25. November 2009

Kreisverband Nürnberg: Freudespendender Vortrag im HdH

Im Diskussionsteil zum Vortrag „Vom zerstörerischen Brand zur Orgelweihe – Die Stadt­pfarr­kirche Bistritz vom 11. Juni 2008 zum 11. Oktober 2009“ konnte man einige Male hören: „Das ist ja ein Wunder! Das hätten wir nie für möglich gehalten! Wir freuen uns mit allen, die der Bistritzer Kirche nahe stehen.“
Die von Horst Göbbel präsentierten Fakten, insbesondere die zahlreichen Fotos vom verheerenden Brand am 11. Juni 2008 und den darauf folgenden Räu­mungs- und Wiederaufbauarbeiten, waren so eindeutig und überraschend, dass die Reaktionen von Ungläubigkeit bis hin zu großem Respekt insbesondere vor der Leistung der örtlichen und Hermannstädter Kirchenleitung, der Stadt Bis­tritz, des Kreises Bistritz-Nassod, des rumänischen Staates und ganz besonders der HOG Bistritz-Nösen nicht ausbleiben konnten.

Vor 16 Mo­naten hatte die gewaltige Hitze unter anderem die gro­ße Glocke von 1859, die kleine Glocke von 1555 und die 1860 in Prag gefertigte Turmuhr zerstört; die Glocken wa­ren geschmol­zen, die Ziffer­blät­ter und alle Holzteile bis zur Un­kenntlichkeit verbrannt.

Gleich nach dem Brand entschied die HOG Bistritz-Nösen, geleitet von ihrem durchsetzungsfähigen Vorsitzen­den Dr. Hans Georg Franchy, tatkräftig mitzu­- wirken beim Wiederaufbau. Ihr Projekt lautete: Wir sammeln Spenden und lassen eine neue Turmuhr und drei neue Glocken in den Turm einbauen (Kostenpunkt mit Montage: 126 000 Euro). Diese wurden am 31. Juli 2009 bei der renommierten Glockengießerei Perner in Passau hergestellt, am 26. September nach Bis­tritz über­führt, dort fachmännisch installiert und sie erklingen nach ihrer Weihe am 11. Oktober.
Tausende rote Ziegeln strahlen über Bistritz ...
Tausende rote Ziegeln strahlen über Bistritz hinweg. Foto: Horst Göbbel
Unter diesen Bedingungen konnten die anderen Partner nicht zurückstehen und haben bis zur Glockenweihe vorher Unvorstellbares geleistet: Das riesige Kirchendach ist neu erstanden, seine hellroten tausende Ziegeln leuchten, das Turmdach ist wiederaufgebaut und mit Kupferblech eingedeckt. Anfang Dezember soll das Gerüst um die Turmspitze abgebaut werden. Die Kirche strahlt wieder, obwohl noch viel zu tun ist, denn die weiteren Renovierungsarbeiten dauern noch Jahre. Der Bistritzer Bürgermeister Ovidiu Creţu will nicht ruhen, bis am Kirchen­jubiläum am 24. August 2013 (450 Jahre heutige Kirche) alle Arbeiten im Wert von über 3,5 Millionen abgeschlossen sind. Hätten die rumänische Bevölkerung, der rumänische Staat, die rumänischen Behörden vor Ort nicht so sehr den Wiederaufbau der Kirche, des Wahrzeichens der Stadt, auch als ihre eigene Sache erkannt und entsprechend vorangetrieben, wären wir heute sicherlich nicht so weit. Der Etappensieg, die Glockenweihe am 11. Oktober 2009, ist ein Grund zur Freude für alle, für Sachsen, Ru­mänen, Un­garn, für Bistritzer und Nichtbistritzer.

Die HOG Bis­tritz-Nösen dankt allen Spendern, allen Unterstüt­zern dieses großen Projekts und engagiert sich weiter beim Wie­deraufbau. Die Bilder beim Vor­trag haben die bisherigen Leis­tungen, die große Freude über das Erreichte, den Willen zum Fort­führen der Aktion deutlich dokumentiert.

Horst Göbbel

Schlagwörter: Nürnberg, Stadtpfarrkirche Bistritz

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