13. Dezember 2011

Gemeinschaftswerk Siebenbürgische Zeitung

Vom 25.-27. November lud die Siebenbürgische Zeitung zum elften Pressereferentenseminar ein, das unter dem Motto „Mehr als eine Nachricht“ im „Hotel am Markt“ in München abgehalten wurde.
Das Seminar findet alle zwei Jahre statt und soll die MitarbeiterInnen der Siebenbürgischen Zeitung (SbZ) in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit mit praktischen Hilfestellungen unterstützen und ihnen einen Einblick in journalistische Arbeitsweisen geben. Auch diesmal hatten Hans-Werner Schuster, Bundeskulturreferent, und Siegbert Bruss, Chefredakteur der SbZ, ein vielseitiges Programm vorbereitet. Daneben blieb aber noch genug Zeit für gegenseitiges Kennenlernen und das Erkunden einiger Sehenswürdigkeiten Münchens.

Schon für den ersten Abend stand, nach der Vorstellungsrunde, ein Vortrag auf dem Programm: Der Internetreferent des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, Robert Sonnleitner, informierte die rund 30 SeminarteilnehmerInnen über „Crossmediale Distribution von Verbandsnachrichten – Nachrichtenverbreitung 2.0“. Er besprach den Online-Auftritt der Siebenbürgischen Zeitung und präsentierte die Weite der Social Media-Landschaft und die neuen Aufgaben, die diese mitbringt. Dabei beschritt er Pfade abseits von Facebook und Twitter, die selbst den jüngsten TeilnehmerInnen noch neu waren. Es sei wichtig, die neuen Kommunikationskanäle gezielt zu nutzen. So könne man eine größere Öffentlichkeit für siebenbürgisch-sächsische Themen erhalten und vor allem auch jüngere Zielgruppen erreichen.

SbZ-Korrespondentin Christine Chiriac beim ...
SbZ-Korrespondentin Christine Chiriac beim Presseseminar in München. Foto: Siegbert Bruss
Der praktische Teil des Seminars am nächsten Tag sollte in authentischem Umfeld – in der Redaktion der SbZ – stattfinden. Auf dem Weg dorthin übernahm Hans-Werner Schuster die Rolle des Reiseführers und begleitete die TeilnehmerInnen durch das vorweihnachtlich geschmückte München, vorbei an Rathaus, Residenztheater und Co.

Nach einer Führung durch die Räumlichkeiten des Verbandes definierte Siegbert Bruss zunächst die journalistische Gattung der Meldung/Nachricht und gab Ratschläge zur praktischen Umsetzung. Kurz gefasst: Eine Meldung sollte die W-Fragen beantworten (Was, Wer, Wann, Wo, Wie, Warum, Woher?), sollte ein aktuelles Geschehen/Thema möglichst objektiv behandeln und schließlich auch kurz und verständlich sein. Anschließend waren die Mitarbeiter aufgefordert, selbst eine kurze Meldung über eine Veranstaltung zu verfassen. Der zweite Teil der Übung bestand darin, einmal selbst in die Rolle eines Redakteurs zu schlüpfen und eine der alltäglichen Arbeiten auszuprobieren: das Redigieren.

Danach fand ein reger Austausch über die Info­blätter und andere Kommunikationsmittel der verschiedenen Kreisgruppen statt sowie über die Öffentlichkeitsarbeit außerhalb siebenbürgisch-sächsischer Medien. Im Zuge dessen wurde auch der Wunsch geäußert, zum nächsten Pressereferentenseminar eine/n Vertreter/in der Lokalpresse einzuladen, um in Zukunft auch in ­diesem Bereich eine professionelle Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Als nächste an der Reihe war Christine Chiriac, Auslandskorrespondentin der Siebenbürgischen Zeitung, die eigens für ihr Referat „Korrespondent in Siebenbürgen – Deutsche Presse in Rumänien“ aus Kronstadt angereist war. Sie freute sich, bei dieser Gelegenheit die Redaktion in München und einige der vielen Gesichter hinter der SbZ persönlich kennenzulernen, und berichtete über ihre Aufgaben als Korrespondentin, aber auch ihre Ziele: So will sie Klischees, die in einigen Medien über Rumänien kursieren, mit einem vielfältigen Bild des Landes entgegentreten. Die TeilnehmerInnen des Seminars zeigten sich begeistert von ihrer bisherigen Berichterstattung und sparten auch nicht mit Ideen, über was Chiriac in Zukunft berichten könnte. Gerne entgegengenommen werden auch Wünsche und Anregungen von LeserInnen. Im zweiten Teil des Referats bot Chiriac einen Überblick über die deutsche Presse in Rumänien.

Am dritten und letzten Tag gab Christian Schoger, Redakteur der Siebenbürgischen Zeitung, schließlich konstruktives Feedback zu den Übungen vom Vortag, in dem er Lob aussprach, aber auch auf einige häufige Fehler aufmerksam machte.

Meike Kolck-Thudt, die in diesem Jahr ein Praktikum bei der SbZ absolviert hatte, beschloss den Reigen der Referate mit „Nutzung der Siebenbürgischen Zeitung durch AuswandererInnen der zweiten und dritten Generation“ – Thema ihrer vor kurzem abgeschlossenen Bachelorarbeit. Sie habe durch das Praktikum bei der SbZ einen anderen Blick auf Siebenbürgen werfen können und sei so auch auf das Thema ihrer Abschlussarbeit gekommen, so Kolck-Thudt. Auf der Grundlage von 100 Fragebögen hat sie ausgewertet, wie die zweite und dritte Generation der ausgewanderten Siebenbürger – nach ihrer Definition alle, die nicht mehr in Siebenbürgen zur Schule gegangen sind – die SbZ bewertet, nutzt, was sie sich wünscht. Unter anderem stellte sich heraus, dass die Befragten mehr Alltagsgeschichten und Anekdoten aus dem Siebenbürgen vor 1989 lesen möchten, dazu Historisches, Reiseberichte, Rezepte und aktuelle Meldungen aus Rumänien und Siebenbürgen – über dieses Ergebnis freute sich Korrespondentin Christine Chiriac. Kolck-Thudts Vortrag löste lebhafte Diskussionen unter den Teilnehmern aus, die nahtlos in die Abschlussrunde übergingen, in der alle noch einmal zu Wort kamen und ihre Eindrücke, Wünsche und Anregungen anbringen konnten.

In seinem Schlussplädoyer zeigte sich Bruss erfreut über das gelungene Seminar und bedankte sich bei allen TeilnehmerInnen für die Mitgestaltung des „Gemeinschaftswerkes“ Siebenbürgische Zeitung.

Meike Kolck-Thudt, Doris Roth

Schlagwörter: Pressereferenten, Seminar, München

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Neueste Kommentare

  • 14.12.2011, 02:57 Uhr von WillyS: ;-)) Es sind mir Wörter und Formulierungen mit Innenmajuskel aufgefallen: MitarbeiterInnen, ... [weiter]

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