15. September 2014

Tagung des Bundesfrauenreferats in Bad Kissingen

Zur Tagung „Verlust und Gewinn – Die Auswanderung der Rumäniendeutschen. Eine Bilanz 25 Jahre nach dem Sturz des kommunistischen Regimes“ lädt das Bundesfrauenreferat des Verbandes der Siebenbürger Sachsen vom 10. bis 12. Oktober 2014 in die Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“ in Bad Kissingen ein.
Die Auswanderung der Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen hat für Rumänien einen unwiederbringlichen wirtschaftlichen Verlust, den Verlust von qualifizierten Menschen, der ethnischen und kulturellen Vielfalt, wie sie über Jahrhunderte Siebenbürgen und das Banat geprägt haben, bewirkt. In der kommunistischen Ära wurden die Deutschen Rumäniens von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft. Insgesamt sind von den Bundesregierungen von den 1960er Jahren bis Ende 1989 umgerechnet eine Milliarde Euro für rund 230000 Aussiedler gezahlt worden. In Geheimverhandlungen sind jährliche Ausreisequoten und die Tarife, je nach Lebensalter, Ausbildungsstand u.ä., festgelegt worden. Nach den politischen Umbrüchen 1989 haben weitere 150000 Rumäniendeutsche das Land verlassen. Zurückgeblieben ist eine zahlenmäßig stark geschrumpfte deutsche Minderheit, vielfach vereinzelt, überaltert und bedürftig. Jedoch gibt es weiterhin in den Siedlungsschwerpunkten ein deutschsprachiges Bildungswesen, Gottesdienste, Chöre, Theater, Zeitungen, Fernseh- und Rundfunksendungen und im Demokratischen Forum auch eine politische Interessenvertretung der Deutschen mit Kommunalpolitikern und einem Parlamentsabgeordneten. Die Deutschen Rumäniens gelten als „Vorzeigeminderheit“ und werden als Brückenbauer zwischen Deutschland und Rumänien gesehen. Das Verhältnis der Ausgewanderten zu den Verbliebenen ist ebenfalls vielfältig und kooperativ. Die Ausgewanderten fühlen sich ihrem Heimatland und den heutigen Bewohnern noch besonders verbunden. Es ist keine Verbitterung spürbar, gleichwohl Trauer um den Verlust der Heimat und Gemeinschaft.

Wie wird die Auswanderung der Deutschen aus Rumänien heute gesehen? Wie blicken die Ausgesiedelten darauf zurück, wie die Verbliebenen? Wie sieht die deutsche/rumänische Gesellschaft heute diese Vorgänge? Wissen sie jeweils davon? Sind die Spätaussiedler aus Rumänien eine Belastung oder ein Gewinn – und wenn ja welcher – für die bundesdeutsche Gesellschaft? Was kosten sie, was bringen sie ein? Wie ist ihr Verhältnis zum Mutterland? Spielen sie eine Rolle in den deutsch-rumänischen Beziehungen (Wirtschaft, Politik, Kultur)? Bei der Tagung soll diesen Fragen und Themen nachgegangen und eine vorläufige Bilanz versucht werden.

Als Referentinnen und Referenten konnten gewonnen werden: Christel Ungar-Ţopescu, Programmchefin der Deutschen Sendung des öffentlich-rechtlichen rumänischen Fernsehens TVR, Bukarest: Weiterleben nach dem großen Exodus. Filmzeugnisse über die verbliebene deutsche Minderheit in Rumänien; Karin Gündisch, Schriftstellerin, Bad Krozingen: Abbruch und Aufbruch – Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1982-1986; Ilse Philippi, ehemalige Lehrerin, Kreisrätin und Mitglied des Kirchenvorstandes der evagenlischen Gemeinde, Hermannstadt: In Mitverantwortung für das Gemeinwesen: Schule, Politik und Kirche in Wende- und Umbruchszeiten; Dr. Renate Weber, Soziologin, Münster: Dokumentations- und Forschungsprojekte zur Zeitgeschichte der Rumäniendeutschen.

Die Tagung beginnt am Freitagabend und ist am Sonntag nach dem Mittagessen zu Ende. Die Teilnahme kostet für Teilnehmer aus der Bundesrepublik 60 Euro zuzüglich Kurtaxe (3,40 Euro) und ggf. Einzelzimmerzuschlag (20 Euro für den gesamten Zeitraum) und beinhaltet Unterkunft, Verpflegung und Programmkosten. Für Studierende und Teilnehmer aus Ostmitteleuropa gilt ein Sonderpreis von 20 Euro (zuzüglich Kurtaxe)! Bitte melden Sie sich umgehend, spätestens bis zum 1. Oktober 2014, an. Die Veranstaltung ist offen für jedermann. Anmeldungen und Anfragen sind unter dem Stichwort „Verlust und Gewinn“ ab sofort möglich bei: Gustav Binder, „Der Heiligenhof“, Alte Euerdorfer Straße 1, 97688 Bad Kissingen, Telefon: (0971) 714714, Fax: (0971) 714747, E-Mail: studienleiter[ät]heiligenhof.de.

Schlagwörter: Tagung, Bundesfrauenreferat, Frauenreferentinnen, Bad Kissingen

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