4. Juli 2010

Ein Muss für Krimifans: „Das Karpaten-Projekt“ von Werner Schmitz

Um es kurz zusammenzufassen: Ein Journalist, viele Bären und ein Mord. Klingt doch schon mal spannend, ist es auch. Werner Schmitz schreibt in seinem Buch „Das Karpaten Projekt“, das im März 2010 im Grafit-Verlag erschienen ist, über all dies.
Die für manchen Leser schon bekannte Figur Hannes Schreiber ist ziemlich exzentrisch: Jour­nalist, Jäger und ein starrköpfiger Einzelgänger, unter anderem. Der 57-Jährige wird von seinem Chef auf den Bären gebracht und von Hamburg nach Rumänien geschickt. Er soll im Auftrag der reichen Juniorchefin eines Schuh-Imperiums, Diana Steinkamp, den verrückten Tierschützer Teddy begleiten. Dieser schleicht durch die Karpatenwälder und vergällt das Bärenfutter von Futterstellen, wo reiche Trophäenjäger aus dem Westen Bären schießen. Ständig auf der Hut vor korrupten Förstern sowie dem Ursus Arctos, Braunbär, folgt Schreiber Teddy auf seinen Touren. Als nachts ihr Lager im Wald überfallen und der Jagdaufseher Ion Hulanu ermordet wird, gerät Teddy unter Tatverdacht. Dann wird auch noch die hübsche Biologin Katharina Orend, die das Müllbären-Projekt in Răcădău, einem Stadtviertel in Kronstadt, betreut, zu Unrecht beschuldigt und verhaftet. Die Ereignisse überschlagen sich. Kann Schrei­ber den wahren Täter finden und wenn ja, dann noch rechtzeitig, bevor Katharina im Gefängnis etwas zustößt? Schreiber muss schnell begreifen, dass ihm in Rumänien nicht alle wohl gesonnen sind und dass das raue Land gefährlicher ist, als es auf den ersten Blick scheint.

Schmitz schreibt extrem spannend und ehrlich, sodass seine Figuren, aber auch Rumänien mit seiner rauen Schönheit vor dem inneren Auge des Lesers aufscheinen. Als Siebenbürger Sachsen sehen wir Rumänien als Heimat oder zumindest als Ort, an dem wir einmal gelebt haben. Doch wie ergeht es anderen, die hier nicht ihre Wurzeln haben? Eine wunderbare Möglich­keit, die Heimat einmal aus den Augen eines Fremden zu sehen.Ein spannendes Buch, das sich mit seiner glaubhaft aufgezogenen Geschichte in das Genre des realistischen Krimis einreihen kann. Damit ist „Das Karpaten-Projekt“ ein Muss für alle Krimifans und solche, die es werden wollen.

Sabine Streck


Werner Schmitz: „Das Karpaten-Projekt“, Gra­fit Verlag, Dortmund 2010, 259 Seiten, Preis: 9,50 Euro, ISBN 978-3-89425-371-4 (auch als E-Buch bei www.amazon.de erhältlich).
Das Karpaten-Projekt
Werner Schmitz
Das Karpaten-Projekt

Grafit
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Schlagwörter: Rezension, Kriminalroman, Karpaten

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