18. November 2020

„Werden Sie auch ein Pferd haben?“ Dagmar Dusil las in Heilbronn

Auf Einladung der Stadtbibliothek Heilbronn und der Kreisgruppe Heilbronn des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. las Dagmar Dusil am 21. Oktober in der Stadtbibliothek im Heilbronner K3 aus ihrem Buch „Auf leisen Sohlen. Annäherungen an Katzendorf“. Das gute Hygienekonzept des Veranstalters und die Disziplin bei der Einhaltung der Hygienemaßnahmen haben diese Veranstaltung ermöglicht, die vom Heilbronner Publikum gut angenommen wurde.
Dagmar Dusil las in der Heilbronner ...
Dagmar Dusil las in der Heilbronner Stadtbibliothek aus ihrem Buch „Auf leisen Sohlen. Annäherungen an Katzendorf“. Foto: Jürgen Binder
Die Fragen und Bedenken im Vorfeld waren vielfältig und reichten von der Frage nach dem Sinn dieses Unterfangens über die Art der Haustiere bis hin zu dem gut gemeinten Hinweis, dass es nur ein Plumpsklo gebe. Aber Dagmar Dusil nahm die Herausforderung an und begann im Oktober 2017 ihre Tätigkeit als fünfte Dorfschreiberin in Katzendorf. Der bekannte Dichter und Filmemacher Frieder Schuller hat diesen Preis ausgelobt, der darin besteht, dass der jeweilige Dorfschreiber oder die jeweilige Dorfschreiberin ein Jahr lang in der Dichterklause im Katzendorfer Pfarrhof freie Kost und Logis erhält.

Dagmar Dusil hat die Hälfte dieses Jahres in Katzendorf in Siebenbürgen verbracht. Sie hat beobachtet und aufgeschrieben, was sie gesehen hat, hat mit den unterschiedlichsten Leuten gesprochen und sie durfte sogar einen Blick in die streng gehütete Dorfbibliothek werfen. Das Ergebnis ihrer Beobachtungen sind 66 Momentaufnahmen, anhand derer sich die Autorin Katzendorf und ihren Einwohnern nähert.

In Heilbronn las sie Kurzgeschichten über Rebi, die Sammlerin, über Leo, den Hund, und über Maria, das Roma-Kind. Sie erzählte vom Einkochen von Brombeermarmelade und wie sie die „Ziganie“ besucht hat. Und vor allem konnte man merken, dass Dagmar Dusil Freude am Vorlesen hat. Online-Lesungen oder digitale Veranstaltungen seien schön und gut, aber vor realem Publikum macht es eben viel mehr Spaß. Und auch die Heilbronner Zuhörerschaft war sichtlich angetan, nach so langer Corona-bedingter Pause wieder eine Veranstaltung der Kreisgruppe Heilbronn besuchen zu können. Weitere Kurzgeschichten handeln vom Bahnhof in Katzendorf, der Sommerhochzeit oder der Hamrudnerin Anna Simonis. Aber warum kommt Hamruden in einem Buch über Katzendorf vor? Ja, weil Hamruden nur einen Katzensprung von Katzendorf entfernt ist.

Und nein, ein Pferd hatte sie in dieser Zeit nicht.

Jürgen Binder

Schlagwörter: Heilbronn, Lesung, Dagmar Dusil, Katzendorf

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