30. April 2026

Schwarze-Kirche-Prozess: Zeitzeuge Gerhard Gross veröffentlicht Erinnerungen in Buchform

Vom Theologiestudenten zum Häftling der Securitate: Gerhard Gross, Jahrgang 1934, beschreibt in seinem Anfang dieses Jahres erschienenen Buch „Angekettet“ den Weg, der ihn ab Ende Dezember 1957, als er in Maldorf von der Securitate verhaftet wurde, durch verschiedene Gefängnisse der Securitate führte.
Er beschreibt eindrücklich, welchen Qualen er und seine Leidensgenossinnen und Leidensgenossen ausgesetzt waren – aber auch, wie er diese durch Gespräche und Kontakte mit anderen Inhaftierten überstehen konnte. Die Vorwürfe des Hochverrats, die gegen ihn und die anderen Verurteilten vorgebracht wurden, waren haltlos. Der Schwarze-Kirche-Prozess fand in einem Klima statt, in dem die Kommunisten die Zustände, wie sie in Ungarn ein Jahr vorher geherrscht hatten, nicht zulassen wollten. Und es sollte ein Exempel statuiert werden. Anstatt eine Abrechnung mit dem kommunistischen System des damaligen Rumäniens vorzunehmen, beschreibt Gerhard Gross, was diese Jahre aus ihm machten und wie er sein neues Leben in Freiheit gestaltet hat. Ein Buch der Versöhnung und des Optimismus. Und eine Beschreibung eines Zeitgenossen, der diese Jahre durchlitten hat. Herausgeber Roberto Marcacci hat der evangelischen Kirchengemeinde Honterus in Kronstadt am 11. Februar 2026 persönlich ein Exemplar des Buches für ihre Bibliothek überbracht.

Gerhard Gross: „Angekettet“. Der Schwarze-Kirche-Prozess. Herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Roberto Marcacci. epubli Verlag, Berlin, 2026, 200 Seiten, 18,00 Euro, ISBN 978-3-565-16498-1.

Schlagwörter: Buchvorstellung, Gross, Schwarze-Kirche-Prozess

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