17. November 2011

US-Gelder für Mardischer Kirchenburg

Noch vor zwei Jahren stand die evangelische Kirche in Mardisch kurz vor dem Einsturz, nun ist sie für die kommenden Jahrzehnte gerüstet. Der Abschluss der Arbeiten an Dachstuhl, Fassade und Entwässerung wurde am 28. Oktober in dem kleinen Dorf im Kaltwassertal gefeiert. Neben Vertretern der Landeskirche, darunter Bischof Reinhart Guib, und der HOG Mardisch war eigens US-Botschafter Mark Gitenstein aus Bukarest angereist.
Mit einer Förderung von umgerechnet 30.000 Euro unterstützte das amerikanische Außenministerium die Arbeiten an der Kirchenburg in Mardisch. Das Geld stammt aus dem Ambassadors Fund for Cultural Preservation, mit dem die US-Regierung weltweit Projekte von kulturhistorischer Bedeutung unterstützt. Botschafter Gitenstein und seine Frau Elizabeth schwärmten beim Ortstermin von den sächsischen Dörfern mit ihren Kirchenburgen, die sie 2010 auf dem Fahrrad erkundeten. Mit Blick auf die Mardischer Kirchenburg, die älter sei als die USA, meinte Gitenstein: „Dies ist ein großartiges Beispiel dafür, was Rumänien mit einem seiner größten Werte tun kann“.

An „unsere amerikanischen Freunde“ gewandt, dankte Reinhart Guib, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, allen am Projekt Beteiligten, neben der amerikanischen Botschaft auch der Fachschule für Bautechnik aus München, den Sponsoren der Baumaterialien, der Leitstelle Kirchenburgen, der Bauabteilung der Landeskirche sowie Ioan Şchiau, Bürgermeister der Großgemeinde Mihăileni, zu der Mardisch gehört. Neben diesen habe sich besonders Friedrich Roth, Vorsitzender der HOG Mardisch, als „Seele und Motor des Projektes“ hervorgetan, würdigte Liliana Cazacu von der Leitstelle Kirchenburgen.
Botschafter Mark Gitenstein (2. von links) nahm ...
Botschafter Mark Gitenstein (2. von links) nahm sich viel Zeit, um die Geschichte der Kirche kennen zu lernen. Foto: Holger Wermke
Das beim Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche in Hermannstadt angesiedelte Büro koordinierte die Bauarbeiten und stellte auch den Antrag auf Förderung durch den Ambassadors Fund. Seit 2010 wurden in der Kirche die Schäden am Mauerwerk und im Dachstuhl repariert, die Fassade mit Kalkmörtel neu verputzt und die Fenster nach historischem Vorbild wieder hergestellt. Außerdem wurde ein Stück der östlichen Ringmauer neu aufgemauert. 2012 folgt die Renovierung des Kircheninnenraumes.

Initiator Fritz Roth zeigte sich überrascht ob des raschen Fortgangs der Arbeiten, der zu Beginn seines Engagements 2009 nicht absehbar war. Natürlich gebe es noch viel zu tun, vor allem die künftige Nutzung sei noch ungeklärt. Aber wichtig sei es, Akzente zu setzen, sagte er. „Die ausgewanderten Sachsen haben die Verantwortung, diese Gebäude den heutigen Bewohnern der Dörfer zu übergeben, die Spuren der sächsischen Bevölkerung zu bewahren.“

Holger Wermke

Schlagwörter: Mardisch, Kirchenburg, Finanzen, USA

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