3. Juli 2013

„Schriftsteller versus Übersetzer“

Von der Kunst literarischer Übersetzungen über die akkurate Deutung der Sprache in Securitate-Akten bis zu den Schwierigkeiten beim Übersetzen von Filmen aus dem Rumänischen ins Deutsche – das Themenspektrum war breit bei der Fachtagung „Begegnungen im deutsch-rumänischen Kulturfeld, Schriftsteller versus Übersetzer“ am 24. und 25. Mai in Hermannstadt. Zahlreiche namhafte Germanisten, Autoren und Publizisten kamen zusammen. Organisiert wurde die Tagung vom Germanistiklehrstuhl der Hermannstädter Lucian-Blaga-Universität (ULBS) und dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS).
Die „Anmerkungen zur Theorie und Geschichte der literarischen Übersetzungen“ von Prof. em. Dr. Jürgen Lehmann markierten den Auftakt der Tagung. Eine ganze Reihe der Referenten stellte ihre Erfahrungen beim Übersetzen einzelner Schriftsteller vor. Prof. Horst Schuller, früherer Kulturredakteur der Karpatenrundschau sowie Dozent am Germanistiklehrstuhl der ULBS sprach über den „Übersetzer Paul Celan und seine Rumänien-Dimension“. Ernest Wichner, Leiter des Literaturhauses Berlin, informierte über die Übersetzung des Werkes von Alexandru Vona, der Übersetzer und Literaturkritiker Gerhardt Csejka fokussierte auf Ion Luca Caragiale.
Peter Motzan und William Totok (Mitte) ...
Peter Motzan und William Totok (Mitte) diskutierten mit den Tagungsteilnehmern. Foto: Hannelore Baier
Ergänzt wurde dieser Themenbereich von den Hermannstädter Dozentinnen Dr. Maria Sass (Ştefan Octavian Iosif), Dr. Maria Trappen (Leben und Werk des Schriftstellers und Übersetzers Franz Hodjak) und Dr. Nora Căpăţâna (über den Lyriker und Dichter George Topârceanu), Lăcrămioara Popa (Leben und Werk des Banater Schriftstellers Hans Diplich), Dr. Doris Sava (Stefan M. Gabrian) sowie Dr. Cosmin Dragoste von der Universität Craiova (Lyrik von Lucian Blaga in der deutschen Übersetzung von Wolf v. Aichelburg und Ruth Herrfurth). Die Zeit des Kommunismus in Rumänien stand im Mittelpunkt weiterer Vorträge. Dr. Peter Motzan erinnerte an die „Verordnete Weggenossenschaft: Eine Schule des Übersetzens, zur Präsenz rumänischer Gegenwartsliteratur in der Zeitschrift ,Neue Literatur‘“. William Totok, Gründungsmitglied der „Aktionsgruppe Banat“, sprach über seine Erfahrungen beim Studium von Securitate-Akten und den Fallstricken beim Übersetzen dieser Dokumente. „Neue Erkenntnisse zur Biografie und Werk von Harald Krasser“ auf Grundlage des Studiums von eben solchen Securitate-Akten stellte Dr. Stefan Sienerth, Direktor des IKGS, vor.

Abgerundet wurde das Tagungsprogramm mit Beiträgen des Filmemachers Günther Czernetzky, der seinen Film „Die gute alte Zeit“ vorstellte, sowie der Präsentation des Forschungsprojektes „Das Jahr 1556 – die ersten deutschen Texte der Sitzungsprotokolle des Hermannstädter Magistrats und ihre Übersetzung ins Rumänische“ von Dr. Ioana Constantin und Dr. Carmen Popa. Neben den Vorträgen gab es Lesungen von Joachim Wittstock und Nora Iuga.

HW

Schlagwörter: Tagung, Hermannstadt, Germanistik, Literatur, IKGS

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