14. Mai 2020

Maisingen und Maiblasen als gelungene Aktion des Verbandes

Eine sehr gelungene Mitmachaktion führte der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland am 1. Mai durch. Jede und jeder, der mitmachen wollte, war aufgerufen am Maifeiertag um 11 Uhr bei sich im Wohnzimmer, bei offenem Fenster, im Garten oder auf dem Balkon „Der Mai ist gekommen“ zu singen oder auf einem Instrument zu spielen. Wer Lust hatte, konnte dann auch noch mit „Alle Vögel sind schon da“ und „Det Frähjohr kitt än de Wegden“ weitermusizieren.
Der Mai ist gekommen: Maisingen und Maiblasen ...
Der Mai ist gekommen: Maisingen und Maiblasen 2020. Die Beiträge hat Günther Melzer zu einem sehens- und hörenswerten Video zusammengefasst.
Das Maiblasen hat bei den Siebenbürger Sachsen eine lange Tradition. Im Heimatbuch „Wurmloch im Weinland“ schreibt Roland Hönig darüber: „Schon ganz früh am Morgen versammelten sich die Adjuvanten und der ,Mai ist gekommen‘ erklang im ganzen Ort von den höher gelegenen Plätzen. Dann stiegen sie ins Dorf herab und spielten noch an verschiedenen Stellen, etwa vor dem Haus des Herrn Pfarrer, des Herrn Rektor, des Bürgermeisters oder anderer Amtsinhaber und Würdenträger. Überall wurden sie mit frischem Brot oder anderem Gebäck und einem Gläschen Schnaps oder Wein bewirtet, zum Aufwärmen sozusagen, denn es konnte so früh am Morgen draußen noch recht frisch sein.“

Diese Tradition wird von siebenbürgisch-sächsischen Blaskapellen in Deutschland weitergeführt. In Drabenderhöhe, Herten oder Setterich beispielsweise fahren oder gehen die dortigen Blaskapellen seit vielen Jahrzehnten durch die dortigen Siedlungen und bringen ein Ständchen dar. In Siebenbürgen findet seit einigen Jahren auf der Michelsberger Burg ein gemeinsames Maisingen statt.

In diesem Jahr jedoch ist alles anders. Das Coronavirus hat dem Tanz in den Mai sowie dem Maiblasen und -singen einen großen Strich durch die Rechnung gemacht. Siebenbürger Sachsen aber sind nun mal erfinderisch und haben den 1. Mai würdig musikalisch empfangen. Jeder für sich und doch alle zusammen. Dazu hatte der Verband der Siebenbürger Sachsen kurz vor dem 1. Mai über die sozialen Medien und über die Kreisgruppen aufgerufen. Das Ergebnis der eingesandten musikalischen Beiträge hat Günther Melzer technisch aufbereitet. Das Video ist auf dem YouTube-Kanal von Siebenbuerger.de zu finden: https://www.youtube.com/watch?v=wXLTvMrcT6Q.

Viele andere haben zur gleichen Uhrzeit zuhause allein oder mit der Familie gesungen oder auch nur gesummt, vielleicht auch nur an den schönen Maianfang gedacht. Jeder nach seinem musikalischen Geschmack.
Maisingen in Zeiten der Corona im ...
Maisingen in Zeiten der Corona im Siebenbürgerheim Rimsting am Chiemsee. Foto: Werner Philippi
An der Aktion beteiligte sich auch das Siebenbürgerheim Rimsting. Das dortige Vorstandsmitglied Gerlinde Schuller schrieb dazu: „Da haben zehn Bewohner unter der Leitung von Frau Krista Zoltner um 11 Uhr die drei vorgeschlagenen Lieder (und noch andere) gesungen. Diesen Brauch wollen wir auch im nächsten Jahr im Heim fortsetzen. Gleichzeitig wurde auch ein kleiner Maibaum im Garten des Heimes aufgestellt.“ In Siebenbürgen hatte die Kirchengemeinde Michelsberg zum traditionellen Maisingen über die Internetplattform Zoom aufgerufen und einfach ins Netz verlegt.

Die Aktion des Verbandes ist allgemein gut angekommen und angenommen worden. Ein herzlicher Dank geht an Bundesvorstandsmitglied Karin Roth als Ideengeberin, an Bundeskulturreferentin Dagmar Seck, die sich des Aufrufs angenommen hatte, an Webmaster Günther Melzer, der den Hauptpart in der Erstellung des Videos getragen hat, sowie an Chorleiterin Angelika Meltzer, die die Noten für „Det Frähjohr kitt än de Wegden“ zur Verfügung gestellt hat, und an Ingrid Hausl, die die Noten für „Der Mai ist gekommen“ neu gesetzt hat. Ein großes Dankeschön auch an alle Mitwirkenden, die gesungen, musiziert oder gefilmt haben. Es war trotz Krisenzeit ein schöner 1. Mai.

Rainer Lehni

Schlagwörter: Maisingen, Siebenbuerger.de, Rainer Lehni, Rimsting

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