17. September 2013

Ausstellung zum sächsischen Erbe in Hermannstadt eröffnet

Das „Emil-Sigerus“-Museum für Sächsische Volkskunde hat am 6. September eine Sonderausstellung mit der Überschrift „Kurator und Fotograf über das Erbe der Sachsen“ eröffnet.
Gezeigt werden museumseigene historische Gegenstände, die das sächsische Leben in Siebenbürgen dokumentieren, sowie Lichtbilder des Mediascher Fotografen Ladislau Dudas und Zitate aus Interviews, die von Ethnologen mit einheimischen Siebenbürger Sachsen im Laufe der Zeit geführt worden sind. Ausstellungskuratorin ist Camelia Ştefan, die Leiterin des Hermannstädter Museums, während die technische Betreuung durch die Abteilung für Restaurierung und Konservierung des Nationalmuseums „ASTRA“ erfolgte, dem das Sigerus-Museum angegliedert ist.

Leitgedanke der Schau ist die Frage nach der Zukunft des siebenbürgisch-sächsischen Kulturerbes. „Das lebendige Bild des ehemaligen Dorfes, mit den eindrucksvollen Kirchenburgen, die Sachsen, die das kirchliche Erbgut hüten und pflegen“, stehen laut Ausstellungsbroschüre im Mittelpunkt. Außerdem geht es um die Pflege von Volkstracht, traditionellem Schmuck und Möbelstücken innerhalb der Familien sowie um den sächsischen „Organisationssinn“ und seine wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen, etwa im Rahmen der Nachbarschaften.

Plakat zur Sonderausstellung. ...
Plakat zur Sonderausstellung.
„Mit dieser Ausstellung wollen wir dem Erbe der Siebenbürger Sachsen nachspüren, aus einer anderen Sicht – jene des Kurators und des Fotografen“, heißt es in der Broschüre. „Wir stellen uns die berechtigte Frage: Was wird mit diesem kulturellen Erbe geschehen? Wie wird es in ein paar Jahren aussehen?“ Selbst wenn es an einigen Orten verschwinden sollte, sei es die Hauptaufgabe des Museums, „die Geschichte lebendig zu erhalten und sie an die nächste Generation weiterzugeben.“ Die Ausstellung kann bis zum 3. Dezember täglich außer montags im „Hermes“-Haus am Kleinen Ring Nr. 11 besichtigt werden.

Das „Emil-Sigerus“-Museum wurde bereits vor 16 Jahren gegründet. Laut Selbstbeschreibung setzt es sich zum Ziel, „den Beitrag der Siebenbürger Sachsen zur Entstehung und Bereicherung der Kultur Rumäniens in ihrer über 800-jährigen Siedlungsgeschichte im siebenbürgischen Raum“ zu dokumentieren und somit eine Lücke zu füllen – denn lange Zeit habe eine entsprechende Würdigung der sächsischen Kultur in der rumänischen Museenlandschaft gefehlt. Der Namensgeber der kleinen Einrichtung war Emil Sigerus (1854-1947), siebenbürgisch-sächsischer Volkskundler, Kunstsammler und Stadthistoriker von Hermannstadt, dessen Sammlung die Grundlage für den Bestand des Museums lieferte. Die Kollektion konzentriert sich heute auf drei Themenbereiche: bemalte Möbel, Keramik sowie Volkstracht, Textilien und Stickereien. Sie zählt etwa 9 000 Stücke, die u.a. aus den Sammlungen von Julius Bielz, Wilhelm und Gisela Rosa Richter, Carl Engber und Erwin Ulbrich stammen. Informationen sind im Internet unter www.sigerus.muzeulastra.ro erhältlich.

Christine Chiriac

Schlagwörter: Hermannstadt, Ausstellung, Siebenbürger Sachsen, Geschichte

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