25. Juni 2011

Peter Maffay: „Wir brauchen auch die Hilfe der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft!“

Dinkelsbühl - Peter Maffay ist eine charismatische Persönlichkeit. Kaum hat er die St. Paulskirche am Pfingstsamstagnachmittag betreten, strömen ihm die Landsleute zu, als gehorchten sie magnetischen Kräften. Der Rockstar aus Siebenbürgen verschwindet in einem Pulk von Menschen. Seine Mission in Dinkelsbühl: das in einer Ausstellung in der St. Paulskirche präsentierte Projekt der Peter Maffay Stiftung in Radeln vorzustellen. In der Kirchenburg entsteht ein therapeutisches Ferienheim für körperlich und seelisch erkrankte Kinder.
Der Star gibt sich volksnah, zeigt keinerlei Berührungsängste mit den ihn eng umdrängenden Landsleuten. Im Beisein u. a. des rumänischen Außenministers Teodor Baconschi, des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann, des rumänischen Botschafters in Berlin, Lazăr Comănescu, des Bischofs der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, Reinhart Guib, des Dinkelsbühler Oberbürgermeisters Dr. Christoph Hammer, des Vorstands des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland führt Peter Maffay in die Ausstellung ein.

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Er sei sehr dankbar, dass er dieses Projekt hier vorstellen dürfe. Der Standort Radeln habe für ihn als gebürtigen Kronstädter „ganz besondere Bedeutung“, denn: „Ich kehre zurück nach Hause.“ In seiner persönlich engagierten, mitreißenden Rede appellierte Maffay an die Öffentlichkeit, „deutliche Zeichen der Solidarität“ zu setzen. „Traumatisierte Kinder brauchen einen Schutzraum“, unterstrich der Rocksänger und forderte: „Wir müssen eine Gesellschaft schaffen, die die Rechte der Kinder wahrnimmt.“
Peter Maffay wirbt in seiner Einführung engagiert ...
Peter Maffay wirbt in seiner Einführung engagiert für das Stiftungs-Projekt in Radeln. Foto: Christian Schoger
Maffay machte deutlich, dass es ihm darüber hinaus auch um die Solidarität mit Rumänien gehe. Im Rahmen des Projektes sind Maßnahmen zur Revitalisierung des rund 700 Einwohner zählenden Dorfes geplant. Radeln soll eine moderne Infrastruktur erhalten. Arbeitsplätze werden geschaffen. Wie Maffay ausführte, soll in einigen Monaten ein Ärztehaus fertiggestellt sein. Überdies geplant seien u. a. auch Werkstätten, ein Kindergarten, ein Bio-Bauernhof, da Radeln über ein hohes landwirtschaftliches Potential verfüge. Zur Realisierung dieser ehrgeizigen Vorhaben, deren Signalwirkung bis nach Bukarest reiche, kooperiere die Peter Maffay Stiftung bereits mit diversen Unternehmen und Organisationen, mit zahlreichen „Freunden und Unterstützern“. Von entscheidender Bedeutung sei es freilich, die Bedürfnisse der Dorfbevölkerung zu berücksichtigen: „Wir wollen die Dorfbewohner zur Mitarbeit einladen.“ Maffay warb für einen „Dialog auf Augenhöhe“, gegenseitigen Respekt und Toleranz („Wir kämpfen gegen Vorurteile in vielen Köpfen“). Die Eröffnung des therapeutischen Ferienhauses findet am 9. Juli 2011 statt. Damit werde der Traum von einem Schutzraum für Kinder in Radeln binnen eineinhalb Jahren Wirklichkeit, so Maffay.
In der St. Paulskirche ausgestelltes Modell der ...
In der St. Paulskirche ausgestelltes Modell der Kirchenburg Radeln. Foto: Christian Schoger
Im Hinblick auf die umfänglichen Aktivitäten der Stiftung wandte er sich direkt an seine Landsleute mit dem Aufruf: „Wir brauchen auch die Hilfe der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft!“ Dieses Engagement sei letztlich ein Beitrag zu „kultureller Vielfalt“, für ein „neues Selbstwertgefühl“. Nur so entstehe Partnerschaft. Peter Maffays Botschaft fand starken Beifall. Anschließend lud der Bundesvorsitzende Dr. Bernd Fabritius das Publikum ein, sich „über dieses wunderbare Projekt zu informieren“.

Christian Schoger

Schlagwörter: Heimattag 2011, Maffay, Radeln, Kinder

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