2. März 2016

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Birgit Kelle für couragierte Publizistik ausgezeichnet

Die siebenbürgische Publizistin und Buchautorin Birgit Kelle, geborene Götsch, wurde am 18. Februar in Köln mit dem Dr. Jörg Mutschler-Preis ausgezeichnet. Der mit 5 000 Euro dotierte Preis für couragierte Publizistik wurde zum zweiten Mal vergeben. FOCUS-Herausgeber Helmut Markwort, der die Veranstaltung moderierte, äußerte sein Bedauern darüber, dass es in der Medienwelt einen stark dominierenden Linkstrend gebe. Allerdings verwahrte er sich gegen Ausdrücke wie „Lügenpresse“. Es sei schlicht so, dass es bei Journalisten offensichtlich einen starken Anpassungsdrang an einen linken Mainstream gebe.
Der Stifter des Preises, Dr. Jörg Mutschler, eröffnete seine Ansprache mit einem Zitat von Carl von Ossietzky, der gesagt hat, wer auf den Schmutz hinweise, gelte in Deutschland als gefährlicher, als der, der ihn gemacht habe. Dies sei seine Motivation gewesen, einen Preis für couragierten Publizismus zu stiften.

Die Laudatio hielt Dr. Hugo Müller-Vogg. Der frühere Herausgeber der FAZ ist heute als freier Journalist und Publizist tätig. Die Preisträgerin sei ja nicht nur durch ihre Bücher bekannt geworden, ihre Mitwirkung in vielen Talkshows habe sie einem breiten Publikum bekannt gemacht. Allein durch ihre starke Präsenz stelle sie oft genug die Argumente der Gegner in der Diskussion kalt. Dieser Preis für Birgit Kelle, so Müller-Vogg, mache Bürgern Mut, sich gegen den Mainstream zu stellen. Er habe Frau Kelle erst kürzlich in Berlin erlebt, wie sie CDU-Abgeordneten erklärt habe, inwieweit sie selber an Gesetzgebungen mitgewirkt hätten, die zum Teil unsinnige Genderperspektiven in Rechtsnormen gegossen hätten. Mit Erschrecken müsse man zur Kenntnis nehmen, was passiere, wenn jemand den „Genderwahnsinn“ kritisiere. Preisverleihung in Köln, von links: Dr. Hugo ...Preisverleihung in Köln, von links: Dr. Hugo Müller-Vogg, Birgit Kelle, Dr. Jörg Mutschler und Helmut Markwort. Foto: Peter Winnemöller Die Preisträgerin stehe für einen Feminismus, der Männer auch noch Männer sein lasse und Frauen wirklich stärke. Männer und Frauen sollten sich frei entscheiden können, wie sie ihr Leben gestalteten. Mütter sollten die Wahl haben, ob sie bei ihren Kindern bleiben wollen und dadurch keine Nachteile haben. Gleichberechtigung sei eben keine Gleichmacherei. Eine solche Haltung der Ehefrau und vierfachen Mutter passe natürlich den unverheirateten „Superfeministinnen“ nicht in den Kram. Die wüssten ja schließlich viel besser, was für Kinder gut und richtig sei. Auch den diversen Quotenregelungen erteile die mutige Publizistin eine allzu deutliche Absage. Frauen sollten wegen ihrer Fähigkeiten und Leistungen alle denkbaren Positionen erreichen können und nicht als Quotenfrau. Diesen Makel müsse eine qualifizierte Frau ja nun wirklich nicht mit sich herumtragen. Man sehe ja an Frau Kelle, was auch eine verheiratete Frau mit vier Kindern auch ohne Quote erreichen könne.

Nach der Laudatio und der Preisverleihung durch den Stifter bedankte sich Birgit Kelle für den Preis. Gegen den Strom zu schwimmen, mache ihr wirklich Spaß. Immerhin wisse sie nur zu gut, wie sie blitzschnell bei ihren Gegnerinnen Schnappatmung auslösen könne. Diese seien so festgefahren in ihrem Denken. Andererseits erfahre sie von vielen Frauen ermutigenden Zuspruch. „Sie sprechen mir aus der Seele!“, höre sie sehr oft von Frauen nach ihren Vorträgen. Man müsse mehr Mut haben, seine eigene Meinung auch gegen den Mainstream zu äußern, denn wenn man weniger ängstlich sei, bekomme man erstaunlich viel Zustimmung. Ein besonderer Dank galt ihrer Familie, die sie immer sehr unterstütze.

Man darf auf künftige Werke der Autorin Birgit Kelle gespannt sein, die durch diesen Preis nicht nur Anerkennung, sondern auch Ansporn für ihr Engagement erhalten hat.

Peter Winnemöller

(Artikel gekürzt aus katholon.de)

Schlagwörter: Kelle, Journalismus, Auszeichnung

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