8. Februar 2012

CWG-Delegation besucht Internationale Grüne Woche in Berlin

Mit einem Geschmackserlebnis, das man an der Spree nicht erwartet, begannen mehrere Mitglieder der Carl-Wolff-Gesellschaft (CWG) ihren dreitägigen Besuch vom 20. bis 22. Januar in der deutschen Hauptstadt: Bei Brat- und Presswurst, gebratenem Schweinefleisch, sauren Gurken und eingelegten grünen Tomaten lässt sich die rumänische Gastfreundschaft besonders angenehm genießen.
„So gutes Fleisch habe ich seit einer Ewigkeit nicht mehr gegessen“, sagt Annerose Kloos, CWG-Mitglied und Mitinhaberin von „Bettina’s Baumstriezel“ in München. Sie will auf der weltgrößten Leistungsschau der Ernährungswirtschaft, die in diesem Jahr bereits ihren 77. Geburtstag feiert, vor allem eines: Geschäftspartner finden, die die Spezialitäten ihrer alten Heimat genauso zubereiten, wie Annerose Kloos sie von früher kennt. Dass Rumänien als offizielles Partnerland der internationalen Verbrauchermesse Grüne Woche eine eigene Halle mit 60 Ausstellern hat, kommt ihrem Wunsch entgegen. Denn vom Spanferkel bis zur Weichselkonfitüre ist hier fast jede rumänische Spezialität vertreten.

Zur Eröffnung der Messe, die mit 420 000 Gästen die höchste Besucherzahl seit mehreren Jahren verzeichnete, waren neben Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit auch EU-Agrarkommissar Dacian Cioloş und der Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung Rumäniens, Valeriu Tabără, gekommen. Bereits seit 1973 ist Rumänien auf der Messe unter dem Funkturm vertreten und als aufstrebendes Agrarland will es seine Beziehungen zum wichtigen Handelspartner Deutschland nun verstärkt ausbauen. Leitbild der Verbrauchermesse war in diesem Jahr laut Ministerin Aigner „eine ökologisch tragfähige, ökonomisch existenzfähige, sozial verantwortliche und Ressourcen schonende Wirtschaftsweise“. Diesem Motto folgend, präsentierte sich Rumänien mit einer Vielfalt an Bio-Produkten: Wein, Äpfel, Honig, Käse- und Wurstwaren ließen zahlreiche Messebesucher in der Rumänien-Halle Halt machen.
Der Leiter der Wirtschafts- und Handelsabteilung ...
Der Leiter der Wirtschafts- und Handelsabteilung der rumänischen Botschaft, Dr. Vladimir Ciobănaşu, freute sich über den Besuch der CWG in der Rumänien-Halle: (v.l.) Helmuth Hensel, Dr. Vladimir Ciobănaşu, Frank Höchsmann.
Für die CWG-Mitglieder bahnten sich interessante Geschäftskontakte an. Außerdem informierte sich der Botschafter Rumäniens in Berlin, Lazăr Comănescu, über die Aktivitäten der CWG. Gilt doch der Siebenbürgische Wirtschaftsclub in Deutschland als wichtiges Bindeglied in den Geschäftsbeziehungen zwischen Rumänien und Deutschland. Aber auch die deutschen Unternehmen zeigten sich interessiert: Beispielsweise plant die Warenhauskette „Kaufhof“ für ihre Feinkostläden die Aktion „Rumänische Wochen“, in denen die Kunden deutschlandweit rumänische und siebenbürgische Leckerbissen kaufen können.

Und da Geschmack ja bekanntlich keine Grenzen kennt, ging die kulinarische Reise für die CWG-Mitglieder nach den Gaumenfreuden an den rumänischen Ständen weiter: 1 624 Aussteller aus 59 Ländern stellten ihre Angebote auf der Messe vor. Rund um den Globus von Grönland bis Südafrika konnte man landestypische Speisen probieren: Ob Trockenfisch aus Norwegen, Reisgerichte aus Thailand oder Croco-Burger aus Australien. Doch abgesehen von der Grünen Woche ist Berlin immer eine Reise wert. Vom Hotel Plaza am berühmten Kurfürstendamm aus erkundeten die Reiseteilnehmer am Samstag die deutsche Hauptstadt.

Gastgeber und Organisator der Reise war Frank Höchsmann, CWG-Mitglied und Mitinhaber der Firma „Hotqua“, die sich weltweit für die Einsetzung von DIN ISO 9001 zertifizierten Qualitätsstandards einsetzt. Zusammen mit seiner Frau Martha entwickelt der gebürtige Hermannstädter Dienstleistungspakete, die Betriebe Schritt für Schritt zu einer deutlich verbesserten Servicequalität führen. Angefangen von der Erfassung der aktuellen Qualität über Schulung und Training bis hin zur Einführung individueller Qualitätsstandards oder eines nach ISO 9001 geprüften Qualitätsmanagementsystems kann man bei Frank und Martha Höchsmann umfassende Unterstützung bekommen, wenn man die Arbeitsabläufe in seinem Unternehmen optimieren und so die Produktivität steigern will. Unter dem Motto: „Ich bin gut, aber ich kann besser werden“ stellte Frank Höchsmann den CWG-Mitgliedern im Plaza Hotel sein Konzept vor, das sich bereits in Unternehmen und öffentlichen Institutionen von Athen bis Montevideo bewährt hat: Mit einem dreistufigen Dokumentationssystem zeigt er seinen Kunden, wie man Fehler am effizientesten vermeidet und so den Mehrwert seiner Firma steigert. „Der kann jährlich 1000 Euro pro Mitarbeiter betragen“, erläutert Höchsmann. Der offizielle Trainer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Berlin ist auch in Rumänien aktiv. Und er will die Bandbreite seiner Dienstleistungen erweitern: Neben der in 193 Ländern anerkannten DIN ISO 9001 will Höchsmann demnächst auch Qualitätsstandardsysteme im Bereich Umweltschutzmanagement anbieten.

Abschließend trafen sich die CWG-Mitglieder zu einem Abendessen, diesmal bei Berliner Spezialitäten, im Restaurant „Knese“. „Für die CWG war es ein interessantes und erfolgreiches Wochenende, wir werden bestimmt wiederkommen“, sagte Helmuth Hensel, Vorsitzender der CWG.

Bettina Ponschab

Schlagwörter: Carl Wolff Gesellschaft, Wirtschaftsclub, Berlin, deutsch-rumänische Beziehungen, Landwirtschaft

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