4. Mai 2026

Ein Leben für die Bücher: Autor und Verleger Traian Pop Traian geehrt

Am Mittag des Vortags flatterte mir eine E-Mail von Traian Pop ins Postfach, eine Einladung für den 17. März 2026 zur rumänischen Botschaft in Berlin, wo der Verleger und Autor Traian Pop Traian den vom rumänischen Präsidialamt verliehenen Orden für „Kulturelle Verdienste“ im Rang eines Offiziers, Kategorie A – „Literatur“ erhalten sollte.
Gruppenbild mit dem Geehrten in der Rumänischen ...
Gruppenbild mit dem Geehrten in der Rumänischen Botschaft. Foto: Iulian Costache
Wer Traian kennt, der auch mein Verleger ist, weiß, dass bei ihm oft Dinge in letzter Minute erledigt werden. Eigentlich hat er immer viel zu tun, immer mehrere Projekte am Laufen, Bücher in der Mache. So auch jetzt, kurz vor der Buchmesse in Leipzig. Trotzdem gelingt es ihm, Buch um Buch herauszubringen, rumänische und moldauische Autorinnen und Autoren in deutscher Übersetzung oder zweisprachig, vor allem aber rumäniendeutsche Autoren, georgische Autoren in der Übersetzung und nicht zuletzt deutsche Autorinnen und Autoren. Neben Ana Blandiana, Ioana Nicolaie, Emilian Galaicu-Păun, Dinu Flămând, Franz Hodjak, Ilse Hehn, Eginald Schlattner Horst Samson, Johann Lippet, Dagmar Dusil, Anton Sterbling und viele andere mehr. Mit viel Idealismus und unterstützt von seiner Frau und ein paar Freunden, schafft er es auch, zwei Zeitschriften zu veröffentlichen, Matrix und Bawülon, und nebenher noch zu schreiben. Seine Gedichtbände sind in deutscher Übersetzung bzw. zweisprachig ebenfalls im Pop Verlag erschienen. Dafür erhielt er 2020 den Andreas-Gryphius-Preis, für seine Verlegertätigkeit wurde er 2024 mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet.

Zwei Handvoll Leute, die es kurzfristig einrichten konnten, waren dann auch zugegen, als die Botschafterin Adriana-Loreta Stănescu die verdiente Ehrung an Traian Pop überreichte. Nach ihren lobenden Worten, in denen sie seine Tätigkeit als Verleger im 2002 gegründeten Verlag und Verbreiter rumänischer Kultur und Literatur würdigte – am Rande wurden auch die rumäniendeutschen Autorinnen und Autoren erwähnt –, hielt der Übersetzer und Literaturkritiker Georg Aescht die Laudatio, in der er die Widersprüche Traian Pops zur Sprache brachte, trotz derer er es so weit gebracht hat.

Tatsache ist, dass ohne Traian Pop so manches Werk im hiesigen Literaturbetrieb nicht mehr das Licht der Welt erblickt hätte – und dass neben den rumänischen Autorinnen und Autoren vor allem rumäniendeutsche in diesem kleinen Verlag eine Heimat gefunden haben.

Für eine lange Feier war dann aber gar nicht so viel Zeit, man stieß nur kurz mit einem Glas Sekt an, denn die ganze Gesellschaft war zur anschließenden Buchvorstellung im Rumänischen Kulturinstitut geladen, wo gleich drei Bücher moldauischer Autoren aus dem Pop Verlag vorgestellt wurden: „Die Königin der Kelche“ von Iulian Ciocan, „Fünf Uhr und sieben Minuten“ von Dumitru Crudu sowie „Lebendiges Gewebe 10 × 10“ von Emilian Galaicu-Păun.

Danach ging es für den Geehrten gleich weiter, denn die Leipziger Buchmesse stand auch schon vor der Tür.

Edith Ottschofski

Schlagwörter: Ehrung, Verleger, Porträt

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