Kulturspiegel
Der „Kulturspiegel“ umfasst Rezensionen und Beiträge über die Geschichte, Naturwissenschaften, Kunst und das vielseitige Kulturleben der Siebenbürger Sachsen und deren Nachbarn.
Bewahrer und Förderer unserer Identität: Dr. Michael Kroner wird 80
Als 2005 der Münchner Erzbischof Kardinal Joseph Ratzinger unerwartet zum Papst gewählt wurde, titelte die Bild-Zeitung „Wir sind Papst!“. Als kürzlich der Hermannstädter Bürgermeister Klaus Johannis ebenso überraschend zum Staatspräsidenten Rumäniens gewählt wurde, machte unter Siebenbürger Sachsen der Ausspruch „Wir sind Präsident!“ die Runde. Was hat das alles mit dem Historiker Dr. Michael Kroner zu tun, der am 22. Dezember seinen 80. Geburtstag feiert? Mehr als zunächst vermutet. mehr...
Bergwerke in Siebenbürgen
Traian Popescu, Volker Wollmann: Localități miniere din Transilvania, Banat și Maramureș întrun atlas din secolul al XVIII-lea [Bergwerke in Siebenbürgen, aus der Marmarosch und aus dem Banat in einem Atlas aus dem 18. Jahrhundert]; Sibiu/Hermannstadt: Honterus-Verlag, 2013; 208 S., ISBN: 978-606-8573-00-7 mehr...
Ein Leben unter der Glasglocke
„Man bezahlte den Kuckuckseiern den Rückflug“ ist ein brutaler, verstörend ehrlicher Roman, der aktuelle Themen aufgreift: Zuwanderung, Vorurteile, Diskrimination, Minderheiten, die Kluft zwischen Ost und West, Gewalt, Entfremdung, das alles aus der Sicht einer jungen Frau, die einen ganz eigenen Blickwinkel einnimmt. Es ist die Geschichte Magdalenas, einer jungen Roma, bei der eine schwere Geisteskrankheit diagnostiziert wird. Für sie ist der Weg aus dem Geburtsland Rumänien nach Deutschland paradoxerweise gleichsam ein Heimweg. mehr...
Bedeutende Deutsche in Ostmittel- und Südosteuropa
Franz Kössler: Lebensbilder. Persönlichkeiten aus ehemals deutschsprachigen Gebieten in Europa. Osteuropa Zentrum Verlag Berlin, 2014, 16 Karten, 735 S., 44,95 Euro, ISBN 978-3-942437-23-3 mehr...
Hans Bergels Buchpräsentationen in Bukarest und Klausenburg
Aus Anlass der öffentlichen Präsentation seines Novellenbandes „Judecătoarea și fiii ei“ („Die Richterin und ihre Söhne“, aus dem Deutschen von Octavian Nicolae und Mariana Săsărman. Editura Ecou Transilvan, Klausenburg, 2014) im Rahmen der Internationalen Buchmesse Rumäniens hielt sich Hans Bergel vom 21. bis 26. November in Bukarest und Klausenburg auf. In Bukarest wurde er auf Vorschlag von Ana Blandiana, Gabriel Liiceanu und Romulus Rusan in die rumänische Filiale des PEN-Clubs als Mitglied aufgenommen. In Klausenburg hielt er eine Literaturlesung vor Germanistik-Studenten und, in rumänischer Sprache, einen Vortrag vor Professoren und Studenten des Lehrstuhls für Geschichte. mehr...
Abbrüche und Aufbrüche
Im Königreich Großrumänien stellten sie einst vier Prozent der Bevölkerung dar – die rund 750000 Deutschen, die sich im Laufe der vorangegangenen Jahrhunderte teils freiwillig, teils unter Zwang in den östlichen Gebieten Europas angesiedelt hatten: Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben, Sathmarer Schwaben, Banater Berglanddeutsche, Bessarabien-, Bukowina- und Dobrudscha-Deutsche, Zipser und andere kleinere Gruppen. Heute – nur 100 Jahre später – lebt gerade noch ein Zwanzigstel davon im Land, der Rest kehrte zurück in die alte, neue Heimat. mehr...
Nachwuchsförderpreis für Mediascher
Der münstersche Uni-Mediziner Dr. Tilman Schneider-Hohendorf hat den Forschungspreis der Eva-und-Helmer-Lehmann-Stiftung erhalten. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt die Arbeit des Nachwuchsforschers auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose (MS). Dies gab die Westfälische-Wilhelms-Universität Münster auf ihrer Website bekannt. Schneider-Hohendorf befasst sich mit der Wanderung von Lymphozyten über die Blut-Hirn-Schranke während der Behandlung mit dem Wirkstoff Natalizumab. mehr...
Ein ganz besonderes Schulbuch
„Geschichte und Traditionen der deutschen Minderheit in Rumänien“, das Lehrbuch des gleichnamigen Faches in der 6. und 7. Klasse der Schulen mit deutscher Unterrichtssprache, ist wegen der großen Nachfrage im freien Verkauf in fünfter Auflage erschienen – eine Besonderheit für ein Schulbuch. mehr...
Christian Maurer erinnert Geschichten aus der siebenbürgischen Theaterwelt
Schon der Titel dieses Buchs „Er-fahrene Geschichten aus einer versunkenen Theaterwelt“ reißt alle seine Erlebnisquellen an. Es ist auf den ersten Blick die Sammlung der anekdotisch aufbereiteten Erlebnisse/Erfahrungen eines (siebenbürgisch-)deutschen Lyrikers, Dramatikers und Erzählers, der 33 Jahre lang als Schauspieler, Regisseur und Intendant der Deutschen Bühne in Hermannstadt (diese Teilinformation zur Lebensleistung des Christian Maurer ist auf dem Rückdeckel des Buchs nachzulesen) die zumeist ländlichen Ortschaften mit deutschem Bevölkerungsanteil auf Tourneefahrten kennen gelernt hat. Gewidmet ist es seiner Frau, der leider inzwischen verstorbenen Schauspielerin Rosemarie Müller, und dem Andenken des Schauspielers Kurt Conradt.
mehr...
Gedenktage 2014 aus der siebenbürgisch-sächsischen Musik
Auch in diesem Jahr standen einige siebenbürgisch-sächsische Musiker – Komponisten, Interpreten, Musikpädagogen, Musikwissenschaftler – auf der Gedenkliste, und wieder fällt auf, dass wir im Element Migration – wie überhaupt in der siebenbürgischen Musikgeschichte – ein durchgängiges Merkmal zu sehen haben. So zählen wir zu den Protagonisten des Musiklebens in Siebenbürgen und der siebenbürgischen Musikgeschichte nicht nur die gebürtigen Siebenbürger, deren zentraler musikalischer Wirkungsbereich sich in ihrer Heimat abspielte (nachdem sie von ihrem Studium im westlichen Ausland zurückgekehrt waren), sondern auch diejenigen, die in Siebenbürgen geboren wurden, ihre Karriere aber früher oder später ins Ausland (nach Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Ungarn, Rumänien oder Amerika) verlegten, genauso wie auch diejenigen, die aus deutschsprachigen Gebieten Zentral- und Osteuropas (Deutschland, Österreich, Zips, Böhmen, Slawonien oder Dalmatien) nach Siebenbürgen kamen, sich hier innerhalb eines überraschend gut aufgestellten, lebhaften, vielgestaltigen, intensiven und anregenden Musiklebens ihr Wirkungsfeld aufbauten und – wie der aus dem nordböhmischen Aussig stammende Hermannstädter Organist, Dirigent und Komponist Franz Xaver Dressler zu formulieren pflegte – „zu Siebenbürger Sachsen wurden“. Freilich gingen von den Eingewanderten ihrerseits zu allen Zeiten – bis nach Kriegsende 1945 – entscheidende neue Impulse aus, sie brachten „frischen Wind“ nach Siebenbürgen. mehr...




