4. Dezember 2025
Jubiläums- und Benefizkonzert mit Gerhard Zank und seinem Münchner Klaviertrio
Ein unvergessliches Ereignis: das international gerühmte Münchner Klaviertrio im Münchner Künstlerhaus, diesem einzigartigen Jugendstil-Kultbau der Stadt. Der Lions-Club München-Marienplatz feierte am 8. November dieses Jahres sein 40-jähriges Bestehen. Die Laudatio zum Jubiläum des Clubs hielt Daniela Philippi, Regierungssprecherin a.D. Im Zentrum des Festakts: das Benefizkonzert des Münchner Klaviertrios, bestehend aus Donald Sulzen (Klavier), Michael Arlt (Violine) und dem aus Hermannstadt stammenden Gerhard Zank (Violoncello), an jenem Abend bei zwei Stücken erweitert durch Tilo Widenmeyer (Viola).

Noch vor der Pause folgte Franz Schuberts mit hoher Empfindung gespieltes Adagio e Rondo concertante, ein Klavierquartett, das er als Neunzehnjähriger schrieb. „Wohlklang im besten Sinne“ – so kann man das einsätzige Werk überschreiben. Schuberts Bruder Ferdinand, der die Noten im Nachlass fand, bezeichnete es als „Konzert“. Noch treffender wäre wohl „Klavierkonzert“, denn es dominiert, von wenigen Passagen abgesehen, das Klavier, die Streicher fungieren als Begleitung. Das Trio erreicht hier die tiefsten Schichten musikalischer Entdeckungsreise.
Kontrastreich der zweite Teil des Abends. Er begann mit Johannes Brahms, Klaviertrio op. 8, H-Dur, und zwar in der stark veränderten Fassung von 1891. Die erste stammte von 1854, war also Jahrzehnte nicht angerührt worden. Selbstkritisch, wie Brahms war, beseitigte er manch wildschießenden Trieb romantischen Überschwangs, straffte die Form und verdichtete die thematische Arbeit.

Als Zugabe der Trost für uns Menschen: Robert Schumann, Klavierquartett op. 47, Es- Dur, Andante cantabile. Welch ein ergreifend schönes Thema! Noch einmal verklärte das Münchner Klaviertrio das Publikum, ja, es kam einer Verzauberung gleich. Atemlose Stille im Saal. Beethovens Satz von der göttlichen Offenbarung durch Musik kam einem wieder in den Sinn. Das Transzendente berührt, verwandelt uns, wenn Klänge so vollkommen präsentiert werden. Und es ist genau diese Verwandlung, warum man jenen Abend eine Sternstunde der Musik nennen kann.
Prof. Dr. Klaus Michael Groll, München
Schlagwörter: Musik, Konzert, Klaviertrio, München, Zank
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