15. Januar 2005

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Hagen Rether

"Deutschlands schärfste Schneide" (SZ).- "Ein neuer Fixstern am deutschen Kabaretthimmel" (AZ).- "Die Rettung des deutschen Kabaretts" (Tollwood-Programmheft) - die Münchner Journalisten sparten nicht mit Superlativen, als sie über Hagen Rether, den in Essen lebenden Gewinner des Passauer Scharfrichterbeils 2004, berichteten. Mit dem Kabarettisten Hagen Rether sprach Konrad Klein über dessen siebenbürgisch-sächsische Heimat.
Hagen Rether. Foto: Georg Schreiber ...Hagen Rether. Foto: Georg Schreiber
Herr Rether, Ihre Eltern kommen aus Hermannstadt, geboren wurden Sie jedoch 1969 in Bukarest.

Meine Eltern machten damals gerade eine Ausbildung in Bukarest, aufgewachsen bin ich jedoch in Hermannstadt. Na ja, aufgewachsen ist vielleicht zu viel gesagt - ich habe da gerade mal gehen gelernt, denn 1973 sind wir bereits ausgewandert. Meine Kindheit und Jugend bis zum Abitur verbrachte ich in Freiburg.

...wo Sie im Alter von acht mit dem Klavierspielen begannen.

Das ist richtig. Meine Eltern und meine Schwester leben immer noch dort. Zum Studium ging ich dann an die Folkwang-Musikhochschule in Essen, wo ich auch heute lebe.

Essen kommt in ihrem neuen Programm nicht gerade gut weg: "Wem es in Essen gefällt, dem gefällt's überall." Was bewog Sie, in ihrem niederrheinischen "Kaff der guten Hoffnung" zu bleiben? War es Ihr Beruf?

Die Mentalität der Menschen, die dort leben. Die sind geradeheraus, nicht hinterfotzig und nicht dünkelhaft.

Was bedeutet Ihnen Ihre siebenbürgische Herkunft?

Für mich nur 'ne Herkunft, fertig. Aus meiner siebenbürgischen Herkunft was abzuleiten? In diesen Kategorien kann ich 2005 nicht denken.

Waren Sie seither noch mal in der alten Heimat?

Ich war einmal als Neunjähriger in Rumänien. Das Elend dort hat mich schockiert. Mir wurde schnell klar, dass das mit mir nichts zu tun hatte. Die Leute taten mir leid, aber ich muss da nicht sein. Ich bin auch kein Dritte-Welt-Tourist.

Emotional also -

...eher Ablehnung. Vielleicht, weil ich so erzogen worden bin. Man war glücklich, endlich hier zu sein. Ich kenne da so viele schreckliche Geschichten von den Großeltern und Eltern, die da gelitten haben, jahrzehntelang.

Link: SbZ-Beitrag über Hagen Rether

Schlagwörter: Interview, Kultur

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