10. September 2010

Bayerische Landtagspräsidentin in Hermannstadt und Bukarest

Auf ihrer 78. Rumänienreise besuchte die Präsidentin des Bayerischen Landtages, Barbara Stamm, vom 1. bis 3. September Bukarest und Hermannstadt. In der Landeshauptstadt führte die CSU-Politikerin, seit 20 Jahren Rumänienbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Gespräche mit der Präsidentin des Rumänischen Parlamentes, Roberta Anastase, mit Arbeitsminister Mihai Seitan und Gesundheitsminister Attila Cseke. In Hermannstadt traf Stamm Bürgermeister Klaus Johannis und den Kreisratspräsidenten Martin Bottesch. Der bayerischen Delegation gehörten u. a. der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer, MdL, und der Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Dr. Bernd Fabritius, an.
Im Rumänischen Parlament in Bukarest kam Barbara Stamm mit Parlamentspräsidentin Roberta Anastase und der Vizepräsidentin des Senats, Anca Boagiu, zusammen. In dem Gespräch, an dem auch der Europaparlamentarier Ovidiu Ganţ teilnahm, unterstrich die Bayerische Landtagspräsidentin die Bedeutung einer vertieften Zusammenarbeit auf parlamentarischer Ebene. Parlamentspräsidentin Anastase nahm die von Stamm ausgesprochene Einladung zu einem Besuch Bayerns dankend an.
Das Gruppenbild mit Landtagspräsidentin Barbara ...
Das Gruppenbild mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm entstand nach der Pressekonferenz im Rathaus von Hermannstadt, von links nach rechts: Ministerialrat Dr. Wolfgang Freytag, Michael Schmidt, Ministerialdirigent Medardus Hümer, Bürgermeister Klaus Johannis, Dr. Bernd Fabritius, Vido Voigt, Unterstaatssekretär Helge Fleischer. Foto: Hannelore Baier
Rumäniens Arbeitsminister Mihai Seitan dankte Stamm für die vom Freistaat Bayern geleistete Unterstützung und bat um Fortsetzung der Zusammenarbeit, insbesondere im Bereich der Sozialgesetzgebung. Der Minister anerkannte die gute Kooperation mit dem Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien. Barbara Stamm bekräftigte Bayerns Interesse an einer intensiveren Zusammenarbeit mit Rumänien.
Landtagspräsidentin Barbara Stamm sprach in ...
Landtagspräsidentin Barbara Stamm sprach in Bukarest mit Arbeitsminister Mihai Seitan (Zweiter von links), daneben sind zu sehen (von links): Staatssekretär Nicolae Ivăşchescu, Integrationsbeauftragter Martin Neumeyer, Bundesvorsitzender Dr. Bernd Fabritius, Ministerialrat Dr. Wolfgang Freytag. Foto: Hannelore Baier
Gesundheitsminister Attila Cseke erläuterte der Delegation aus Bayern aktuelle Probleme des Gesundheitssystems in Rumänien. Der Minister dankte für alle von Bayern geförderten Projekte im medizinischen Sektor. Mit einem Besuch der Deutsch-Rumänischen Handelskammer schloss die bayerische Delegation ihren Aufenthalt in Bukarest ab.
Begegnung mit dem rumänisch-orthodoxen ...
Begegnung mit dem rumänisch-orthodoxen Patriarchen Daniel Ciobotea, von links: Ministerialdirigent Medardus Hümer, Ministerialrat Dr. Wolfgang Freytag, Barbara Stamm, Michael Schmidt, Dr. Bernd Fabritius, Martin Neumeyer, Ovidiu Ganţ. Foto: Vido Voigt
Am dritten Tag ihrer Rumänienreise besuchte Barbara Stamm Hermannstadt. In einer Pressekonferenz betonte die Landtagspräsidentin ihre Verbundenheit mit der deutschen Minderheit in Rumänien und würdigte deren Bedeutung als Brückenbauer zwischen Rumänien und Deutschland. Mit Blick auf den fortdauernd schwierigen Integrationsprozess des Karpatenlandes in die Europäische Union wünschte Landtagspräsidentin Stamm Rumänien eine „Stabilisierung der Regierung“ und sicherte in diesem Kontext neuerlich Deutschlands und respektive Bayerns Unterstützung und Solidarität zu.

Die oberste Repräsentantin des Bayerischen Landtags gratulierte Bürgermeister Klaus Johannis und den Bürgern zur erfolgreichen Stadtentwicklung. Seit der Revolution sei Hermannstadt der Aufschwung zu einer der wirtschaftskräftigsten Städte Rumäniens gelungen. Stamm verwies explizit auf die erfolgreiche touristische Profilierung der Stadt und des Kreises Hermannstadt, generell Siebenbürgens. Die Landtagspräsidentin knüpfte an ihren Wunsch, dass auch die junge Generation ihren Beitrag für die zukünftige Weiterentwicklung der Stadt leisten möge, die Hoffnung, dass die Regierung in Bukarest für die von den Kommunen benötigten Rahmenbedingungen Sorge trage.

Barbara Stamm würdigte in Hermannstadt das soziale und kulturelle Engagement siebenbürgisch-sächsischer Unternehmer und lobte namentlich Michael Schmidt. Es sei sehr erfreulich, dass Siebenbürger Sachsen in Rumänien und auch in Deutschland wirtschaftlich erfolgreich seien. Besonders erfreulich sei es, dass diese Landsleute soziale Verantwortung in ihrer Gemeinschaft wahrnehmen. Dies zeige sich in der jüngst erfolgten Gründung der Carl Wolff Gesellschaft, ebenso in dem Engagement von Michael Schmidt, der eine Stiftung zur Durchführung von sozialen und kulturellen Projekten, insbesondere auch für seine Landsleute in Siebenbürgen und in Deutschland, gegründet habe. „Es freut mich“, betonte Stamm, „dass ich mit Ihrer Stiftung eine Kooperationsvereinbarung abschließen konnte, und ich danke für Ihre Unterstützung.“

Bei einem Treffen mit Bürgermeister Klaus Johannis und dem Kreisratsvorsitzenden Martin Bottesch im Hermannstädter Rathaus kamen die politische Bedeutung des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, dessen gedeihliche Zusammenarbeit mit dem Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland sowie die wirtschaftliche Entwicklung des Kreises Hermannstadt zur Sprache. Im Anschluss an das Gespräch absolvierte die bayerische Delegation, von Bürgermeister Klaus Johannis geleitet, einen kurzen Stadtrundgang.

Beeindruckt von seiner ersten Reise nach Siebenbürgen, hat der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer, spontan seine Mitgliedschaft im Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland beantragt, als Zeichen der besonderen Verbundenheit mit den Siebenbürger Sachsen.

Christian Schoger

Schlagwörter: Rumänien, Bayern, Bukarest, Hermannstadt

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