7. Mai 2021

Pressearbeit auch ohne Präsenzveranstaltungen? Online-Presseseminar der Siebenbürgischen Zeitung und des Bundeskulturreferats

Turnusgemäß hätte es in diesem Frühjahr stattfinden sollen, musste aber aus bekannten Gründen entfallen: das Pressereferentenseminar, zu dem die Siebenbürgische Zeitung (SbZ) und das Bundeskulturreferat des Verbandes der Siebenbürger Sachsen alle zwei Jahre einladen. Ersatzlos gestrichen werden sollte das Seminar aber nicht, weswegen sich Bundeskulturreferentin Dagmar Seck und SbZ-Chefredakteur Siegbert Bruss auf eine Online-Veranstaltung einigten, die am Abend des 29. April über die virtuelle Bühne ging. Erklärtes Ziel war es, den Kontakt zu den ehrenamtlichen Zeitungsmitarbeitern aus den Kreisgruppen, Heimatortsgemeinschaften und anderen siebenbürgischen Vereinen nicht abreißen zu lassen sowie handfeste Tipps für Pressearbeit in veranstaltungsarmen Zeiten wie diesen zu geben.
Ein alltägliches Bild in Corona-Zeiten: Man ...
Ein alltägliches Bild in Corona-Zeiten: Man trifft sich online – so auch die ehrenamtlichen Pressereferenten der Kreisgruppen, HOGs und anderer siebenbürgisch-sächsischer Vereine zum Pressereferentenseminar am 29. April. Foto: Günther Melzer
Drei Kurzreferate gaben Impulse und boten eine Diskussionsgrundlage für die 36 Teilnehmer der Zoom-Konferenz. Siegbert Bruss sprach über „Aktuelle Herausforderungen und Aufgaben der Siebenbürgischen Zeitung“, Webmaster Gunther Krauss lieferte Informationen zur Verbandshomepage Siebenbuerger.de und Dagmar Seck präsentierte „Ideen, die nicht einmal eine Quarantäne ausbremsen kann“.

Durch die Corona-Pandemie ist das Kultur- und Gemeinschaftsleben der Siebenbürger Sachsen weitgehend zum Stillstand gekommen, was sich in der SbZ bemerkbar macht: Der Umfang der Rubriken „Aus dem Verbandsleben“ und HOG-Nachrichten sei um mehr als die Hälfte gesunken, wie Siegbert Bruss ausführte; dafür seien aber Rundschau- und Kulturteil gehaltvoller und umfangreicher geworden. Er bezeichnete die Verbandszeitung als wichtiges Instrument zum Erhalt der Gemeinschaft, lebendige Chronik und interaktives Blatt, dessen Aufgabe es sei, Kommunikation zu ermöglichen, Geschichte, Kultur und Mundart bewusst zu machen, Motivation zu schaffen und als Interessenvertretung zu fungieren. In der täglichen Arbeit des Zeitungsteams spielt die Wirtschaftlichkeit eine große Rolle: Die sinkende Auflage (bedingt durch den Mitgliederschwund) und weniger Einnahmen durch gewerbliche Anzeigen zwingen zu einer regelmäßigen Neubewertung der Situation und zu Sparmaßnahmen, z. B. dem Mitte letzten Jahres erfolgten Druckereiwechsel. Dennoch ist das regelmäßige Erscheinen der SbZ Garant für den und Ausdruck des Zusammenhalt(s) in der siebenbürgischen Gemeinschaft.

Ähnliches gilt für die Verbandshomepage Siebenbuerger.de: Das Interesse an Siebenbürgen und den Siebenbürger Sachsen sei der gemeinsame Nenner der Seite, führte Gunther Krauss aus, der kurz, aber sehr anschaulich deren Inhalt und Aufbau vorstellte und live Anwendungsbeispiele in verschiedenen Bereichen zeigte (Termineingabe, Porträts der Kulturgruppen, Vorlagen für Grafikerzeugnisse). Die Archive (Artikel aus der Onlineausgabe der Siebenbürgischen Zeitung, Fotogalerien, Termine) bezeichnete er als „Goldgrube für Schreibende“ und regte an, auf der Internetseite einfach mal herumzustöbern – frei nach dem Motto „Ich ging im Walde / So vor mich hin / Und nichts zu suchen / Das war mein Sinn“. Texte ließen sich mit Hintergrundinformationen, Historischem, Amüsantem aus den Tiefen der Seite bereichern. Sein Fazit: „Übersichtlich wie ein Dorf“ sei Siebenbuerger.de. zwar nicht – biete dafür aber „Vielfalt wie in der Stadt“.

Sammeln, ordnen und archivieren, Öffentlichkeitsarbeit betreiben, sich vernetzen – unter diesen Überschriften präsentierte Dagmar Seck ihre „Ideen, die nicht einmal eine Quarantäne ausbremsen kann“. Dazu gehört beispielsweise (falls nicht schon vorhanden) das Anlegen eines Foto-, Plakat- und Textarchivs für die eigene Kreisgruppe, das Aktualisieren und Erweitern von deren Auftritt auf der Unterseite des jeweiligen Landesverbandes auf Siebenbuerger.de und das Befüllen der Kulturgruppen-Datenbank auf der Verbandshomepage – am besten als Premium-Benutzer (anmelden!). Eine Serie mit dem Arbeitstitel „Unsere Mitglieder“ liegt der Bundeskulturreferentin besonders am Herzen: Kurzinterviews mit neuen, langjährigen, nicht-sächsischen, im Ausland lebenden oder prominenten Verbandsmitgliedern sollen für eine Mitgliedschaft werben, Vielfalt zeigen, Identifikationsmöglichkeiten schaffen. Ganz aktuell bittet sie die Pressereferenten um Dokumentation und Mitteilung darüber, wie der Digitale Heimattag 2021 in der eigenen Kreisgruppe begangen wird.

Der digitale Austausch nach dem jeweiligen Kurzreferat und zum Abschluss des Online-Seminars war vielleicht nicht so rege wie in der Kaffeepause während einer Präsenzveranstaltung, aber es kamen Fragen und Anregungen aus dem Teilnehmerkreis, dem sich auch der Bundesvorsitzende des Verbandes, Rainer Lehni, angeschlossen hatte, der sich ausdrücklich für die Arbeit der Ehrenamtlichen und der Redaktion in München bedankte.

Die drei Präsentationen können auf www.siebenbuerger.de/zeitung/pressereferenten eingesehen werden; ebenfalls dort sind weitere Infos und praktische Tipps für die Pressearbeit zu finden. Die beste Grundlage bieten die „Handreichungen für ehrenamtliche Pressereferenten“, die vom kürzlich verstorbenen früheren SbZ-Chefredakteur Hannes Schuster unter Mitarbeit seines Nachfolgers Siegbert Bruss zusammengestellt wurden. Zeitung und Kulturreferat planen weitere Online-Seminare für Pressereferenten und nehmen gern Anregungen zur inhaltlichen Gestaltung entgegen.

Doris Roth

Schlagwörter: Siebenbürgische Zeitung, Seminar, Pressereferenten, Online-Veranstaltung, Bundeskulturreferat, Öffentlichkeitsarbeit, Journalismus, Siebenbuerger.de

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  • 08.05.2021, 21:45 Uhr von JIRG: https://www.siebenbuerger.de/sonstiges/sbz-handreichungen.pdf : 28 Seiten sind mindestens 20 Seiten ... [weiter]

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