16. Mai 2026

Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg feierte 50-jähriges Jubiläum

Am 11. April lud die Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg, Mitglied im Verband der Siebenbürger Sachsen Nürnberg, zu ihrem Konzertabend anlässlich des fünfzigjährigen Jubiläums herzlich ein. Über 400 Musikbegeisterte kamen in die Zirndorfer Paul-Metz-Halle, um diesem bedeutenden Anlass beizuwohnen und zu feiern.
Die zwanzig Musiker unter der musikalischen Leitung von Michael Bielz eröffneten den Festtag, passend zum Frühling, mit dem Marsch „1. Mai“, komponiert von Dumitru Eremia, geboren in Heldsdorf im Burzenland. Im Anschluss begrüßte Gründungsmitglied Richard Taub die geladenen Ehrengäste sowie das Publikum und blickte auf das Jahr 1976 zurück, in dem eine Gruppe siebenbürgischer Musikenthusiasten unter der Anweisung von Martin Miess (Dirigent von 1976-1984) die „Siebenbürger Trachtenkapelle Nürnberg“ ins Leben rief. „Wer hätte damals gedacht, dass dies so lange anhält“, wunderte sich der langjährige Tenorhornbläser Richard Taub. Er äußerte Dank und Wertschätzung gegenüber den Ehepartnerinnen der Bläser, die ihre Männer über die Jahre für wöchentliche Proben freigaben. Der kräftige Applaus des Publikums würdigte diese Großzügigkeit der Ehefrauen. Mit dem Walzer „Über den Karpaten“ von Dumitru Eremia sowie den Stücken „Siebenbürgen, alte Heimat“ (Polka) und „Für meine Freunde“ (Walzer), beide aus der Feder von Hans Welther, wurde musikalisch Bezug auf die im rumänischen Karpatenbogen liegende siebenbürgische Heimat genommen. Hans Welther, Dirigent von 1986 bis 2006, prägte als Komponist, Arrangeur, Flügelhornbläser sowie unermüdlicher Notenschreiber in besonderer Weise dieses Nürnberger Bläserensemble.
Jubiläum gefeiert: Siebenbürger Blaskapelle ...
Jubiläum gefeiert: Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg. Foto: Heidrun Depner
Manfred Binder, Vorsitzender des Landesverbandes Bayern, würdigte die Kapelle mit den Worten: „In einer Zeit des Neuanfangs schufen engagierte Menschen etwas Bleibendes – getragen von der Überzeugung, dass Kultur und Musik Brücken bauen zwischen Generationen, Herkunft und Zukunft. Die Musikstücke waren mehr als Noten auf Papier – sie verkörperten Erinnerungen an Dörfer und Kirchenburgen Siebenbürgens, an Hochzeiten und Beerdigungen, an das gemeinschaftliche Leben.“

Annette Folkendt, Vorsitzende des Kreisverbandes Nürnberg, überbrachte die Grüße der Siebenbürger Sachsen im Großraum Nürnberg und betonte: „Seit ihrer Gründung hat die Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg das kulturelle Leben unserer siebenbürgischen Gemeinschaft hier in der Metropolregion Nürnberg geprägt und bereichert. Es gibt keine große Kulturveranstaltung ohne unsere Blaskapelle“. Als Dank und Achtung für jahrzehntelange Verdienste sowie großartige Beharrlichkeit wurde die Kapelle mit einer Anerkennungsurkunde und ihr musikalischer Leiter seit 2007 Michael Bielz mit dem Silbernen Ehrenwappen des Verbandes ausgezeichnet.

Im weiteren Verlauf präsentierten die Musiker „Leniva“, eine südmährische Polka von Matodej Prajka, den rhythmischen Paso Doble „España Cañi“ vom spanischen Opernkomponisten Pascual Marquina Narro sowie „Bohemian Lovers“ von Franz Xaver Holzhauser, ein Beat mit Solo für Tenorhorn und Trompete. Als Solisten traten Richard Jasch am Tenorhorn und Thomas Hermann an der Trompete hervor. Es folgten die Polka „BASStscho“ von Wolfgang Paal, ein Bravoursolostück für Tuba, gespielt von Gerhard Bau, der Walzer „Ewig im Herzen“ von Michael Maier und die Polka „Svatoborska“ von Miroslav Richard Prochazka.

Überbrückt wurde eine kurze musikalische Pause von zehn Paaren der Tanzgruppe der Siebenbürger Sachsen Nürnberg, Vorsitzende Annekatrin Streitfert und Tanzleitung Roswitha Bartel, die in farbenfrohen siebenbürgischen Trachten das Publikum mit den Tänzen „Neppendorfer Ländler“, „Happy Polka“ und „Schaulustig“ begeisterten. Das Publikum honorierte diese Darbietung mit großem Applaus.

Der zweite Teil des Konzertes begann mit der Marschpolka „Jubiläumsklänge“ von Peter Schad, dem Walzer „Weiße Blüten“, arrangiert von Robert Payer, sowie „Wir Musikanten“ von Kurt Gäble. Der Wechsel im Rhythmus verlieh der Musik nun zeitgenössische Akzente, von jungen Komponisten geschrieben. In der Polka „Das Goldene Flügelhorn“ von Walter Grechenig überzeugten Willi Hösel und Markus Fuchs als Solisten, während Michael Bielz, Arnold Grau und Christoph Schreyer mit „Zauberhafte Klarinetten“ von Zdenek Gursky, dem Spezialisten für Solostücke, brillierten. „Wenn die Augen glänzen“ von Martin Eller, ein Slow Rock mit Trompetensolo, von Willi Hösel dargeboten, begeisterte und erwärmte die Herzen der Zuhörer.

Moderator Norbert Merkle überbrachte den Gruß des „Freundeskreis Donauschwäbische Blasmusik e.V.“, dem die Kapelle seit 2008 angehört. Durch diese Zugehörigkeit konnten zahlreiche Auftritte im süddeutschen Raum erfolgreich gestaltet werden. Hermann Mattes, Leiter der „Siebenbürger Banater Blaskapelle Ingolstadt“, richtete ebenfalls Glückwünsche aus.

Weitere Musikstücke wie die „Weinkeller-Polka“ von Stefan Stanger, „In der Zoigelwerkstatt“ von Pascal Führnrohr und „Böhmische Nacht“ von Klaus Rustler ergänzten das Programm. Im Rückblick auf musikalische Veröffentlichungen in all den dahingegangenen Jahren wurden die Langspielplatte „Gruß aus Siebenbürgen“ (1981), die MC „Heimatklänge“ (1992), die CD „Daheim“ (1997), „Musikantenträume“ (2005) und „Ein Herz für Blasmusik“ (2013) erwähnt. Das Repertoire der Nürnberger Kapelle umfasst inzwischen über 400 Musikstücke, darunter auch viele Werke von Ernst Mosch, dem „König der Blasmusik“.

In der letzten Runde erklangen das Musikstück „Portrait Ernst Mosch“ von Franz Bummerl, ein Arrangement mit Moschs bekanntesten Liedern, der Walzer „Abschiedsgedanken“ des südböhmischen Komponisten Josef Panos sowie die gefühlvolle Polka „Guten Abend, gute Nacht“ von Alexander Stütz. Das Konzert endete, doch der Abend wurde mit Tanz fortgeführt. Die Tanzfläche füllte sich und die hervorragende Stimmung hielt bis tief in die Nacht an. So vermittelte die Blaskapelle ihrem Publikum an diesem großartigen Abend Dankbarkeit und ein außerordentliches Gemeinschaftsgefühl.

Das fünfzigjährige Jubiläum der Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg bleibt als denkwürdiges Fest in Erinnerung. Dank gilt allen Beteiligten, dem Publikum, den Ehrengästen, den Unterstützenden, dem Moderator Norbert Merkle, Tontechniker Harald Reinfelder, den Aushilfsbläsern der Blaskapelle Lillachtal, die krankheitsbedingte Ausfälle kompensierten, sowie den engagierten Helferinnen und Helfern im Hintergrund. Dieses Jubiläum war nicht nur eine Retrospektive auf fünfzig erfolgreiche musikalische Jahre, sondern zugleich auch ein Ausblick in die Zukunft. Die Nürnberger Blaskapelle wird weiterhin fest im kulturellen Leben des Verbandes, der Stadt und Metropolregion Nürnberg verwurzelt bleiben, musikalische Erwartungen erfüllen und ihrem Publikum ein Ambiente der Freude und Herzlichkeit bieten – in einer siebenbürgischen Gemeinschaft, in der sich jeder Einzelne willkommen fühlen kann.

Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg – Harald Johannes Zelgy

Schlagwörter: Nürnberg, Blaskapelle, Jubiläum

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