4. Mai 2016

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Führungswechsel in Österreich

Eine Ära geht zu Ende. Fast zwei Jahrzehnten lang war Pfr. Mag. HR Volker Petri Bundesobmann des Bundesverbandes der Siebenbürger Sachsen in Österreich. Bei der Generalversammlung am 9. April in Rosenau ist der Landesobmann der Siebenbürger Sachsen in Oberösterreich, Kons. Manfred Schuller, zum neuen Bundesobmann gewählt worden. Sein Amtsvorgänger Petri wurde zum Ehrenbundesobmann gewählt.
Der Generalversammlung ging am Vormittag des 9. Aprils die Bundesvorstandssitzung voraus, bei der die Berichte der Landesobmänner und Obfrau aus den Bundesländern vorgetragen wurden. Zuvor sprach der Hausherr, Obmann des Vereines der Siebenbürger Sachsen Rosenau, DI Franz Peter Seiler, ein Grußwort. Ehrenbundesobmann Dr. Fritz Frank übernahm das Eingangsgebet. Mit den Gedanken „Vertrau auf Gott und seinen Segen, zu dem was du im Leben schaffst. Nimm sein Geleit auf deinen Wegen und dank ihm für die Lebenskraft“ leitete er die Sitzung ein. Die von den Landesobleuten vorgetragenen Berichte zeigten ein reges Vereinsleben, vor allem in Salzburg, Oberösterreich und Wien sowie Niederösterreich/Burgenland. Zusätzlich berichteten Kulturreferent Mag. Klaus Wagner, er Jugendreferent Kons. Manfred Schuller und Ingrid Schuller als Bundesreferentin über ihre Tätigkeiten im abgelaufenen Vereinsjahr. Der Finanzbericht der Bundeskassierin Christine Morenz zeigte eine gewissenhaft geführte Buchhaltung, die auch von den Rechnungsprüfern für Ordnung befunden wurde.

Gelungene Integrationsarbeit – Gemeinschaft, Kultur und Treue

Da Neuwahlen anstanden, trat bei der am Nachmittag durchgeführten Generalversammlung der gesamte Vorstand zurück. Bundesobmann Pfr. Mag. HR Volker Petri, der zur Neuwahl nicht mehr antrat, blickte mit Dankbarkeit auf seine fast zwanzig Jahre währende Funktion als Bundesobmann zurück. Dass er in Österreich ansässig wurde, bezeichnete er in seiner Abschiedsrede als Geschenk. 1977 nahm er seine Tätigkeit in der Evangelischen Pfarrgemeinde Lenzing-Kammer auf, eine zu 70% aus siebenbürgischen Flüchtlingen bestehende evangelische Pfarrgemeinde. 26 Jahre durfte er, wie er sagt, dort wirken. Er sei auf eine Erlebnisgeneration getroffen, auf jene starke Frauen und Männer, die den Zweiten Weltkrieg, seine furchtbaren Folgen und den Verlust der Heimat erlebt hatten. Pfarrer Volker Petri traf auf eine daraus entstandene Gemeinschaft, welche die christlich-evangelisch-nachbarschaftliche Lebenshaltung zusammenschweißte. Die Heimattage der Siebenbürger Sachsen in Österreich, die starke traditionsverbundene Gemeinschaft waren für ihn die ersten Kundgebungen siebenbürgisch-sächsischer Kultur, die er hier in Österreich erlebte. Im Rumänien seiner Kindheit und Jugend war dieses Selbstbewusstsein und Selbstverständnis unmöglich und unvorstellbar, dort heimatlos geworden, verschwieg man die Geschichte und die eigene Kultur, ja, man war dazu gezwungen. Ehrenbundesobmann Pfr. Mag. HR Volker Petri ...Ehrenbundesobmann Pfr. Mag. HR Volker Petri (links) nimmt das Abschiedsgeschenk vom neu gewählten Bundesobmann Kons. Manfred Schuller entgegen. Foto: Mag. Rolf Morenz Volker Petri blickte auf die gelungene Integrationsarbeit der Siebenbürger Sachsen zurück, die Schwierigkeiten, anerkannt zu werden und die damit verbundenen Herausforderungen, die Aufarbeitung der Geschichte war für die Erlebnisgeneration nicht leicht. Es war Dr. Fritz Frank, sein väterlicher Freund, der ihn Ende der 1990er Jahre in den Bundesvorstand holte. Zu dieser Zeit standen noch die „Alten“ an vorderster Front, die mit ungeheurer Hingabe für die Sache und unvorstellbaren Einsatz und Treue die „Gemeinschaft, Kultur und Treue“ hüteten. Volker Petri nannte dies in seinen Worten den „Heiligen Gral“. Doch nun sei eine andere Generation am Werk, der Geschichtsballast abgeworfen und Teamarbeit gefragt. Volker Petri dankte all jenen Mitarbeitern, die ihm vertrauten und ihn unterstützten. Es gebe noch immer einen „großen Fels in der Brandung“, den Ehrenbundesobmann Dr. Fritz Frank, der trotz seines hohen Alters eine Position einnehme, die wissend, väterlich, nachhaltig und beschützend sei.

In seiner Abschiedsrede als Bundesobmann wies Petri auf die starken Nachbarschaften in Oberösterreich und in den Bundesländern hin und unterstrich: „Ich bin gewiss, dass diese Arbeit unter neuen, jungen und motivierten Verantwortlichen gelingen wird und somit auch weiter geht, und wünsche uns dafür Gottes Segen und den Verantwortlichen viel Kraft. Ich bin bereit, im Hintergrund, wenn gewünscht, für unsere Gemeinschaft mit Rat und Tat zu helfen.“

Ehrenbundesobmann Dr. Fritz Frank übernahm dann die Leitung der Generalversammlung und führte souverän durch die Neuwahlen. Kons. Manfred Schuller wurde einstimmig zum Bundesobmann der Siebenbürger Sachsen in Österreich gewählt. Als seine Stellvertreter fungieren MinR Mag. Jur. Ludwig Niestelberger aus Wien und DI Franz Seiler aus Vöcklabruck, Obmann des Vereines der Siebenbürger Sachsen Rosenau. Als Bundesschriftführer wieder gewählt wurde Mag. Rolf Morenz, sein Stellvertreter ist Ing. Roland Meburger, Landesobmann der Siebenbürger in Salzburg. Bundeskassierin bleibt Christine Morenz, die in bewährter Form die Finanzen verwaltet. Ihre Stellvertreterin kommt aus Wien, Martina Niestelberger, Landesobfrau der Siebenbürger Sachsen in Wien. Neu dazugekommen sind Dr. Hans Paul Benning und Lieselotte Pitter als RechnungsprüferIn. Die Bundesreferenten nahmen einen Positions- bzw. Namenswechsel vor. Nun übernimmt Ingrid Schuller Kultur und Brauchtumspflege, als Stellvertreter steht Mag. Klaus Wagner zur Seite, der jedoch weiterhin seine Pflichten als Kulturbeauftragter in Sachen Siebenbürgisch-Sächsischer Kulturpreis und Kulturaustausch wahrnehmen wird. Die Jugendarbeit bleibt in Händen von Bundesobmann Kons. Manfred Schuller, aber mit tatkräftiger, bisheriger Unterstützung von Dr. DI Robert Feichtinger aus Vöcklabruck. Alle Wahlvorschläge fanden Zustimmung und wurden einstimmig in ihren neuen/alten Funktionen bestätigt. Seine Antrittsrede als neuer Bundesobmann begann Manfred Schuller mit dem Dank an seinen Amtsvorgänger Volker Petri und er überreichte ihm im Namen aller ein Geschenk. Schuller würdigte die Verdienste des bisherigen Vorstandes und dankte dem ausgeschiedenen Rechnungsprüfer Dr. Uwe Bressler für seinen jahrelangen Einsatz für die Gemeinschaft. Gruppenbild des neuen Bundesobmannes Kons. ...Gruppenbild des neuen Bundesobmannes Kons. Manfred Schuller (hintere Reihe, 5. von links) mit den Ehrenbundesobmännern Pfr. Mag. HR Volker Petri (links neben ihm) und Dr. Fritz Frank (hintere Reihe, 3. von rechts) sowie den Landesobmännern und Funktionären. Foto: Mag. Rolf Morenz Bundesobmann Kons. Schuller stellte nun den Antrag an den Vorstand, Volker Petri zum Ehrenbundesobmann zu wählen. Dies wurde einstimmig angenommen. Er sei stolz, gleich zwei Ehrenbundesobmänner in seiner Runde zu haben, „zwei Felsen in der Brandung“, auf die er zurückgreifen könne. Schuller betonte, er sei sich seines neuen Amtes bewusst, dass die Vorgänger zwar die Spuren geebnet hätten, aber die Vereinsarbeit auch Bürden mit sich bringe. Umso mehr brauche er Leute um sich, die ihn unterstützten, und daher sei er dafür dankbar, dass dies der neue Vorstand verspreche. Schuller bekräftigte, er werde sein Bestes geben, das Ansehen der Siebenbürger Sachsen in der ganzen Welt zu wahren, die Gemeinschaft zu vertreten und sich für die Sache einzusetzen, wie es schon seine Vorgänger so vorbildlich getan hätten. Er sehe seine Aufgabe als Bundesobmann auch darin, dass das „gelebte Brauchtum“, die Kultur und die Tradition die Werte vermitteln sollen, um die Menschen zusammenzuführen. Der Kontakt zu unseren Landsleuten in Siebenbürgen müsse unbedingt erhalten, ja sogar intensiviert werden. Die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche sei eine Grundvoraussetzung für den starken Glauben in unserer Geschichte. Die Unterstützung Hilfsbedürftiger solle auch weiterhin unser aller Anliegen sein. Die Stärke des Zusammenhaltes in den Nachbarschaften würde ihm als Landesobmann von Oberösterreich auch den nötigen Rückhalt geben, den er als Bundesobmann brauche. Durch dieses gegenseitige Unterstützen werde er auch den Anforderungen in den Bundesländern und außerhalb Österreichs seine Aufgaben als Bundesobmann erfüllen können. Er freue sich auf diese Arbeit, sagte Bundesobmann Schuller, und er verspreche, dass er dieses ehrenvolle Amt würdig und respektvoll ausführen werde.

Das nach dieser Generalversammlung realisierte Abschlussfoto soll die Stärke des Bundesverbandes in Österreich zum Ausdruck bringen. Ein Dank ergeht abschließend an den Verein der Siebenbürger Sachsen in Rosenau für die Möglichkeit, die Sitzung in Rosenau abhalten zu können, besonders für die Bewirtung sei den unsichtbaren Händen gedankt.

Ingrid Schuller

Schlagwörter: Österreich, Wahl, Generalversammlung, Petri, Frank, Schuller

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