13. Mai 2018

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Engagierte Münchnerin: Nachruf auf Maria Bruckner

Maria Bruckner ist im Alter von 92 Jahren am 11. April in München gestorben. Ihr Mann Dr. Wilhelm Bruckner (1921-2008) war von 1977-83 Bundesvorsitzender und nachmaliger Ehrenvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen. Maria Bruckner war eine echte Münchnerin, ist aber voll für die landsmannschaftliche Arbeit ihres Mannes eingetreten und hat sich jahrelang im Sozialwerk der Siebenbürger Sachsen engagiert.
Geboren wurde Maria Bruckner, geborene Sporrer, am 1. Mai 1925 in der bayerischen Landeshauptstadt. Die Oberrealschule schloss sie im Februar 1944 mit Abitur ab und arbeitete danach im Büro der Universität München bei den „Deutschkursen für Ausländer“. Einer der Dozenten war ihr späterer Mann, mit dem sie sich von Anfang an gut verstand. „Vor der beabsichtigten Hochzeit hatten wir große Probleme, ich aus gut katholischer Familie, mein Verlobter aus einem fest im Protestantismus verankerten Elternhaus“, erinnerte sich Maria Bruckner in einem „Lebenslauf“. Die Liebe obsiegte, und am 15. Mai 1946 heiratete das Paar in Esting bei München. Maria Bruckner studierte 1944-45 Betriebswirtschaft an der Uni München und hatte Ludwig Erhard als Professor, was sie mit Stolz erfüllte. Das Studium musste sie jedoch abbrechen, da sich Nachwuchs ankündigte. Am 10. August 1946 kam ihr Sohn Ernst Bruckner zur Welt, auf den sich übrigens das Engagement seiner Eltern übertragen sollte. Der Rechtsanwalt war seit 1981 mehrere Jahrzehnte ehrenamtlich als Bundesrechtsreferent für Sozialgesetzgebung im Verband aktiv.

In dem Artikel „Wie hat eigentlich alles begonnen?“ schilderte Maria Bruckner die bescheidenen Anfänge der Landsmannschaft, geprägt von der Not der Nachkriegsjahre. Sie war bei zahlreichen Veranstaltungen und Treffen dabei, war sehr offen für die persönlichen Kontakte und konnte viele Verbindungen durch ihre recht offene und humorvolle Art auch privat vertiefen, zum Beispiel zu „Patenministern“ wie Konrad Grundmann oder zu den Vertretern der Siebenbürger Sachsen in Kanada und den USA.

In einem Bericht für die Jubiläumsbroschüre zum 30-jährigen Bestehen des Sozialwerks („Gemeinsam stark – Hintergründe – Geschichten“) schilderte Maria Bruckner, wie sie 1967/68 von Wilhelm Schiel als ehrenamtliche Helferin des Sozialwerks gewonnen wurde. Diese Arbeit, einschließlich des Herbeischaffens von Medikamentenlieferungen, und das große Engagement aller Helfenden in den beengten Verhältnissen des damaligen Büros der Landsmannschaft und des Sozialwerks in der Sendlinger Straße waren ihr sehr wichtig.

„Wir hatten 62 ½ glückliche Jahre zusammen; umso mehr als es uns auch finanziell immer besser ging und wir viel Schönes in der Welt sahen“, schreibt Maria Bruckner in ihrem „Lebenslauf“. Der Verband gedenkt ihrer in großer Dankbarkeit und spricht der trauernden Familie ein aufrichtiges Beileid aus.

Siegbert Bruss

Schlagwörter: Porträt, Nachruf, Verband, München, Sozialwerk

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