3. Januar 2005

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Gütesiegel für Landlermuseum in Österreich

Das Heimat- und Landlermuseum in Bad Goisern wurde mit dem musealen Qualitätsgütesiegel entsprechend den internationalen Museumsstandards ausgezeichnet. Das hat eine Begutachtung der siebenbürgischen Einrichtung durch das ICOM Nationalkomitee Österreich und den Österreichischen Museumsbund ergeben.
Von den 280 begutachteten Museen der Region erhielten nur 20 den musealen Qualitätsgütesiegel. Bewertet wurden neben der stringenten Konzeption der konservatorische Gesamtzustand der Ausstellungsgüter und die Präsenz des Museums in der Öffentlichkeit.




Blick in das Heimat- und Landlermuseum in Bad Goisern.
Blick in das Heimat- und Landlermuseum in Bad Goisern.


Das Landlermuseum, für dessen Konzeption und ursprüngliche Gestaltung die Volkskundlerin Dr. Irmgard Sedler in Ludwigsburg zeichnet, veranschaulicht in geschichtlicher Perspektive die Eigenart landlerischer Kultur und Lebenszusammenhänge in Siebenbürgen. Es befindet sich in einem für die Landlergeschichte geschichtsträchtigen Ort: Aus dieser Gegend im Salzkammergut wurden 1734 viele Protestanten samt ihren Familien unter dem Vorwurf der „Irrgläubigkeit“ und des „Aufwieglertums“ inhaftiert und nach Siebenbürgen verschleppt. Die Goiserer stellten die Mehrzahl der ersten nach Siebenbürgen auf dem Wasserweg abgehenden Transporte.

Die einmalige Exponatsammlung zur Landlergeschichte kam in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts dank der Initiative der Wienerin Lore Lotte Hassfurther zustande, die meisten Sachen waren Schenkungen von Landlern aus den drei siebenbürgischen Gemeinden Neppendorf, Großau und Großpold. Einen Teil des späteren Museumsgutes sicherte die Österreichische Landsmannschaft in Wien.

Nicht zuletzt verdankt das Museum seine Existenz im Oberösterreichischen der aktiven Mithilfe des Heimatvereins in Bad Goisern, dem engagierten Einsatz des ehemaligen Vizebürgermeisters und Schulrektors a. D. Siegfried Pramesberger. Seine fundierten Kenntnisse der siebenbürgischen Landlergeschichte sind die Grundlage für die gute, kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit des Landlermuseums, dessen wiederholte Präsenz in den österreichischen Printmedien und im Fernsehen.

Die vorbildliche Pflege der Exponate liegt seit Jahren in den Händen von Katharina Reisenauer, der Frau des ehemaligen Neppendorfer Kirchenkurators Joseph Reisenauer, der mit seiner ganzen Familie zu Beginn der neunziger Jahre den Weg von Siebenbürgen zurück in die Heimat der Vorfahren gegangen ist.

Schlagwörter: Landler, Österreich

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