29. Januar 2010

"Sie sind lebenswichtig": 40 Jahre deutsche Fernsehsendung in Rumänien

Am 29. November 1969 wurde sie erstmals ausgestrahlt, 1985 eingestellt und zu Weihnachten 1989, nach der Wende, wieder aufgenommen. Sie gehört zum deutschen Gemeinschaftsleben, sie ist deutsches Gemeinschaftsleben. „Für uns ist die deutsche Fernsehsendung, sind die deutsche Zeitung und das deutsche Radio nicht nur wichtig, sondern sie sind lebenswichtig“, erklärte der DFDR-Vorsitzende Klaus Johannis zu Beginn des Abends.
Auf die Bedeutung der Sendungen in deutscher Sprache ging auch Alexandru Sassu, Generaldirektor des Öffentlichen Rumänischen Fernsehens (TVR), in seinem Grußwort ein. Sie gehöre zu den wichtigsten Sendungen im rumänischen Fernsehen, nicht nur weil sie ein Programm für die deutsche Minderheit gestalte, sondern auch weil sie allen Menschen in Rumänien diese Minderheit vorstelle. Auf fünf Sendern der Anstalt werden heute Sendungen in deutscher Sprache ausgestrahlt, hinzu kommen zwei weitere auf den TVR-Regionalsendern in Klausenburg und Temeswar.

Zu der großen, fast fünfstündigen Show anlässlich des 40-jährigen Jubiläums kamen zahlreiche hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur nach Hermannstadt, darunter die Botschafter Deutschlands und Österreichs, die Mitglieder der deutschen Delegation, die an der Jahresplanungskonferenz teilgenommen hatten, der Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland sowie Vertreter der verschiedenen Regionalforen. Der zweite Teil der Show war dem 20-jährigen Jubiläum des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) gewidmet. Moderiert wurde der Abend von Christel Ungar-Ţopescu, die seit 2003 Chefredakteurin der deutschen Sendung ist.
Der Kronstädter Jugendbachchor unter Leitung von ...
Der Kronstädter Jugendbachchor unter Leitung von Steffen Schlandt eröffnete den Abend. Foto: Holger Wermke
Ungar-Ţopescu bat eine Reihe ehemaliger und aktueller Redakteure auf die Bühne und würdigte ihre Leistungen mit einem Ehrendiplom. Bewegend waren die Auftritte der frühen Mitarbeiter Hans Liebhardt, Maria Zeller-Zamfir, Franziska Bayer, Brigitte Drotloff, Ildikó Schaffhauser, Viktor Chiriţǎ und Hedda Wonner.

Ohne Unterstützung der deutschen und der österreichischen Botschaft in Bukarest wäre die Wiederaufnahme und Fortführung der Sendung nicht möglich gewesen. Die heutige Chefredakteurin dankte stellvertretend dafür den Botschaftern Andreas von Mettenheim und Martin Eichtinger. Kreisratspräsident Martin Bottesch und Bundesvorsitzender Bernd Fabritius sprachen weitere Grußworte. Der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganţ und der Unterstaatssekretär im Department für Interethnische Beziehungen Zeno-Karl Pinter unterstrichen die Wichtigkeit der deutschen Fernsehsendung. Dr. Bernd Fabritius betonte, dass die Neuauflage noch zu Weihnachten 1989 eine neue Chance dargestellt habe. Die Sendungsmacher hätten damit nach fünf Jahren Zwangspause wieder in „unsere kleine Gemeinschaft hinein gewirkt“ und das gemeinsame Identitätsgefühl gestärkt.

Unterhalten wurden die Gäste von einer ganzen Reihe von Künstlern, die das breite Spektrum der heutigen deutschsprachigen Kultur in Rumänien präsentierten. Den Abend eröffnet hatte der Kronstädter Jugendbachchor unter Leitung von Steffen Schlandt, klassische Musik war vom Barockensemble „Transylvania“ um Erich Türk aus Klausenburg zu hören. Schon beim Eingang in den Festsaal empfing die Blaskapelle aus Fienen im Sathmarer Land die Besucher. Aus dem nordsiebenbürgischen Großkarol stammte das Musikerensemble „Collegium Suebicum Sathmarense“. Nach der Pause gab es Folklore. Aus Temeswar waren die von Edith Singer geleiteten „Banater Rosmareiner“ angereist, die Tanzgruppe „Enzian“ aus Reschitza zeigte schwäbische und steirische Volkstänze. Die Jugendtanzgruppe des Hermannstädter Forums und die Tanzgruppe der 5. und 6. Klasse des Brukenthalgymnasiums zeigten in mehreren Auftritten sächsische Tänze. Sketche in schwäbischer und sächsischer Mundart präsentierten die Schauspieler Tatjana Sessler und Dana Borteanu sowie Franz Kattesch, von den deutschen Theatern in Temeswar und Hermannstadt. Zwei energiegeladene Auftritte bot der immer jugendlich wirkende 57-jährige Ricky Dandel, einer der gern gesehenen Stars der deutschen Sendung. Seine Songs ließen sicher so manches Frauenherz schmelzen und sorgten für einen schwungvollen Ausklang des Abends.

Holger Wermke

Schlagwörter: Medien, TV, Akzente-Sendung

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