15. November 2015

Wir rufen die Verantwortlichen im Land, in Europa und weltweit auf zum Umdenken

Das Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien erklärt zur Aufnahme von Flüchtlingen:
Jesus Christus spricht: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40)

In der Nachfolge unseres Herrn Jesus Christus sehen wir uns als Evangelische Kirche A.B. in Rumänien und als Evangelische Christen aufgerufen, unsere Stimme zu erheben und mit Taten zu bezeugen für die Menschen, die unter Verfolgung, Gewalt und Hunger leiden. In der Gewissheit, dass Gott alle Geschöpfe gleich liebt, und auf der Grundlage unseres christlichen Glaubens und unserer mitmenschlichen und christlichen Verantwortung können wir nicht wegsehen, wenn viele Menschen nach Europa fliehen, um hier Sicherheit und Zuflucht zu finden. Wir sind dankbar, dass unsere Vorfahren im 20. Jahrhundert überall, wohin sie auf der Flucht, in Kriegs- und wirtschaftlichen Notzeiten kamen, gut aufgenommen und zu treuen Bürgern ihres Aufnahmelandes wurden.

Wir sind als Kirche bereit, Mitverantwortung zu übernehmen und den rumänischen Staat bei der Aufnahme und Integration der Flüchtlinge nach Kräften und Möglichkeiten zu unterstützen. Mit Sammlungen von Geld, Kleidung, Lebensmitteln, Medikamente und anderen Hilfsmitteln sowie mit dem Bereitstellen von Unterbringungsquartieren in den leer stehenden Gebäuden und Wohnungen in unseren Gemeinden wollen wir ein Zeichen der Solidarität und Menschlichkeit setzen. Damit sehen wir uns in einer Kette der Solidarität mit den Evangelischen Kirchen in Südosteuropa und besonders in Ungarn, Österreich und Deutschland und wertschätzen ihre große Öffnung, Hilfsbereitschaft und ihren Glauben, der in der Liebe tätig ist.

Wir sehen die Sorge und Befürchtung, die sich in der Gesellschaft breit macht, und bitten alle Kirchen und Glaubensgemeinschaften sowie die staatlichen und öffentlichen Institutionen, Politiker und Wirtschaftsleute, Medien, Vereine, NGOs und haupt- und ehrenamtlichen Mitmenschen, die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge in Not möglich zu machen. Nur durch gemeinsames und solidarisches Handeln können wir den populistischen Stimmen wehren, die den Fremdenhass und Rassismus schüren, und so zu einem sicheren, menschenfreundlichen, toleranten, verständnisvollen und vom Ausland angesehenen Rumänien beitragen.

Wir rufen die Verantwortlichen im Land, in Europa und weltweit auf zum Umdenken, die Ursachen der Flüchtlingsströme einzudämmen und sich für eine menschenwürdige und umweltfreundliche, lebenserhaltende und gabenausgeglichene Welt einzusetzen.

Unser Herr Jesus Christus möge unser Gebet erhören und uns allen Einsicht, Kraft und Liebe schenken, den geringsten Brüdern, die zu uns kommen, Barmherzigkeit zu erweisen.

Schlagwörter: EKR, Pressemitteilung, Flüchtlinge

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