26. Juli 2022

Ausstellung „TRACHT TRIFFT DIRNDL“ im Marmorschlössl in Bad Ischl

Wenn die Landes-Kultur GmbH. (vormals Landesmuseen OÖ.) sich meldet, um anzufragen, ob wir Siebenbürger Sachsen bei einer Ausstellung mitmachen, dann wird auf keinen Fall „nein“ gesagt. Schon etliche Ausstellungen konnten wir vom Landesverband OÖ. mit dem Landesmuseum OÖ. gemeinsam gestalten, die letzte Ausstellung war 2017 im Sumerauerhof bei St. Florian. Gerne sind wir gesehen, gerne arbeiten wir aktiv mit und gerne bringen wir unser Brauchtum, unsere Traditionen und besonders unsere vielfältige Trachtenlandschaft einem breiteren Publikum näher. Nun ist mit der Landes-Kultur GmbH. unter der Kuratorin Dr. Thekla Weissengruber aber etwas Besonderes entstanden: eine Ausstellung im Marmorschlössl, dem Cottage von Kaiserin Elisabeth im Park der Kaiservilla in Bad Ischl.
War letztes Jahr die Ausstellung „DIRNDL.Tradition goes Fashion“ schon sehr erfolgreich, wurde diese heuer mit der Ausstellung „Tracht trifft Dirndl“ erweitert. Schon seit 2021 zeigt die Ausstellung im Marmorschlössl die Entwicklungsgeschichte des Dirndl über 170 Jahre anhand von herausragenden frühen Beispielen aus der Sammlung bis zu Kreationen namhafter DesignerInnen wie Andreas Kronthaler for Vivienne Westwood, Susanne Bisovsky u. a. sehr anschaulich. Nun geht die Ausstellung in die nächste Runde, denn ganz neu ist die Präsentation von historischen Trachten aus den Ländern der Donaumonarchie. Dabei wird auf den Umgang mit Tracht, Dirndl, Mode und Identität fokussiert. In einem bisher der Öffentlichkeit verborgen gebliebenen Raum werden mit der Kaiserin Elisabeth in Verbindung zu bringende Kleidungsstücke, aber auch Devotionalien aus dem Bestand des OÖ. Landesmuseums zu sehen sein.

Siebenbürgische Tracht aus Urwegen (links) und ...
Siebenbürgische Tracht aus Urwegen (links) und das „Katharini Dirndl“. Foto: privat
In dieser Reihe von historischen Trachten findet sich nun auch eine siebenbürgische Frauentracht aus dem Unterwald, nämlich aus Urwegen, einem Dorf, in dem bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 45 % Sachsen lebten. Die Stickkunst dieser Tracht offenbart sich aus den einzelnen Kleidungsstücken, besonders das schwarze Stoffleibchen mit vorzüglichster Perlenstickerei (rumänischer Einfluss) hebt sich dabei hervor. Weitere Merkmale sind das Jahr der Herstellung 1878 und der Name der Erzeugerin, Katharina Schartz. Inmitten all dieser besonders schönen Trachten aus der ehemaligen Donaumonarchie befindet sich das „Katharini Dirndl“, das 2007 mit den Frauen aus den Nachbarschaften in Oberösterreich kreiert wurde. Als Gegenüberstellung zur Moderne ein Hauch Siebenbürgen, ein Bekenntnis zu Oberösterreich und die Liebe zur Pflege und Erhalt von Brauchtum.

Die Landes-Kultur GmbH. beschreibt in ihrer Aussendung für die Ausstellung: „Was das Dirndl für Österreich ist, ist der Kimono für Japan und der Kilt für Schottland. Kleidung ist ein Identifikationsmerkmal für Regionen und Nationen. Jahrhundertelang war die Kleidung nach dem Geburtsstand, dem Beruf und dem Familienstand in den sogenannten Kleiderordnungen fixiert. Aus dieser Standeskleidung entwickelte sich im 18./19. Jahrhundert eine Kleidung, die nun die Persönlichkeit der Trägerin in den Vordergrund stellte. Daraus entwickelte sich neben der modischen Kleidung die regionalspezifische unterscheidbare Tracht.“

Mein Dank gilt der Landes-Kultur Gmbh unter Direktor Dr. Alfred Weidinger, der Kuratorin dieser sehenswerten Ausstellung, Dr. Thekla Weissengruber, sowie Dr. Horst Schuller und Ing. Manfred Stiedl, aus Vöcklabruck, welche die Tracht aus dem Unterwald aus der Sammlung des Museums der Heimatvertriebenen in Vöcklabruck für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung stellen. Zudem danke ich Irene Kastner aus Traun, mit der ich gemeinsam bei der Gestaltung der Puppen zusammengearbeitet habe. Die Ausstellung ist vom 11. Juni bis 31. Oktober 2022 im Marmorschlössl, Jainzen 1 (im Kaiserpark, Zugang Götzstraße) in Bad Ischl zu besichtigen.

Ingrid Schuller

Schlagwörter: Oberösterreich, Ausstellung , Tracht, Bad Ischl, Ingrid Schuller

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Neueste Kommentare

  • 28.07.2022, 02:03 Uhr von Doris Hutter: Respekt, herzlichen Glückwunsch, dass ihr diese Ausstellung mitgestalten dürft! Das Bild: eine ... [weiter]

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