13. Juli 2012

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Zeidner wählen neuen Vorstand

Zwei neue Ideen, die erfolgreich umgesetzt wurden, ein neuer Nachbarvater und knapp über 500 Teilnehmer sind die Bilanz eines gelungenen 21. Zeidner Nachbarschaftstreffens, das am Fronleichnam-Wochenende vom 7. bis 10. Juni 2012 im thüringischen Friedrichroda stattfand.
Die Zeidner Nachbarschaft hat auf dem 21. Treffen an ihrer Spitze einen neuen Nachbarvater gewählt. Nachbarvater Udo Buhn hatte bereits auf dem vor drei Jahren ebenfalls in Friedrichroda stattgefundenen Treffen der Zeidner verkündet, dass er sich 2012 nicht zur Wiederwahl stellen werde. Und so wählten die Zeidner auf ihrem „Richttag“ (wie in Zeiden die Wahlveranstaltung genannt wird) den rund 20 Jahre jüngeren Rainer Lehni einstimmig zu ihrem neuen Nachbarvater. Nachdem seit 2003 die Zahl der Teilnehmer bei jedem Treffen rückgängig war, probierte man es diesmal mit zwei neuen Ideen.

Erste Idee: Reaktivierung des Jugendchores, der in den 70er Jahren unter der Regie von Pfarrer Georg Dieter Barthmes von sich reden machte, zum Beispiel, weil der Chor in der Kirche – wahrscheinlich als erster in Siebenbürgen – mit Schlagzeug- und E-Gitarren-Begleitung auftrat. Die Erinnerung an einen schönen Lebensabschnitt und das aktive Werben der beiden Initiatorinnen Ursula Lienerth, geborene Stolz, und Annette (Netti) Königes bewog doch einige dieser „Jugendlichen“ nach Friedrichroda zu kommen, so dass dann auf der Bühne beim feierlichen „Bunten Abend“ fast 40 und im Gottes-­ dienst am Sonntag etwa 20 Personen mitsangen. Zweite Idee: Klassentreffen im Rahmen des großen Treffens zu veranstalten. Vorteil: Die Organisatoren müssen sich praktisch um nichts kümmern, denn alles ist schon vorbereitet. Einzige Arbeit: die Schulfreunde müssen eingeladen werden. Die Idee mit diesen Zusammenkünften ist noch ausbaufähig, denn noch sind sie die Ausnahme. Aber wenn sie stattfinden, wurden sie gut angenommen. So kamen vom Jahrgang 1957 18 Personen und der 58er Jahrgang war gar mit 21 Personen vertreten.

Die vier Tage waren vollgepackt mit einem umfangreichen Programm, das für alle etwas zu bieten hatte. Schon am Donnerstagnachmittag füllte sich der Festsaal des Berghotels, während noch die letzten Vorbereitungen liefen – wie Bilder für die Kunstausstellungen aufhängen oder die Bühne schmücken. Diesmal stellten Agathe Roth, Katharina Zeides und Hermann Glätsch Bilder aus, Theo Zeides zeigte Exponate zur Geschichte des Tischlerhandwerks in Zeiden und Udo Buhn und Rüdiger Nierescher zeigten anhand von Fotos, was in den letzten Monaten in der Nachbarschaft passiert ist. Eine ausführliche Würdigung der Künstler nahm Renate Kaiser am Freitag nach Fronleichnam nach der Eröffnungs­feier vor. Der neue Zeidner Vorstand, erste Reihe, von links ...Der neue Zeidner Vorstand, erste Reihe, von links nach rechts: Uwe Martini, Ralf Ziegler, Rüdiger Nierescher; hintere Reihe, von links nach rechts: Rüdiger Zell, Hans Königes, Anneliese Schmidt, Helmuth Mieskes, Erika Göltsch, Heinz Mild, Annette Königes, Rainer Lehni (Vorsitzender), Udo Buhn, Franziska Neudörfer, Volkmar Kraus und Kuno Kraus. Foto: Luzi Popa Freitagvormittag eröffnete Nachbarvater Udo Buhn das Treffen. Es folgten Grußworte des Bürgermeisters von Friedrichroda, Thomas Klöppel, von Susanne Hensel, der Vertriebs-Managerin des Berghotels, von Rainer Lehni als stellvertretendem Bundesvorsitzenden des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, vom Vertreter des HOG-Verbandes, Karl-Heinz Brenndörfer (vorgelesen von Udo Buhn), vom Pfarrer aus Zeiden, Andreas Hartig, von Gabriele Lehmann vom Kirchenkreis Oberes Havelland, die die Kirchengemeinde unseres Heimatortes stark unterstützt, und von Klaus Dieter Untch als Vertreter des Deutschen Forums in Zeiden. Für die musikalische Umrahmung sorgte ein Bläserquartett, bestehend aus Heiner Aescht, Peter Roth, Otti Neudörfer und Brunolf Kaufmann, sowie das Trio und Gitarrenkränzchen.

Am Nachmittag durfte sich Helmuth Mieskes als Organisator des Zeidner ortsgeschichtlichen Gesprächskreises (ZOG) über fast 100 Teilnehmer freuen, die sich für historisch-kulturelle Themen interessieren und zu seinem diesjährigen, dem 16. ZOG, kamen. Hans Wenzel las aus seinem soeben erschienenen neuen Buch über Wanderungen rund um unseren Heimatort, Franz Buhn präsentierte das neue Buchprojekt über Musik in Zeiden und Udo Buhn den letzten Stand der Arbeiten über „Handel und das Gewerbe in Zeiden“. Den Hauptvortrag hielt die vielgeschätzte Deutschlehrerin Katharina Unberath über das nobelpreisgekrönte Buch „Atemschaukel“ von Herta Müller und das Thema Deportation. Parallel dazu organisierte Liane Schmidts eine Bustour nach Erfurt, Gudrun Klopfer sammelte ihren Jahrgang 58 zu einem gemütlichen Spielen, Singen, Filmschauen, Unterhalten ein, und die Jugend traf sich zu Aktivitäten, um die sich Rüdiger Nierescher kümmerte.

Der „Bunte Abend“ zählt mittlerweile zu den Klassikern eines jeden Treffens, bei dem die Blaskapelle und ihre Musik im Mittelpunkt stehen. Mit viel Charme und Humor führte Moderatorin Annette Königes durch den Abend. Premiere hatte der schon erwähnte Jugendchor, dirigiert mit viel Enthusiasmus von Effi Kaufmes, der spätestens mit seiner Zugabe „Siewen Krueden“ den ganzen Saal begeistert klatschen ließ. Ebenfalls auf viel Zuspruch stieß das Gesangstrio mit Effi Kaufmes, Diethe Meier und Annette Königes. Den literarisch-poetischen Teil übernahmen diesmal Carmen Kraus und Franz Buhn. Abschließend sangen Publikum und Aktive gemeinsam das Lied „So ein Tag, so wunderschön wie heute“.

So gut wie selten zuvor war der Richttag am Samstagvormittag besucht. Die Wahl lief reibungslos über die Bühne. Zuvor aber zog der scheidende Nachbarvater Udo Buhn eine Bilanz seiner jetzigen sehr erfolgreichen Amtsperiode mit zahlreichen Aktivitäten, Veranstaltungen, Publikationen. In seiner kurzen Antrittsrede versprach der neue Nachbarvater Rainer Lehni, die bisherige Linie fortzusetzen, den Nachwuchs stärker einzubinden und die Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft in Zeiden zu intensivieren.

Dem neuen Vorstand gehören neben dem Nachbarvater an: die stellvertretenden Nachbarmütter/-väter Annette Königes, Kuno Kraus und Helmut Wenzel, Kassenwartin Franziska Neudörfer, Schriftführer Helmuth Mieskes, als Beisitzer Heiner Aescht (Blasmusik), Helmut Adams (Stiftung Zeiden), Helmuth Mieskes (ZOG), Annette Königes (Kultur), Rüdiger Zell (Adressverwaltung), Rüdiger Nierescher (Jugend), Christine Greger (Jugend) und Ralf Ziegler sowie die beiden Altnachbarväter Volkmar Kraus und Udo Buhn und der Zeidner Kirchenkurator Peter Foof. Zum Redaktionsteam des „Zeidner Gruß“ gehören Hans Königes, Renate Kaiser, Harda Kuwer-Ferstl und Ute Mieskes. Zu Kassenprüfern bzw. Ersatzkassenprüfern wurden Anneliese Schmidt, Erika Göltsch, Heinz Mild und Uwe Martini gewählt.

Für ihre Verdienste für die Zeidner Gemeinschaft wurden Gabriele Lehmann vom Kirchenkreis Oberes Havelland und Renate Klinger ausgezeichnet, die in den letzten Jahren die evangelische Kirchengemeinde Zeiden unterstützt haben. Eine besondere Ehre wurde Volkmar Kraus zuteil. Für seine Verdienste als langjähriger Nachbarvater und Leiter der Regionalgruppe Burzenland wurde er vom HOG-Verband mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Jung und Alt vereint im Zeidner Wunderkreis. ...Jung und Alt vereint im Zeidner Wunderkreis. Foto: Brian Tittes Während mittags alle aßen, streute Rainer Lehni mit seiner Gattin Heike und Freunden Sägespäne auf der Wiese vor dem Hotel für den „Wunderkreis“ – auch eine einmalige Zeidner Tradition, an der zu Recht festgehalten wird. Zu den Klängen der Blasmusik durchschritten dann am frühen Nachmittag Kinder und Erwachsene (früher waren es nur die Schulkinder) dieses schneckenförmige Labyrinth, an dessen Ausgang alle ein Kipferl bekamen. Danach ging es weiter zu den sportlichen Aktivitäten. Auf dem Programm standen Handball und Fußball. Zuvor aber – um die Mittagszeit – trafen sich noch die Feuerwehrleute mit ihren Ehefrauen. Ex-Obmann Hermann Kassnel konnte sich über regen Besuch freuen. Abends dann ging es zum Tanz. Mit Amazonas Express und ihrem Sänger „Jürgen aus Siebenbürgen“ konnte Rainer Lehni die Lieblingsband vieler Siebenbürger engagieren. Und sie wurden ihrem Ruf als gute Stimmungsmacher und Musiker wieder einmal gerecht. Besonders stimmungsvoll gestaltete die Band den Abschluss: Die Musiker spielten in der Mitte der Tanzfläche eine Polonaise, den Schicksalswalzer und am Ende standen alle im Kreis, hakten sich ein und sangen „Wahre Freundschaft“.

Letzter offizieller Akt: Gottesdienst, Sonntag am späten Vormittag mit der goldenen Konfirmation – für die anwesenden Konfirmanden sicherlich ein unvergesslicher Augenblick, feierlich gestaltet von Pfarrer Andreas Hartig, der unter anderem über das Verbindende von hier und dort sprach, das es nun nach der Wende und den offenen Grenzen gut zu pflegen gilt. Für die musikalische Umrahmung sorgte wieder der „Jugendchor“.

Hans Königes

Schlagwörter: Zeiden

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