Siebenbürgische Kantorei zu Chorrüstzeit in Bad Herrenalb
Alle Jahre wieder trifft sich die Siebenbürgische Kantorei im Haus der Kirche in Bad Herrenalb, um vom 2. bis 6. Januar unter Anleitung von Kirchenmusikerin Andrea Kulin verschiedene Werke für den Epiphanias-Gottesdienst am 6. Januar in Karlsruhe einzustudieren.
Am 2. Januar trafen wir uns in unserem Tagungshaus und waren voller Wiedersehensfreude und Erwartung hinsichtlich der nächsten gemeinsamen Tage. Auf unserem Probenplan stand das Requiem aeternam aus den „Hexenszenen“, das wir an Pfingsten beim Heimattag in Dinkelsbühl aufführen werden, ein Stück für Soli, Chor und Orchester, komponiert von Prof. Heinz Acker. Aber auch Lieder von Engeln gab es in unserem Repertoire.
Siebenbürgische Kantorei probt in Bad Herrenalb. Foto: Georg Hutter
Andrea Kulin hat sich viel Mühe gegeben, um ein interessantes und abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen: altböhmische Weihnachtslieder, ein Weihnachtslied aus Argentinien, rumänische Colinde und ein Bach-Choral. Und dann noch die Vertonung der Jahreslosung 2026 „Und ich sah einen neuen Himmel“ und das Lied „Zum Neuen Jahr“ von Prof. Heinz Acker rundeten unser Repertoire ab. Beide Werke wurden von unserer Nachwuchsdirigentin Maria Braun, die an der Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl studiert, mit dem Chor einstudiert und von ihr im Gottesdienst in Karlsruhe dirigiert. Ihre besondere Art, den Chor zu motivieren, konnte helfen, die Sänger zu inspirieren und zu Höchstleistungen zu bringen.
Maria Braun dirigiert die Siebenbürgische Kantorei. Foto: Georg Hutter
Unsere Dirigentin Andrea Kulin hat einen hohen Anspruch an den Chor und fordert uns als Laien. Das zeigt uns, dass sie uns ernst nimmt und uns helfen möchte, unsere Fähigkeiten zu verbessern. „Dran bleiben“ ist definitiv die richtige Devise, wenn man etwas Neues lernt oder sich verbessern will. Sie hat eine großartige Art, den Chor zu motivieren. Die Bilder, die sie verwendet, sind kreativ und helfen uns, die Musik besser zu verstehen und zu interpretieren. „Der Tenor glitzert“ oder „Der Bass ist wie ein Raupenfahrzeug, das uns voran bringt, uns in Bewegung hält“ sind ihre ungewöhnlichen und einprägsamen Vergleiche. Und ihr Tipp, „mit einem Entenschnabel zu singen“ ist ein interessanter Ansatz, um den Klang zu verbessern. „Genießt die hohen Töne“ oder „es löst sich vom Boden“, das sind ihre großartigen Empfehlungen für Sopransängerinnen.
Trotz des intensiven Übungsplans haben wir noch Zeit für andere Aktivitäten gefunden, Spaziergänge in der Natur und abendliche Spielerunden waren eine gute Möglichkeit, um sich zu entspannen und sich als Chorgemeinschaft zu verbinden.
Mitglieder der Kantorei in der Freizeit. Foto: Georg Hutter
Es ist eine wunderbare Art, den Tag mit einer Andacht zu beginnen. Erika Wagner und Ilse Abraham gelang es, uns inspirierende und besinnliche Impulse für den Tag und das neue Jahr zu geben. Sie haben uns geholfen, unsere Gedanken auf Freundlichkeit und Kunst und Musik zu fokussieren. Vielen Dank dafür!
Das gesellige Beisammensein kam auch dieses Mal nicht zu kurz. Am Vorabend des 6. Januar feierten wir unseren „Bunten Abend“ mit Gesang und witzigen, unterhaltsamen Beiträgen der Chormitglieder zum Thema: „Welches Lied wird dargestellt?“. Die Idee, Lieder durch Sketche und kleine Theaterstücke darzustellen, hat viel Spaß gemacht und die kreativen Einfälle und selbstgebastelten Verkleidungen sorgten für einige Lachsalven im Publikum.
Am nächsten Tag fuhren wir nach dem Frühstück nach Karlsruhe, um in der Stadtkirche den Epiphanias-Gottesdienst nach siebenbürgischer Liturgie zusammen mit der Kreisgruppe Karlsruhe und der Stadtgemeinde zu feiern. Und es war ein bisschen anders als sonst, denn unser langjähriger Chorsänger Pfarrer Hermann Kraus war nicht mehr da. Er war es, der diesen Gottesdienst am 6. Januar vor vielen Jahren ins Leben gerufen hatte und noch letztes Jahr an Epiphanias, zusammen mit Pfarrer Nick Fernolend, in dieser Stadtkirche das Wort Gottes verkündete. Sein Erbe wird die Kantorei in dankbarem Gedenken an ihn traditionsgemäß weiterführen. Pfarrer Fernolendt, der vor zwei Jahren von Hermann Kraus in sein neues „Amt“ eingeführt wurde, gedachte in seiner Ansprache dem Verstorbenen und dankte ihm für seinen unschätzbaren Beitrag für die siebenbürgische Gemeinschaft.
Siebenbürgische Kantorei in der Stadtkirche Karlsruhe. Foto: Georg Hutter
Mit zwei Beiträgen, der Jahreslosung und einem Weihnachtslied, gestaltete der Chor den Gottesdienst mit. Im Anschluss daran gab es traditionsgemäß ein kleines Konzert der Kantorei mit weihnachtlichen Werken in Deutsch, Rumänisch und Spanisch. Nach Abschluss des Programms spendete das begeisterte Publikum reichlich Beifall. Die Kreisgruppe lud alle Gottesdienstbesucher und Chorsänger zu einem Mittagessen in den Hanns-Löw-Saal ein, um sich für die Mitgestaltung des Gottesdienstes zu bedanken. Unser aller herzlicher Dank gilt Georg Hutter, der die Organisation in bewährter Weise übernommen und uns gekonnt durch die Tage geführt hat. Auch Andrea Kulin danken wir, dass sie uns zu musikalischen Höhenflügen verhilft. Nicht zuletzt dem Hilfskomitee der Siebenbürger Sachsen ein Dankeschön für die Unterstützung.
Voller Vorfreude auf unsere nächste musikalische Zusammenkunft beim Heimattag in Dinkelsbühl vom 22. bis 24. Mai nahmen wir Abschied und traten erfüllt von vielen Eindrücken und wertvollen Begegnungen den Heimweg an.
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