12. Juni 2022

Sudetendeutscher Karlspreis für Klaus Johannis

Am 72. Heimattag der Sudetendeutschen, der am Pfingstwochenende im oberfränkischen Hof unter dem Motto „Dialog überwindet Grenzen“ stattfand, erhielt der rumänische Staatspräsident Klaus Johannis den Europäischen Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft für 2020 und der ukrainische Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj den für 2022. Während Johannis die Auszeichnung – coronabedingt erst jetzt – persönlich vom Bundesvorsitzenden und Sprecher der Landsmannschaft und langjährigen Abgeordneten im EU-Parlament Bernd Posselt sowie dem Stellvertretenden Bundes- und Bayerischen Landesvorsitzenden Steffen Hörtler entgegennahm, konnte der Preis Selenskyj verständlicherweise nicht überreicht werden. Stellvertretend für ihn und das gesamte ukrainische Volk nahm die seit dem 21. März dieses Jahres in Bad Kissingen lebende Lehrerin Olga Kovalchuk die Ehrung entgegen.
Der Sudetendeutsche Karlspreis ist nach dem römisch-deutschen Kaiser und böhmischen König Karl IV. (1316-1378) aus dem Hause Luxemburg benannt, der in Prag residierte. Sein Sohn Kaiser Sigismund, zugleich auch ungarischer König, bereiste Siebenbürgen und wurde in Großwardein begraben. Karl IV. ist einer der bedeutendsten mittelalterlichen Herrscher und Gründer der Universität Prag (1348), der ersten Bildungseinrichtung dieser Art nördlich der Alpen. Der Sudetendeutsche Karlspreis wurde seit 1958 an über 60 Persönlichkeiten vergeben, an deutsche und internationale Politiker, Juristen, Historiker, Kirchenführer.
Rumäniens Staatspräsident Klaus Johannis nahm ...
Rumäniens Staatspräsident Klaus Johannis nahm beim Heimattag der Sudetendeutschen in Hof den Europäischen Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft für 2020 entgegen.
Der Siebenbürger Sachse Klaus Johannis hat fast zeitgleich mit dem Sudetendeutschen Karlspreis den nach Karl dem Großen benannten Europäischen Karlspreis der Stadt Aachen erhalten. Dieser wurde, ebenfalls verspätet, in einem Festakt am 2. Oktober 2021 überreicht. Die Namen der Aachener Preisträger lesen sich wie ein Who is who der europäischen Politik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und der ersten zwei Dezennien unseres 21. Jahrhunderts. Die Preisträgerliste des Sudetendeutschen Karlspreises ist ebenfalls mit prominenten Namen gespickt: der Kaisersohn und EU-Parlamentarier Otto von Habsburg, der österreichische Kanzler Wolfgang Schüssel, der slowakische Präsident Rudolf Schuster, der Wiener Kardinal Christoph Schönborn und sechzig weitere Persönlichkeiten. Beide Karlspreise erhielten bislang lediglich Richard Nikolaus Graf von Codenhove-Kalergi, der Begründer der Paneuropa-Bewegung, der belgische Regierungschef und spätere EU-Parlamentsabgeordnete Leo Tindemans und der deutsche Bundespräsident Karl Carstens. Die Persönlichkeiten, die den Aachener oder den Sudetendeutschen Karlspreis erhalten haben, gehören in den Olymp verdienter Persönlichkeiten um die europäische Einigung und Vertiefung.

Rumänien gilt als europafreundlich und hat Erfolge in der Modernisierung des Landes vorzuweisen. Johannis ist es wichtig, in Rumänien funktionierende Institutionen zu schaffen, die Klientelwirtschaft und Korruption zurückzudrängen, gute Regierungsführung zu zeigen. International genießt Johannis hohes Ansehen. Der EU-Beitritt hat die Lebensverhältnisse in Rumänien erheblich verbessert. Vor allem ist Rumänien ein zuverlässiger Partner auch der NATO, ein Frontstaat zu Russland, wenn man das gemeinsame Schwarze Meer als Grenze betrachtet. In Rumänien sind NATO-Truppen stationiert und sichern die Ostgrenze des Bündnisses. Rumänien hat eine mehr als 500 km lange Grenze zur Ukraine und das gemeinsame europäische Interesse, dass diese den Krieg nicht verliert. Das Land hat ebenfalls viele ukrainische Flüchtlinge aufgenommen. Johannis wurde besonders dafür gewürdigt, dass man ganz allein oder als Angehöriger einer kleinen Gruppe Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen kann und soll und es zu gemeinem Nutzen gestalten kann.

G.B.

Schlagwörter: Klaus Johannis, Präsident, Rumänien, Karlspreis, Sudetendeutsche

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