27. Februar 2020

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Siebenbürgische Kandidaten bei den Kommunalwahlen in Ober- und Niederbayern

Siebenbürger Sachsen setzen sich mit großer Gestaltungskraft in Politik und Gesellschaft ein. Wir präsentieren im Folgenden siebenbürgisch-sächsische Kandidaten, die sich in das politische und gesellschaftliche Leben ihrer jeweiligen Gemeinde in Oberbayern und Niederbayern einbringen. Kandidaten in den anderen Regierungsbezirken Bayerns werden in der morgigen SbZ Online vorgestellt. Die allgemeinen Gemeinde- und Landkreiswahlen (Kommunalwahlen) im Freistaat Bayern finden am 15. März 2020 statt, eventuell nötige Stichwahlen für Bürgermeister- und Landratswahlen zwei Wochen später, am 29. März.

Zukunft der Marktgemeinde Manching mitgestalten

„Man kann nicht jeden Tag etwas Großes tun, aber gewiss etwas Gutes“, brachte es Friedrich Schleiermacher (1768-1834) auf den Punkt. Genau dieses war auch der Grund, weshalb sich Ingeborg Binder entschlossen hat, auf der Liste der Unabhängigen Wähler (Liste 8, Platz 6) für den Marktgemeinderat Manching zu kandidieren. Seit 1992 lebt sie mit ihrem Mann Manfred und Sohn Christoph in Manching-Oberstimm. Hier hat sie durch ihr Wirken in mehreren Vereinen den Markt Manching und viele der knapp 14.000 Bewohner kennengelernt. Ihr sechsjähriges Wirken im Kirchenvorstand der evangelischen Kirche hat sie stark geprägt. Vor Ort gehört sie weiterhin zum Vorbereitungsteam des Frauen-Weltgebetstages. Zu den Unabhängigen Wählern (UW) in Manching kam sie 2008. „Hier haben sich Leute zusammengefunden, die sich frei von Parteiinteresse für die jeweils richtige sachliche Entscheidung im Sinne der Mitbürger einsetzen. Sich für die täglichen Belange seiner Mitmenschen stark zu machen, ist ein oberstes Gebot der Siebenbürger Sachsen und liegt mir besonders am Herzen“, so die Kandidatin. Ingeborg Binder ...Ingeborg Binder Ingeborg Binder, 1960 in Kronstadt geboren, arbeitet als Bürokauffrau im Vertrieb einer Herrenausstatter-Firma in Ingolstadt. Im Verbandsleben der Siebenbürger Sachsen ist sie vielseitig aktiv. In der Kreisgruppe Ingolstadt ist sie bereits im zehnten Jahr Kassenprüferin und zudem Ansprechpartnerin der Bäckerinnengruppe. Ebenso engagiert bringt sie sich in die HOG Petersberg und HOG-Regionalgruppe Burzenland ein.

sb

Martin Molnar will lebens- und liebenswertes Landshut

Martin Molnar ist Vorsitzender der Kreisgruppe Landshut und kandidiert für die CSU auf Liste 1, Platz 34, für den Stadtrat in Landshut. Als Teil der deutschen Minderheit in Siebenbürgen hat er früh gelernt, was es heißt, mit Anfeindungen und den Einschränkungen eines kommunistischen Regimes zu leben. 1990 ist er mit seiner Familie ausgesiedelt und lebt seitdem in Landshut. Molnar hat sich hier eine neue Existenz aufgebaut und ist stolz darauf, sich beruflich und privat etabliert zu haben. Martin Molnar ...Martin Molnar Der 53-jährige Landsmann lebt in einer festen Partnerschaft und hat eine erwachsene Tochter. In seinem Berufsalltag als technischer Angestellter bei einem Automobil-Zulieferer erlebt er die Internationalisierung und den Wandel der Automobilindustrie, die diese Region maßgeblich prägt. Die siebenbürgischen Traditionen pflegt er mit seinem Engagement als Kreisgruppenvorsitzender. Ihm ist es nach eigenem Bekunden wichtig, dass Landshut eine offene, freie und gleichzeitig sichere Stadt bleibt: „Landshut ist eine lebens- und liebenswerte Stadt. Mit meiner Arbeit im Stadtrat möchte ich dazu beitragen, dies zu erhalten“, bekräftigt Martin Molnar.

CS

Grafing soll noch zukunftsfähiger werden

Angelika Obermayr, Erste Bürgermeisterin der Stadt Grafing, kandidiert am 15. März für Bündnis 90/Die Grünen für eine zweite Amtszeit. „Seit ihrem Amtsantritt 2014 hat sich der Ton der politischen Debatten in Grafing zum Positiven verändert, der Umgangsstil ist konzilianter, milder geworden“, schreibt Antje Krauss-Berberich, Archivarin der Stadt Ebersberg und Kulturreferentin der Kreisgruppe Ebersberg des Verbands der Siebenbürger Sachsen in Deutschland. Auf Anfrage der Siebenbürgischen Zeitung zieht die Bürgermeisterin selbst Bilanz: „Ich habe in Grafing einen neuen, parteiübergreifenden Politikstil geschaffen, mit konkreten Ergebnissen: Schulerweiterung und -sanierung, Kanalisierung, Grünes Gewerbegebiet, Bauland für Ortsansässige, Sozialer Wohnungsbau, eine künftige Berufsschule, vier Kitas in Bau und in Planung, ein Radlweg, Kreisverkehre, Blühflächen und viele Verbesserungen für Radler und Fußgänger – mehr Transparenz und eine nachhaltige Stadtpolitik. Und: Die Stadtverwaltung ist jünger und weiblicher geworden.“ Ihre Ziele für ein neues Mandat: „Noch zukunftsfähiger soll Grafing werden und gleichzeitig so liebenswert und selbstbewusst bleiben: Hauptaugenmerk ist eine klimafreundliche Verkehrspolitik, mehr erneuerbare Energieerzeugung auf Grafinger Dächern, neue Naturräume und mehr bezahlbare Wohnungen.“ Angelika Obermayr, Erste Bürgermeisterin der ...Angelika Obermayr, Erste Bürgermeisterin der Stadt Grafing im Landkreis Ebersberg Die 60-jährige Diplom-Biologin mit Kronstädter Wurzeln ist seit 35 Jahren verheiratet, hat drei erwachsene Töchter und wirkt seit 1996 im Stadtrat in Grafing, wo sie seit 31 Jahren lebt. Ihr Vater (Norbert Schiel) stammt aus Siebenbürgen, ihre Mutter aus dem Sudetenland. In den letzten Jahren hatte sie viele Begegnungen mit Heimatvertriebenen und Geflüchteten auf Ehrungen oder am Tag der Heimat in der Grafinger Stadthalle. „Daraus habe ich viel gelernt. Vertriebene, Geflüchtete und Aussiedler haben Deutschland nachhaltig und positiv geprägt. Es ist wichtig, das Wissen um die Heimat der Vorfahren weiterzutragen“, betont Obermayr.

sb

Prominenter Stadtrat in München

Dr. Florian Roth kandidiert bei der Stadtratswahl in München von einem aussichtsreichen Platz 2 für Bündnis 90/Die Grünen. 2008 hatte er als erster Siebenbürger Sachse den Sprung in den Münchner Stadtrat geschafft. Bei den Kommunalwahlen 2014 wurde er mit über hunderttausend Stimmen wiedergewählt. Seit 1994 ist Dr. Florian Roth Mitglied der Grünen und seit Oktober 2012 deren Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. „Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt.“ Dieser alte grüne Plakatspruch ist für Dr. Florian Roth immer noch gültig, „gerade, wenn ich die jungen Menschen von FridaysForFuture sehe, die für ihre und unsere Zukunft demonstrieren“. Er setzt sich ein für Vielfalt in Kunst und Kultur, für eine Verkehrswende („Radl-Lust statt Auto-Frust – U-Bahn-Bau statt Dauerstau“), Klimaschutz und gesunde Luft, Sicherheit, mehr Lebensqualität im öffentlichen Raum, Bürgerbeteiligung durch Onlineplattformen u.a. „München ist bunt und weltoffen. Und das soll so bleiben“, schreibt Roth auf seiner Homepage www.florian-roth.com. Florian Roth schaffte 2008 als erster ...Florian Roth schaffte 2008 als erster Siebenbürger Sachse den Sprung in den Münchner Stadtrat. Geboren wurde er 1967 in Hermannstadt. Seine Familiengeschichte hat ihn motiviert, sich ebenfalls politisch zu engagieren: Sein Großvater, Hans Otto Roth, war einer der bedeutendsten siebenbürgisch-sächsischen Politiker der Zwischenkriegszeit. In München studierte Florian Roth von 1986 bis 1991 Philosophie, Politische Wissenschaft und Neuere Deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1995 promovierte er in Politologie. Er arbeitet als interkultureller Bildungsberater und Philosophiedozent in München. In den letzten Jahren hielt er auch Vorträge zu verschiedenen siebenbürgischen Themen, z.B. über den Naturapostel und Lyriker Gusto Gräser.

sb

Traunreut für junge Familien attraktiv machen

Ingo Plontsch (CSU) kandidiert bei der Kommunalwahl am 15. März im Stimmkreis Traunstein für den Stadtrat. Die Eltern des in Trostberg geborenen 47-jährigen Polizeibeamten (stellvertretender Kommissariatsleiter der Kripo in Traunstein) stammen aus Siebenbürgen: Vater Werner Plontsch (†1998) und Mutter Waltraut Plontsch, geborene Thellmann, wurden beide in Schäßburg geboren. 1972 wanderte die Familie nach Deutschland aus; seine Mutter war zu dem Zeitpunkt mit ihm schwanger. Ingo Plontsch ...Ingo Plontsch Ingo Plontsch, der mit seiner Gattin und den drei kleinen Kindern in St. Georgen, einem Ortsteil von Traunreut, lebt, ist seit mehreren Jahren im Vorstand des CSU-Ortsverbandes Traunreut aktiv. Da ihm das Thema Familien besonders am Herzen liegt, möchte er sich auch im Stadtrat dieser Aufgabe widmen und „Traunreut so attraktiv wie möglich für junge Familien machen“. Gegenüber der Siebenbürgischen Zeitung erklärt Plontsch: „Dazu gehören eine starke Wirtschaft, ein reizvolles Immobilienangebot, ausreichend Kindergarten- und Kitaplätze, genügend Unterstützung für Schulen, Bildung und Vereine sowie letztendlich ein sicheres Verkehrskonzept dazu. Dafür werde ich mich stark machen.“

CS

Bürgermeisterin Elke Zehetner tritt wieder an

Penzbergs Erste Bürgermeisterin Elke Zehetner, bei den Kommunalwahlen vor sechs Jahren noch parteilos angetreten, stellt sich wieder zur Wahl: dieses Mal für die SPD, der sie seit dem 9. Mai 2019 angehört, und gegen fünf andere Kandidaten, die sich um das Bürgermeisteramt der oberbayerischen Kleinstadt bewerben. Penzbergs Erste Bürgermeisterin Elke Zehetner ...Penzbergs Erste Bürgermeisterin Elke Zehetner Die 1968 in Schäßburg als Elke Schappes geborene Diplom-Verwaltungswirtin und Oberverwaltungsrätin war als Büroleiterin des Kreisverwaltungsreferenten Dr. Wilfried Blume-Beyerle in München beschäftigt, bevor sie 2014 mit 53,78 % der Stimmen im ersten Wahlgang zur Bürgermeisterin ihres Wohnortes gewählt wurde. Ihre Eltern Michael und Erika Schappes, die aus Jakobsdorf bzw. Hundertbücheln stammen, leben in Geretsried, wohin die Familie 1970 aus Siebenbürgen kam. Elke Zehetner ist verheiratet, hat zwei Töchter und lebt seit 1997 in Penzberg.

Sie „will weiter Bürgermeisterin unserer Stadt bleiben“ und sich „neben den bestehenden Aufgaben mit vollem Elan und Leidenschaft den Themen Wohnungsbau, Kinder, Familie und Senioren, umweltpolitische Belange, Arbeit und Verkehr widmen und die Stadt für alle Menschen weiter zukunftsfähig machen“.

dr

Schlagwörter: Kommunalwahlen, Porträts, Bayern

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