7. Juni 2020

Digitaler Heimattag 2020: Dinkelsbühls Bürgermeisterin Nora Engelhard spricht bei Eröffnung Grußwort

Ohne die Tausenden Siebenbürger Sachsen wirke Dinkelsbühl am diesjährigen Pfingstfest „wie eine Geisterstadt“, beklagte Nora Engelhard. Die Bürgermeisterin der Großen Kreisstadt sprach bei der Eröffnung des Heimattages 2020 an der Gedenkstätte der Siebenbürger Sachsen ein Grußwort, in dem sie an die Partnerschaft erinnerte, welche die Stadt Dinkelsbühl und der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland vor 35 Jahren besiegelt haben.
Bürgermeisterin Nora Engelhard spricht an der ...
Bürgermeisterin Nora Engelhard spricht an der Gedenkstätte in Dinkelsbühl. Foto: Hermann Depner
Besondere Zeiten und Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Und so heiße ich Sie heute im speziellen Rahmen auf das Herzlichste willkommen. Willkommen in Ihrem, unserem Dinkelsbühl. Heute aus der Ferne. Dinkelsbühl wirkt an diesem Pfingstfest 2020 beinahe wie eine Geisterstadt, ohne siebenbürgischen Akzent. Wir vermissen das herzliche, lebhafte Stimmengewirr auf den Straßen und Gassen in unserer Altstadt. Das „Grüß Gott, Herr und Frau Bonfert, Frau Daniel, Herr Fabritius, Herr Pfarrer Fröhlich, Frau Schuller“.... So darf ich heute hier an unserer Gedenkstätte den Bundesvorsitzenden des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Herrn Rainer Lehni, auf das Herzlichste begrüßen und bedanke mich auch bei Horst Wellmann für die Organisation hier vor Ort. 35 Jahre Partnerschaft - ein kleines Jubiläum feiern wir dieses Jahr. Am 25. Mai 1985 besiegelten die Stadt Dinkelsbühl und der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland - damals noch als Landsmannschaft firmierend - eine Partnerschaft, „die die Siebenbürger Sachsen in aller Welt umschließt“, und „zum Ziele hat, die gewachsenen Beziehungen zu festigen und zu fördern“. Dies ist gelungen - mit jährlich ca. 20 000 Siebenbürgerinnen und Siebenbürger Sachsen aus allen Teilen Deutschlands, aus Österreich, Rumänien, den USA, Kanada und anderen Staaten.

Diese Beziehungen wurden schon 35 Jahre vorher geknüpft, als die Siebenbürger Sachsen, die ihre Heimat verloren haben und hier in Deutschland eine Zukunft fanden, für das Jahr 1951 ein erstes bundesweites Treffen vorbereiteten, in der ehemaligen freien Reichsstadt Dinkelsbühl. Also ein Jubiläum - 70 Jahre insgesamt. Wir werden dieses Jubiläum im nächsten Jahr dementsprechend nachfeiern. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben”. Umso trauriger sind wir heute, da wir diese Beziehungen leider nur über das Internet leben können.

So auch mit unserer Partnerstadt in Rumänien. 2001 sind wir eine Städtepartnerschaft mit Schäßburg eingegangen. Es erfolgte ein reger Austausch zwischen unseren beiden Städten: Schüleraustausch, Städtefahrten der Bürger und der Stadtverwaltung, ich denke an den Stand am Weihnachtsmarkt hier in Dinkelsbühl oder an die beeindruckende Fahrradreise unseres Oberbürgermeisters Dr. Christoph Hammer nach Schäßburg bis weit über Bukarest hinaus, im letzten Jahr. Das alles ruht momentan.

Ja, liebe Landsleute, wenn ich das heute so sagen darf, an dieses Pfingstfest werden wir uns noch lange zurückerinnern. Jedoch werden wir alle zusammenstehen und diese Krise zusammen meistern. Auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr 2021, wenn wir dann nicht mehr aufrufen müssen: „zuhause und doch verbunden“, sondern wenn wir uns hier wiedersehen, zusammen singen: Siebenbürgen, süße Heimat/ unser teures Vaterland!/ Sei gegrüßt in deiner Schöne/ und um alle deine Söhne/ schlinge sich der Eintracht Band! Ihnen allen ein schönes Pfingstfest und bleiben Sie gesund!

Schlagwörter: digitaler Heimattag, Dinkelsbühl, Eröffnung, Bürgermeisterin, Engelhard, Grußwort, Partnerschaft, Schäßburg, Corona, Heimattag 2020

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