fesseln der Unwissenheit befreit und ans Licht geführt zu werden", sich hier wohl nicht so richtig durchgesetzt hat. Das muss kein Indiz für einen Mangel Ihrer Philosophie sein, aber vielleicht stößt deren Vermittelbarkeit in einem Internetforum irgendwo auch an Grenzen. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, mir Ihr Buch über den Idealismus zu besorgen und es zu lesen. Danach sehen wir dann weiter ...
    Nun muss ich naturgemäß um etwas Geduld bitten.

    Viele Grüße
    Fritz
  • hegel2

    41hegel2 schrieb am 10.04.2010, 20:55 Uhr:
    Die Vermittelbarkeit der Philosophie stoesst im Prinzip an Grenzen.Hegel "bei dem man buchstaeblich zuweilen nicht weiss und nicht buendig entscheiden kann, wovon ueberhaupt geredet wird" (Adorno: DREI STUDIEN ZU HEGEL, Suhrkamp, S 107),ist ein schoenes Beispiel.
    Vor Jahren sagte einmal Prof.Dr.Foerster in seiner Vorlesung: "Kant und Berkeley sind so ziemlich das Gleiche." Einige Monate spaeter leitete ich das Berkeley Seminar. Auf dem Umschlag des Buches:George Berkeley, DREI DIALOGE ZWISCHEN HYLAS UND PHILONOUS (Meiner),steht Folgendes:"Dieses System ist zur Schande des menschlichen Geistes und der Philosophie am schwierigsten zu widerlegen,obwohl es am absurdesten ist".(Der Autor dieser Feststellung: Diderot)
    Aber Berkeley und Kant sollen so ziemlich das Gleiche sein.Fichte soll bloss ein besser verstandener Kant sein und Schelling ein neuer Fichte. Und Hegel.....ja der hat angeblich Schellings Gedanken gestohlen. (Ich erklaere Hegel immer durch Schelling, denn Schelling ist etwas leichter zu verstehen.)
    Ich dachte 6 Monate nach, um Berkeley zu widerlegen. Das war die Geburtsstunde des wissenschaftlichen Idealismus.Wie bereits gesagt,Berkeley zeigt, dass es weder Begriffe noch Materie gibt.Kant zeigt, dass der Raum subiektiv ist und dass der von der Erkenntnis unabhaengige Gegenstand unerkennbar ist.Dass das Ich selbst etwas Unmoegliches ist, folgt aus Fichtes Argumentationen.(Dieter Henrich:FICHTES URSPRUENGLICHE EINSICHT)Dass das vom Ich Unabhaengige etwas Unmoegliches ist, zeigen Schelling und Hegel.Der Vorwurf, den man Berkeley macht, kann man dem gesamten klassischen Idealismus machen. Aber Berkeley gehoert doch zum Empirismus! Ich zeige in meiner Philosophie, dass der klassische Idealismus teilweise auch zum Empirismus gehoert und noch nicht der wahre Idealismus ist. Im wahren Idealismus kommt es nicht mehr zu unannehmbaren Schlussfolgerungen.
    Man kann 2 verschiedene Behauptungen aufstellen und beide sind richtig:
    1. Ich habe den klassischen Idealismus widerlegt
    2. Ich habe dem klassischen Idealismus ein neues Leben
    gegeben, wodurch er sich auch im Zeitalter der
    Wissenschaften behaupten kann.

    Ein Hermannstaedter sagte von mir, ich sei entweder ein Betrueger oder ein Genie. Ich bin weder das Eine noch das Andere.In meinem Buch:"Der gefangene Schrei", Teil II, zeige ich, weshalb ich mich nicht durchsetzen konnte. Es ist in keiner Buchhandlung, weil ich Angst habe. Die Namen in ihm sind die realen Namen, die "Geschichten" Tatsachen.Ich habe zu viel von dem gesagt, was wahr ist.
    viele Gruesse
    Carol

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