26. Februar 2012

„Gestatten, Henning“

Ein neues, spannendes Thema wurde bei einem unserer Vereinsabende im Wiener Haus der Heimat vorgestellt: das Resultat der Ahnenforschung einer Familie, die bekannte Wissenschaftler und Künstler hervorgebracht hat.
Die Recherchen für eine Ausstellung zur 140-Jahr-Feier des Vereins der Siebenbürger Sachsen in Wien und der Fund von zehn Bildern von Theo Henning, die dem Verein gewidmet sind, waren der Anlass für diesen Vortrag. Die Entdeckung der Bilder führte dazu, dass sich einige an bekannte Vereinsmitglieder mit dem Namen Henning erinnerten und nach etwaigen Nachkommen des Malers forschten und fündig wurden. Schließlich erklärte sich Herr Gernot Henning freundlicherweise bereit, über die Geschichte seiner Familie zu sprechen. Astrid Henning, seine Cousine, bestritt den zweiten Teil des Abends, der allein ihrem Vater Theo Henning gewidmet war.

In klarer, anschaulicher Sprache erzählte Gernot Henning von der urkundlichen Erwähnung des ersten Henning, des „Gräfen Henning von Petersburg“, und spannte dabei den Bogen bis zuden heutigen Hennings, die sowohl die künstlerische Tradition der Familie als auch die Tradition im Bereich medizinischer Berufe fortsetzten. Die Familie, die 1730 Schäßburg als Sitz wählte, war mit der Geschichte der Siebenbürger Sachsen eng verwoben und brachte im Lauf der Jahrhunderte Kupferschmiede, Bildhauer, Lehrer, Mediziner sowie Schriftsteller und Maler hervor. Es paarte sich in ihr das handwerkliche Geschick mit der musischen Begabung.

Als Quelle für diesen Vortrag dienten die von Julius Henning in den letzten Jahren verfasste Familienchronik und mündliche Berichte. Dankenswerterweise wurde dem Verein eine Kopie dieser Chronik für die Bibliothek überlassen. Alle, die Näheres über die einzelnen Mitglieder der Familie Henning wissen möchten, sind herzlich eingeladen, Einsicht in dieses Arbeit zu nehmen.

Der zweite Teil des Abends war den Bildern von Theo Henning gewidmet. Dabei wurden seine Schaffensperioden vorgestellt und ausgewählte Bilder aus seinem Gesamtwerk gezeigt. Theo Henning gilt als Maler zweier Inselwelten, nämlich Island, an das er sein Herz verloren hatte, und der „Insel“ Siebenbürgen, dem Land im Karpatenbogen, das sehr an eine Insel erinnert. Zuletzt wurden noch persönliche Erinnerungen an die vielen Vereinsmitgliedern bekannte Thusnelda Henning, die Autorin von „Der hölzernen Pflug“, ausgetauscht. Während des gemütlichen Beisammenseins nach dem Vortrag kam es zu lebhaften Diskussionen über einzelne Details, die auch von persönlichen Begebenheiten erzählten.

Martina Niestelberger

Schlagwörter: Wien, Genealogie, Vortrag

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