28. September 2013

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Quo vadis Honterusfest?

Wird es noch eines geben? Diese Frage stand bei den vergangenen Festen im Raum. Eines gibt es bestimmt noch, konnten die Organisatoren zwar immer wieder versichern, aber die Mannschaft, die zum Großteil seit den Anfängen dabei ist, hat Nachwuchssorgen.
Auch dieses Jahr gab es ein gelungenes Honterusfest. Es fand am 7. Juli 2013 bei strahlendem Sonnenschein in Pfaffenhofen an der Ilm statt. Gerd Schwarz, einer der Hauptverantwortlichen, begrüßte die Besucher, den Ehrengast Thomas Herker, Bürgermeister von Pfaffenhofen an der Ilm, und den Festredner Thomas Şindilariu. Schwarz bedankte sich bei Helferinnen und Helfern, die dazu beigetragen haben, dass das alle zwei Jahre stattfindende Honterusfest Jahrzehnte lang erhalten werden konnte.

Ortwin Götz von der „Heimatgemeinschaft der Kronstädter“ überbrachte Grüße auch seitens des Vereins „Neue Kronstädter Zeitung“ und lud die Besucher ein, diesem Verein beizutreten und deren Zeitung zu beziehen. Ein Appell richtete sich auch an die Besucher, dem Organisationskomitee des Honterusfestes beizutreten, um dieses Fest am Leben zu erhalten.

Emil Dworak (102), Initiator der ersten Stunde, ...Emil Dworak (102), Initiator der ersten Stunde, beim Honterusfest 2013 in Pfaffenhofen. Foto: Ortwin Götz Der Historiker Thomas Şindilariu hielt die traditionelle „Quellenrede“ mit dem Titel „Unseren Honterus wollen wir uns trotz allem nicht nehmen lassen“. Er zog einen geschichtlichen Bogen, beginnend beim Wirken von Johannes Honterus als Humanist und Gelehrter über den Beginn der Honterusfeste in Kronstadt vor 168 Jahren bis zum heutigen Honterusfest, das nunmehr seit einem halben Jahrhundert in Deutschland gefeiert wird. „Die Entfaltung eines lebendigen Vereinswesens, ehrenamtliches Engagement im Sinne der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft im weitesten Sinne hier in Deutschland ist denn auch nicht allein Ausdruck eines kulturellen Selbstbehauptungswillens, sondern unterstreicht auch den Trotz, den jede aufgezwungene Handlung, in unserem Falle der Druck sich zu entscheiden, hervorrufen muss. Die Ausrichtung des Honterusfestes in Deutschland – heuer bereits zum 27. Mal, wenn ich richtig gezählt habe –, Ihre Teilnahme daran ist in meinen Augen auch ein Zeichen des Trotzes gegenüber dem für unsere Kronstädter deutsche Gemeinschaft nicht sonderlich förderlichen Verlauf der Geschichte des 20. Jahrhunderts“, sagte Şindilariu. Zudem fragte der Festedner, ob das Honterusfest noch durchzuführen sei: „Hier und heute stellt sich die bange Frage, ob heuer in Ermangelung einer neuen Generation von Organisatoren das letzte Pfaffenhofener Honterusfest gefeiert wird?“

Keine Sorge, Thomas, es wird nicht das letzte Honterusfest in Pfaffenhofen sein. Waren es diese Worte oder waren es die Aufrufe der letzten Jahre? Eine Reihe engagierter Leute, darunter auch junge, fand sich bereit, dem Organisationskomitee beizutreten und sich während der nächsten Feste in diese ehrenamtliche Aufgabe einzuarbeiten. Bei Bekanntgabe wurde dieses seitens der Besucher mit herzlichem Applaus begrüßt. Somit stand dieses Honterusfest unter einem besonders guten Stern.

Das Fest nahm seinen angenehmen Verlauf, die Verpflegung der Gäste mit Speis und Trank klappte hervorragend. Die Metzgerei Mooser versorgte Besucher und Helfer mit vorzüglichen Mici und Holzfleisch, „Bettina’s Baumstriezel“ bot mit ihrem Team stets frischen, warmen Baumstriezel an, und der Wirt der Waldgaststätte, Sepp Kirzinger, sorgte für kühle Getränke.

Eine große Freude war für viele Besucher, den Initiator der ersten Stunde Emil Dworak wiederzusehen, der mit 102 Jahren das Fest im Kreis seiner Familie und Freunde miterlebte.

Wie kann man das diesjährige Honterusfest am besten kurz beschreiben? Natürlich gelungen, erwartungsvoll, aber auch hoffnungsvoll – die Zukunft wird es zeigen.

Horst Schuster

Schlagwörter: Honterusfest, Krontadt, Rückblick

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