17. August 2016

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Unterwegs mit Steigeisen und Klettergurt: Grundkurs Bergsteigen bei der Sektion Karpaten

Mal mit Steigeisen und Klettergurt zu wandern, stand schon lange auf unserer Projektliste. Da bot sich der Grundkurs Bergsteigen der Sektion Karpaten des Deutschen Alpenvereins (DAV) Ende Mai nahezu an. Wir, Melitta Bonfert und Doris Bugl, und 16 weitere Mitglieder der Sektion Karpaten trafen uns am Donnerstag (Fronleichnam) am Parkplatz Ramsau-Hintersee. Zunächst ging es noch auf normalem Wanderweg über die Schärzenalm zur Blaueishütte (1680 m), wo bereits ein kühles Bier und Radler auf uns warteten.
Nach einer kleinen Stärkung wurden wir von unserem Tourenleiter Hans Werner und seinem Helfer Tom in die Seil- und Knotentechnik beim Klettern eingewiesen. Zum ersten Mal legten wir einen Klettergurt an. Manch einer hatte seinen Spaß an dem doppelten Achter, Mastwurf oder Prusik.

Die Nacht verbrachten wir im Matratzenlager der Hütte. Nach dem Frühstück waren Abseilübungen vom Fels angesagt. Anfangs hatten wir noch ein flaues Gefühl in der Magengegend, doch dank der vertrauenserweckenden Worte von Hans Werner, den ausführlichen Anleitungen von Tom Vesely und dem Vorbild der erfahrenen Freunde war das Abseilen vom Fels gut erlernbar und machte sogar Spaß. Dazu gehörte aber auch ein Sicherheitstraining im Schnee und Eis, wie zum Beispiel Bremsen nach einem Sturz am Abhang, Absteigen durch tiefen Schnee als „stolzer Mann“, Gehen mit Steigeisen. Aufstieg auf den Hochkalter im Mai 2016. Foto: ...Aufstieg auf den Hochkalter im Mai 2016. Foto: Melitta Bonfert Zwei Gipfelbesteigungen standen am Samstag auf dem Programm. Die fortgeschrittene Gruppe stieg zur Blaueisspitze (2481 m) und wir zum Hochkalter (2607 m) hoch. Es ging zunächst im Zickzack steil bergauf über den Gletscher bis zum schönen Fleck. Danach waren Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kletterfertigkeit im Fels gefragt. Vorsicht war geboten, so dass wir nur langsam vorankamen, aber immer wieder ein tolles Panorama genießen konnten. Das Wetter hielt und wir erreichten nach fünf Stunden Gehzeit den Gipfel. Froh und glücklich fielen wir uns in die Arme. Die Aussicht auf die gegenüberliegende Blaueisspitze, auf den Watzmann, den Gletscher und auch ins Tal belohnte unsere Strapazen. Nach einer kleinen Stärkung am Gipfel folgte der Abstieg, der sich als etwas schwierig erwies, da man teilweise rückwärts und auf allen Vieren klettern musste. An der schwierigsten Stelle durften wir uns dann abseilen. Das fiel uns schon leichter, da wir es ja am Vortag geübt hatten. Klaus Gündisch erwartete uns unten schon mit verlegtem Fixseil. Dann durften wir nur noch abwärts durch den tiefen Schnee stapfen und schon war die Hütte in Sicht. Oh, war das ein erhebendes Gefühl: wir hatten es geschafft!

Am Sonntag hatten wir, vor dem Abstieg zu unseren Fahrzeugen, noch Zeit für Kletterübungen. Dann verabschiedeten wir uns in der Hoffnung, uns bei einer nächsten Bergtour wieder zu begegnen. Wir danken Hans Werner, Klaus Gündisch und Tom Vesely, dass sie uns bei neuen Erfahrungen begleitet und unterstützt haben.

Melitta Bonfert und Doris Bugl

Schlagwörter: Sektion Karpaten des DAV

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