5. April 2026

Auferstehung und der neue Mensch: Osterbotschaft von Jesus Christus verheißt Liebe, Gerechtigkeit und Frieden

In seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth schreibt der Apostel Paulus: „Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendsten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“ (1. Kor. 15,19-20).
Der auferstandene Christus mit der Siegesfahne am ...
Der auferstandene Christus mit der Siegesfahne am offenen Grab – Darstellung auf dem oberen Altarbild (1795) in der Kirche von Kirchberg. Foto: Martin Eichler, München
Ich entsinne mich, als wäre es heute, wie ein Kirchenvater in Deutsch-Weißkirch sich nach einem Ostergottesdienst genau zu diesen biblischen Worten, die der Predigt zugrunde lagen, äußerte und sagte: „Wie wahr, ohne den Glauben an die Auferstehung wäre alles nichts!“

Er hatte es klar und deutlich auf den Punkt gebracht: es geht um alles oder nichts. „Alles oder nichts“, so hieß eine über Jahre beliebte Fernsehshow. Den Einsatz verdoppeln oder ganz verlieren, das ist etwas für richtige Spielernaturen. Das Leben selbst kann zuweilen ein solches Spiel sein, in dem viel einzusetzen und viel zu wagen ist. Nicht zuletzt dann, wenn zwei Menschen einander versprechen, bis an ihr Lebensende füreinander da zu sein.

Alles oder nichts, das spürt so mancher auch dort, wo er arbeitet. Dort wo allein die Leistung zählt, muss alles investiert werden: Überstunden auch an Ostern – Hauptsache, es geht weiter und man behält den Arbeitsplatz. Es steht zu viel auf dem Spiel. Gerade in unseren wieder unsicher gewordenen Zeiten, in denen Kriege und Terror die Menschen bedrohen und wirtschaftliche Krisen einander die Hand reichen. Dass unsere Leben in den verschiedensten Situationen unseren ganzen Einsatz erfordert, ist uns also nicht fremd. Ich nenne dazu als Beispiel noch die freiwillige Feuerwehr. Da ist ein Einsatz in Solidarität gefordert. Alle müssen zusammenhalten, jeder Handgriff ist wichtig und muss sitzen. Wenn am Samstag die Sirenen aufheulen, wird diese Solidarität geübt. Keiner darf erst seine Gartenarbeit fertig machen oder das Fußballspiel zu Ende spielen. Jeder Einzelne ist mit seinem Einsatz gefordert. Leben hängt davon ab. Das Leben eines im oberen Stockwerk des brennenden Hauses ­Eingeschlossenen oder das eines Schwerverletzten, der mit dem Schneidbrenner aus dem Autowrack herausgeschnitten werden muss. Da wird erfahrbar, was es heißt: Einer für alle.

Jesus, der Mann aus Nazareth, ist dieser Eine für alle. Seine Freunde sind weg, als es darauf ankommt. Er muss sich selber ganz einbringen. Einer für alle. Indem er sich opfert, gewinnt er für alle. Nicht in einer großen Show, sondern still und leise, sogar von denen, die sein Grab bewachen sollten, unerkannt. Denn sie sind nach den biblischen Berichten entweder in tiefen Schlaf gefallen, oder reiben sich verschlafen die Augen, während der Auferstandene, die Siegesfahne in seiner Rechten haltend, über dem Grabeshügel steht. Nicht nur das, auf dem Bildausschnitt des Kirchberger Altars zertritt er dabei auch die Schlange und überwindet damit die Macht des Bösen und des Teufels. Der grüne Zweig in seiner linken Hand steht für Hoffnung, Frieden und neues Leben.

Dieses Bild steht für die Botschaft des Osterfestes, das uns allen sagt: Der eine, der für alle gestorben ist, dieser eine lebt nun auch für alle. Ostern sagt uns: Das neue Leben ist möglich. Es steht als Verheißung am Horizont.

Irgendwann wird es nur noch Erinnerungen an Fragmentarisches – Bruchstückhaftes – geben. Gutes, Missglücktes, Gelungenes, Verschuldetes, Versäumtes – es wird in die Vergessenheit absinken. Nur nicht bei Gott! Er wird aus Barmherzigkeit alles zu einem Guten, Neuen, Vollendeten zusammenfügen. Dann darf ich bei ihm leben als neuer Mensch. Und ich darf das alles glauben, weil er sich durch die Auferstehung Jesu als Gott erwiesen hat. Er garantiert es mir und lässt solche Hoffnung nicht lediglich Sehnsucht oder Wunschdenken sein.

Denn Auferstehung führt zum neuen Menschen. Und darum lässt Paulus uns wissen, dass der alte Mensch unter die Füße Jesu getreten werden muss, unter die Füße dessen, der mit Liebe, Gerechtigkeit und Frieden herrscht, der sein Leben hingegeben hat mit ganzem Einsatz und dadurch das Leben für alle gewonnen hat. Und darum liebe Landsleute rufe ich allen zu: Christ ist erstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!

Dekan i.R. Hans-Gerhard Gross

Schlagwörter: Ostern, Osterbotschaft

Bewerten:

8 Bewertungen: ++

Noch keine Kommmentare zum Artikel.

Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich. Die Kommentarfunktion ist nur für registrierte Premiumbenutzer (Verbandsmitglieder) freigeschaltet.