Schlagwort: Hegt wird gesangen
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Hegt wird gesangen!: „Än der Silvesternoocht“
Josef Beer (geboren am 9. Januar 1914 in Großau, gestorben am 23. August 2005 in München) war ein begnadeter Lehrer, talentierter Turner und exzellenter Musiker. Er wuchs in Großau in einer Landler-Familie auf und sprach, wie alle seiner Landsleute in Großau, sowohl den Landler als auch den Sächsischen Dialekt. In den Ortschaften, in denen er wirkte, setzte er sich mit ganzer Kraft für die Gemeinschaft ein. Nach der evangelischen Lehrerbildungsanstalt in Hermannstadt unterrichtete er u.a. in Roseln, Großau, Großpold, Großscheuern und fungierte als Rektorlehrer in Petersberg, Reschitza, Seiden, Großau, Stolzenburg und von 1955 bis zur Verrentung 1974 in Hermannstadt. Während seiner Lehrertätigkeit organisierte er Dorfsportfeste und leitete Chöre und Theatergruppen. Viele Großauer erinnern sich auch heute noch an ihren beseelten Lehrer und überzeugenden Organisator. mehr...
Hegt wird gesangen!: „Der Birrebəm“ von Rudi Klusch
Johann Rudolf (genannt Rudi) Klusch wurde 1906 in Birthälm geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Weidenbach. Von klein auf spielte er begeistert auf der Mundharmonika. Ohne das Wissen seiner Eltern bestellte der achtjährige Rudi über einen Prospekt bei den Hohner-Werken in Deutschland eine Ziehharmonika. Mit viel Freude übte Rudi fleißig und stellte sein musikalisches Talent unter Beweis. Nach nur drei Monaten spielte er schon auf Hochzeiten auf. Den Ärger über das teure Instrument hatten seine Eltern bald vergessen. Im Alter von zwölf Jahren trat er in die Weidenbacher Blaskapelle ein; mit fünfzehn komponierte er die – später im ganzen Burzenland gespielte – „Rudipolka“; mit achtzehn wurde er Solist in der königlichen Militärkapelle in Sinaia, wo er schließlich mit zwanzig zum stellvertretenden Kapellmeister aufstieg. Ab 1950 leitete Rudi Klusch die Blaskapelle der Kronstädter Traktorenwerke (bis zu 64 Mann) und gründete im Burzenland viele Blaskapellen, darunter zehn Jugendkapellen. mehr...
Hegt wird gesangen!: Die Volksballade „Honnes Moler“
Die Volksballade „Honnes Moler (Naajcht am nenj)“ ist ein altes siebenbürgisch-sächsisches Volkslied, das vermutlich von Bänkelsängern in Siebenbürgen im späten Mittelalter gedichtet und verbreitet wurde. Friedrich Wilhelm Schuster (1824-1914) veröffentlichte den Text erstmals 1865 in seiner Sammlung „Siebenbürgisch-sächsische Volkslieder, Sprichwörter, Räthsel, Zauberformeln und Kinderdichtungen“ aus mündlicher Mühlbacher Überlieferung. Gottlieb Brandsch (1872-1959) fügte in seiner Sammlung „Siebenbürgisch-deutsche Volkslieder, I. Band, Lieder in Siebenbürgisch-sächsischer Mundart“ (Krafft & Drotleff, Hermannstadt 1931) auch eine Melodie hinzu, die er aus mündlicher Überlieferung in Scharosch bei Mediasch aufgezeichnet hatte. mehr...
Hegt wird gesangen!: De Schwalwker (Der Bäsch wid giël)
Das Lied „De Schwalwker“ (Der Bäsch wid giël) hat Anna Schuller-Schullerus in ihr wohl bekanntestes und bis heute noch lebendiges Lustspiel „Äm zwien Krezer“ (1898, erste Auflage von vieren) eingebettet. Die zarte, melancholische Melodie im Volkston und der Refrain Zewitt, zewitt … prägten sich bei den Theaterbesuchern schnell ein. Das Lied wurde in die Familien mitgenommen und bereites ab der 1910er Jahre gerne auch auf Festen gesungen. mehr...
Hegt wird gesangen!: Interview mit Brita Falch Leutert über die Mundartlieder Grete Lienert-Zultners
Die beliebte und unvergessene Grete Lienert-Zultner (1906-1989) hat mit ihren einfühlsamen Gedichten, durchdrungen von Wärme, Tiefe und einem reinen Glauben an Gott, all jene Gefühle und Gedanken in Worte gefasst, die unsere Landsleute in den vergangenen hundert Jahren bewegt und geprägt haben. (Über die Autorin wurde im Rahmen der Rubrik „Hegt wird gesangen!“ bereits mehrfach berichtet: Folge 4/2024, S. 8; Folge 13/2024, S. 6; Folge 15/2024, S. 12; Folge 6/2025, S. 6.) Auf Hochdeutsch und in Mundart erzählen ihre Gedichte von Liebe, Alltagsfreuden, Naturbeobachtungen – verwoben mit den feinen Regungen der Seele – Muttergedanken, Krieg und Deportation, Erinnerungen an Heimat und Heimatorte sowie Besinnliches und Heiteres zu Feiertagen und Bräuchen im Jahreskreis. Etliche Lieder dringen tief in die Seele ein, so sehr, dass sich oftmals der innige Wunsch erhebt, diese Worte auswendig zu lernen, um sie stets im Herzen zu bewahren und als Trostlied zu singen. mehr...
Hegt wird gesangen!: „E Streißken“
Frida Binder-Radler (* 1908 Elisabethstadt, † 1986 Hermannstadt) verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Pretai und Michelsdorf im Kaltbachtal. Sie besuchte die Volksschule und höhere Mädchenschule in Hermannstadt sowie das Lehrerseminar in Schäßburg. Anschließend studierte sie bildende Künste in Neustadt (Baia Mare). mehr...
Hegt wird gesangen!: „De Biëtklok“ von Ernst Thullner
Im Gedicht „De Biëtklok“ (Die Betglocke) beschreibt Pfarrer Ernst Thullner (1862-1918, Näheres zum Autor finden Sie in der Siebenbürgischen Zeitung, Folge 11 vom 8. Juli 2024, S. 10) die wiederkehrende Aufforderung der Betglocke (Abendglocke), die auch in verschiedenen Lebensphasen jeden dazu aufruft, nach Hause zu kommen. Alle Kinder wussten, wenn 19.00 Uhr die Glocken läuten, dann muss man wieder heim. „Wonn de Nuëchtklok leogt, dro kutt ir hiemen!“ Am Ende des Gedichts wird die Sehnsucht nach dem seligen Frieden angesprochen, wenn am Lebensabend die Glocke schließlich ihren letzten Ruf zum ewigen Heimgang ertönen lässt. mehr...
Hegt wird gesangen!: Äm Må (Im Mai)
Dieses hoffnungsfreudige Frühlingslied entstand während Pfarrer Fritz Schullers Amtszeit in Reußmarkt (1928-1932). Das lyrische Ich des Textes verleugnet seine Rolle nicht. Kraft seines Amtes ruft Schuller der ihm anvertrauten Gemeinde zu: Der Winter ist überstanden, seid ohne Bange, freuet euch Groß und Klein, Gott sorgt dafür, dass neues Leben in der Gemeinde wächst. Wir sind zum Licht geboren, bringt diese Gewissheit zum Ausdruck: Im Mai, im Mai, im schönen Mai! mehr...
Hegt wird gesangen!: „Do derhiem blähn de Våltcher“
Das Lied „Do derhiem blähn de Våltcher“ (Dort daheim blühn die Veilchen) hat Grete Lienert-Zultner (1906-1989) bereits 1925 geschrieben, als sie als Neunzehnjährige das Lehrerinnenseminar in Schäßburg absolvierte. In den 100 Jahren seines Bestehens hat es eine weite Verbreitung erfahren und ist schon längst ins Volksgut übergegangen. Als Seminaristin erhielt Gretel – wie sie sich nennen ließ – Klavier-, Violin- und Gitarrenunterricht und schuf, gefördert durch ihre Lehrer, erste volksnahe Dichtungen. Der Anfang des 20. Jahrhunderts war vom „siebenbürgischen Liederfrühling“ geprägt, einer liedschöpferischen Welle, ausgelöst vom Thüringer Musikvereinsleiter in Mediasch Hermann Kirchner (siehe auch Siebenbürgische Zeitung, Folge 4 vom 10. März 2021, S. 7, und Folge 3 vom 12. Februar 2024, S. 6.) Von diesem schöpferischen Zeitgeist wurde auch die junge Lehrerin mitgerissen. mehr...
Hegt wird gesangen!: „Hiert des Stromes Sälwerwällen“
„Hiert des Stromes Sälwerwällen“ (Det Frähjohr) gehört zu den beliebtesten Frühlingsliedern. Viele siebenbürgische Chöre haben es in ihrem Repertoire. Dem Komponisten Hans Mild (1883-1958) ist mit der Soloeinlage im Refrain ein wunderbarer Griff gelungen, der sicher zur Beliebtheit dieses Lieds beigetragen hat. Der Ausruf des Tenor-Solisten im Refrain „Frähjohr äs hä! Wängter verbä!“ unterstreicht die Freude über die Ankunft der warmen Jahreszeit. Manch ein Tenor denkt auch heute noch stolz daran zurück, dass er einmal die Ehre hatte, diese Stelle solistisch zu singen. mehr...





