19. Juni 2017

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Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg

Ein Mittelaltermarkt im Garten der Paul-Gerhardt-Kirche in Nürnberg-Langwasser leitete am 20. Mai das zweitägige Fest mit einem vielseitigen Angebot ein: Aus den Aussiedlerverbänden und der Kirche hatten rund 40 Jugendliche und Erwachsene sechs Mitmach-Stände organisiert, an denen sich die Kinder je nach Lust und Talent beteiligen und Gutscheine zum Naschen erwerben konnten: beim gemeinsamen Gestalten zweier Relief-Bilder, beim Modellieren aus Ton, Malen, Erlernen zweier Lieder aus dem Musical „Martin protestiert!“, beim Basteln von Schmuckbändchen oder wenn es galt, sich im Schneideratelier eine Kopfbedeckung für das Musical zu nähen.
Zum Bestaunen gab es Sandmalerei, Tanzauftritte und drei Spinnerinnen. Die Sächsinnen Katharina Bota, Gertrud Roth und Susanne Sift führten, selbst mittelalterlich gewandet, das Spinnen vor. Dazu gesellten sich spontan einige Sängerinnen, die mit ihnen passende Spinn-Lieder sangen. Alle Standbetreiber waren mittelalterlich gekleidet, auch diejenigen, die die Teilnehmer des Marktes mit kulinarischen Spezialitäten versorgten, darunter Kipfel aus dem Banat und Hanklich, gebacken von Anna Burz und Martha Paal. Den Hanklich-Stand betreuten Heidi Herzog und Katharina Emrich, die Kulturreferentin des Kreisverbandes, die den gelungenen Auftritt der Sachsen an beiden Tagen organisiert und mit betreut hatte.

Zum Abschluss des Mittelaltermarktes fand das Luther-Musical „Martin protestiert!“ statt. Großen Applaus ernteten die Darsteller des Schattentheaters: Mitglieder der Theatergruppe der Sprachschüler des Hauses der Heimat (HdH), die HdH-Singgruppe sowie Doris Hutter, die nicht nur für Text und Regie verantwortlich zeichnete, sondern auch die Sprecherrolle innehatte. Die Ehrengäste Peter Daniel Forster, Bezirksrat (CSU), Thomas Müller vom Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg, sowie Horst Göbbel vom HdH lobten die klare Botschaft und kurzweilige Darstellung des Musicals, in dem einige wichtige Lebensstationen Martin Luthers nachgespielt und z. B. anhand des Ablasshandels erklärt wurde, was den Reformator zum Protestieren bewegt hat. Die Botschaft des Musicals: Martin Luther hat uns gelehrt, dass man durch Gottes Gnade froh werden kann. Zum Abschluss eines künstlerisch-kreativen und fröhlichen Gemeinschaftserlebnisses von Jung und Alt überreichten junge Künstler ihre zwei erarbeiteten Relief-Bilder an Pfarrer Gerhard Werner: eines als Geschenk für die Paul-Gerhardt-Kirche, das andere an den zugehörigen Kindergarten. Die Jugendtanzgruppe Herzogenaurach trat unter ...Die Jugendtanzgruppe Herzogenaurach trat unter der Leitung von Brigitte Krempels bei den Aussiedlerkulturtagen in Nürnberg auf. Foto: Annette Folkendt Der folgende Aussiedlerkultur-Sonntag begann mit einem Gottesdienst, den Pfr. Gerhard Werner ebenfalls Luther widmete. Die rund 300 Kirchgänger konnten die Trachten der rund 70 Trachtenträger aus den Reihen der Banater und Sathmarer Schwaben, der Russlanddeutschen, Egerländer (als Gäste der Aussiedler anwesend), Oberschlesier, Siebenbürger Sachsen und Zipser bewundern. Außerdem sang der Gemeinschaftschor, bestehend aus dem Chor „Heimatklänge“ der Russlanddeutschen, der Singgruppe der HdH-Sprachschüler und dem Siebenbürger Chor Fürth unter der Leitung von Rosel Potoradi, im Gottesdienst zwei Lieder. Ein Duo der Blaskapelle „Blechklang“ spielte zwei Stücke, wobei Hans Eichinger, der Leiter der Kapelle, dazu auch sang. Diana Liberova, SPD-Stadträtin und Vertreterin des Schirmherrn Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, beehrte die Aussiedler mit ihrer Teilnahme genauso wie Helmine Buchsbaum und Max Höffkes von der CSU.

Das anschließende gemütliche Beisammensein im Garten der Kirche wurde durch einen Aufmarsch von 35 Trachtenpaaren zu den Klängen der Kapelle eingeleitet. Man nutzte die Möglichkeit, das angenehme Wetter im Freien zu genießen, einen Imbiss einzunehmen und Tänze der Aussiedler anzuschauen. Es präsentierten sich dem interessierten Publikum die Banater Trachtengruppe, die Russlanddeutschen mit „White Shadows“ und Tanzschule Hof sowie die Siebenbürger Sachsen mit der Alzener Tanzgruppe unter der Leitung von Martin Mehburger sowie der Jugendtanzgruppe Herzogenaurach unter der Leitung von Brigitte Krempels.

Wir konnten mit diesen Aussiedlerkulturtagen Luthers Zeit kurz aufleben lassen und vielen, auch jungen Menschen ein paar Stunden in erfrischend herzlicher Atmosphäre ermöglichen. Das hätte auch Luther gefallen, von ihm stammt die Aussage: „Die Jugend soll nicht traurig sein, sondern heiter und fröhlich. Junge Menschen sollen voll Frohsinn sein.“

Dank sage ich allen Gestaltern, die dieses Fest mitorganisiert und zum großen Gemeinschaftserlebnis haben wachsen lassen, ein Fest, bei dem ein Lied aus dem Musical zum Ohrwurm wurde: „Eine frohe Stund‘/macht uns schnell gesund, /Lachen, Sonnenschein, /ja, das muss es sein!“

Doris Hutter

Schlagwörter: Aussiedlerkulturtage, Nürnberg

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