3. Dezember 2010

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130 Jahre Siebenbürgischer Karpatenverein (SKV)

Es war am 28. November 1880, als auf Betreiben des Volkswirtschaftlers und Politikers Dr. Carl Wolff in Hermannstadt der Siebenbürgische Karpatenverein – SKV – gegründet wurde. Als Vorbild diente der Deutsche und Österreichische Alpenverein (DuOeV), den Anstoß gab der ungarische Karpatenverein.
Der SKV sollte eine fundamentale Rolle im neuen Verhältnis Mensch – Natur im ausgehenden 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem Gebiet des heutigen Rumänien spielen. Der unermüdlichen Tätigkeit seines Vorstandes und seiner Sektionen ist es zu verdanken, dass sich in den Karpaten Ende des 19. und vor allem Anfang des 20. Jahrhunderts ein reger Bergtourismus entfalten konnte.

Der SKV mit seinen zeitweise 18 Sektionen und über 5000 Mitgliedern hat einmalige Leistungen erbracht: über 1000 km angelegte Wanderwege, knapp 60 Schutzhütten, Einführen des Bergführerwesens und der Bergwacht in den Karpaten. Die wissenschaftliche Erschließung der Karpaten durch Veröffentlichungen grundlegender Arbeiten zu Geographie, Flora, Fauna und Geologie der Karpaten hat die Aufmerksamkeit manch eines europäischen Wissenschaftlers geweckt. Erste Bestrebungen auf dem Gebiet des heutigen Rumänien zum Schutz der Natur gingen vom SKV aus. Zu seinen bedeutenden Leistungen gehört auch die Gründung des ethnographischen Karpatenmuseums. 1930, anlässlich der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum des SKV, nannte ein Direktor des Rumänischen Arbeits- und Gesundheitsministeriums, dem auch der Tourismus unterstand, den SKV „Lehrmeister der neu gegründeten Abteilung für Tourismus“.Einweihung der Julius-Römer–Hütte, 1935. ...Einweihung der Julius-Römer–Hütte, 1935. Fotoarchiv: Dr. Heinz Heltmann, St. Augustin Gemäß § 1 der Satzung der Sektion Karpaten des Deutschen Alpenvereins (DAV) sieht diese sich in der Tradition des SKV. Ihre Mitglieder nehmen das 130-jährige Gründungsjubiläum wahr, um die Leistungen des SKV zu würdigen und machen sich – ausgehend von seinem Geist – Gedanken über die Zukunft ihres Vereins.

Den SKV gibt es in Siebenbürgen nach seiner widerrechtlichen Auflösung und Enteignung im Juni 1945 seit 1996 wieder. Maßgeblich beteiligt an der Wiedergründung des SKV war auch die Sektion Karpaten als eine der drei Unterzeichner einer diesbezüglichen Grundsatzerklärung im März 1995 in Gundelsheim. Aus der moralischen Verpflichtung, die der Sektion Karpaten aus dieser Erklärung obliegt, und aus ihrer Verbundenheit zum SKV unserer Vorfahren pflegt sie enge Kontakte zum wieder erstandenen SKV, steht ihm bei – soweit dies möglich, erwünscht und akzeptiert ist – auf seinem schwierigen Weg wieder würdig Fuß zu fassen in der Gesellschaft der namhaften Wander- und Tourismusvereine Rumäniens und – weshalb nicht – Europas. Die Sektion Karpaten des DAV wünscht ihrem Bruderverband SKV in Siebenbürgen alles, alles Gute und viel Erfolg in all seinen Bestrebungen, auf dass er bald wieder zu alter Größe finde.

Manfred Kravatzky

Schlagwörter: DAV, Sektion Karpaten des DAV, Jubiläum

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