25. April 2015

Hochzeiten im Zwischenkokelgebiet

Die Zwischenkokeltaler laden herzlich zur Hochzeit ein! Die Brauchtumsveranstaltung des Heimattages findet am Samstag, dem 23. Mai, um 16.00 Uhr, in der Großen Schranne in Dinkelsbühl statt. Im Rahmen der Brauchtumsveranstaltung zeigen wir auf, wie sich früher traditionelle Hochzeiten abgespielt haben. Wir werden dabei einige Trachten aus der Region zeigen, vor allem werden wir mehrere Brautpaare vorstellen, in den kostbaren Hochzeitstrachten ihrer Herkunftsgemeinden.
„Läiw Jest, da Hochzetäuider leaßen bidden, dot ihr uch dil nead un der Hochzet fun ärien Känden.“ Das sagt der Einlader aus Zuckmantel, wenn er zur Hochzeit einlädt. Ihr, als unsere Hochzeitsgäste, würdet antworten: „Mer bedonken es am de Älodeng, won Jott der Herr es jasängd arhait, sen mer beriet, ich de Ier ze arweisen.“

Wir sind stolz darauf, dass sich in unserer alten Heimat im Zwischenkokelgebiet viele schöne alte Sitten, Bräuche und auch die Trachtenvielfalt bis in unsere Zeit erhalten haben. Als Kokeltal ist diese Region vielleicht besser bekannt, eine liebliche Landschaft mit sanften Hügeln voller Weinberge, entlang der Kleinen und Großen Kokel. Das Gebiet war für den Weinbau bekannt, und der gute Wein war ein Garant für zünftige Feste und gelungene Hochzeitsfeiern.

Die Hochzeiten verliefen in den Gemeinden des Zwischenkokelgebiets nach ähnlichen Traditionen, und doch gab es ortsspezifische Besonderheiten. Jede in Dinkelsbühl vertretene Gemeinde hat etwas beigetragen und wird jeweils eine Szene der Hochzeitsfeier vorstellen, so wie sie sich im eigenen Ort abgespielt hat.
Zwischenkokeltaler beim Vorbereitungstreffen am ...
Zwischenkokeltaler beim Vorbereitungstreffen am 21. Februar in München. Foto: Hans Morgen
Zum Beispiel die Verlobung in Nadesch, der Einlader aus Zuckmantel, das „Aroushieschen“, d.h. das Herausverlangen der Braut in Zendersch, Bidderkinder aus Schönau, Dank und Aufnahme des Brautpaares in die Familie, so wie dies in Maldorf/Hohndorf üblich war. Rode zeigt uns den Empfang des Brautpaares durch die älteste Köchin auf dem Hochzeitshaus, Bulkesch bietet Bidder und Nachgänger auf. Die Schönauer Braut bedankt sich beim Gabentisch, und zu später Stunde wird der Baaßener Braut der Brautkranz abgenommen und zum Windeltanz gebeten. Der Zuckmanteler Einlader beendet irgendwann auch diese Hochzeit, und die Bulkescher Jugendlichen haben sich noch einen ganz besonderen Streich ausgedacht … Der Zenderscher Chor wird uns die wohlbekannten Lieder in Erinnerung rufen, die fester Bestandteil unserer traditionellen Hochzeiten waren. Früher fanden alle Hochzeiten am Sonntag statt, da der Samstag ein gewöhnlicher Arbeitstag war. Die Hochzeitsvorbereitungen dauerten fast eine ganze Woche. Verwandte, Freunde und Nachbarn halfen mit und ermöglichten dem jungen Paar ein gelungenes Hochzeitsfest. Der Hochzeitsvater war für den guten Wein zuständig, die Mutter unter anderem dafür, dass sich genug Helferinnen für die vielen Aufgaben einfanden. Man half sich gegenseitig, denn jede Hochzeit war eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Feierlichkeiten wurden vom Wortmann geleitet und unterlagen einer Reihe von Ritualen, die zum Teil von Ort zu Ort verschieden waren. Wisst ihr noch, was der Freimann sagte? Erinnert Ihr euch daran, welche Aufgabe die Bidderkinder hatten? Oder was sich z.B. am „Gongfräendeuch“ abspielte? Wir erinnern gerne daran und freuen uns auf einen festlichen und nostalgischen Nachmittag mit euch.

Bitte folgt unserer Einladung und lasst uns unser altes Brauchtum, speziell unsere Hochzeitstraditionen von damals zusammen neu entdecken! Wir freuen uns, euch zu dieser besonderen Brauchtumsveranstaltung begrüßen zu dürfen.

Hedi Fleischer (Seiden), Adelheid Roth (Rode)

Schlagwörter: Zwischenkokelgebiet, Brauchtum, Heimattag 2015

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