9. Januar 2026

KulturTag im Advent – Schloss Horneck leuchtet

Wenn Nebelschwaden über dem Neckar schweben und ein Hauch von Winter in der Luft liegt, erwacht Schloss Horneck in der Adventszeit zu neuem Leben. Am 29. November war es wieder so weit: In den ehrwürdigen Mauern des geschichtsträchtigen Schlosses fand der traditionelle „KulturTag“ im Advent statt. Auch in diesem Jahr wurde Schloss Horneck zum Treffpunkt für all jene, die siebenbürgische Traditionen lieben, pflegen und weitertragen.
Die Siebenbürgische Tanzgruppe Aschaffenburg im ...
Die Siebenbürgische Tanzgruppe Aschaffenburg im Abendrot auf der Schlossterrasse. Foto: Heidrun Negura
Unter der Leitung von Ute Nordmann schmückte ein bestens eingespieltes Organisations-Team die Schlossterrasse festlich. Der feine Duft von Tannengrün, Teelichter auf den Stehtischen sowie liebevoll platzierte Dekorationen sorgten für eine heimelige, vorweihnachtliche Stimmung. Im Schlossfoyer erwartete ein Verkaufsstand mit selbst gebackenen Lebkuchen, Honiggläsern und Büchern die interessierten Besucher. Ein besonderer Dank gilt auch in diesem Jahr der Familie Rau für die kunstvoll verzierten Agnethler Nikoläuse sowie Renate Tischler für die liebevoll gestalteten Lebkuchenherzen und -sterne. Tannenbäume, Lichter und Sterne erfreuten das Auge und stimmten auf die Adventszeit ein.

Für den kleinen Hunger zwischendurch gab es Brote mit Griebenschmalz oder Gemüseaufstrich (Zacusca). Der bekannte und beliebte Glühwein „Blonder Engel“ sowie ein wärmender Punsch, beides bereitgestellt von Doris Wagner-Prica, sorgten für wohlige Wärme. Im Frühstücksbereich des Schlosshotels warteten zahlreiche von fleißigen Händen selbst gebackene und gespendete Torten und Kuchen. Dobosch-, Walnuss- und Bienenstichtorten sowie Cremeschnitten ließen die Herzen der Besucher höherschlagen. Christa Andree gebührt auch diesmal ein herzlicher Dank für die bereitgestellten Cremeschnitten und die Schlosstorte.

Die ersten Besucher ließen nicht lange auf sich warten, und zwischen den Schlossmauern vereinten sich auch in diesem Jahr Adventszauber und lebendige Kultur. Um den Gästen von nah und fern das Schloss näherzubringen, wurden Führungen angeboten: eine bauliche Schlossführung von Dr. Axel Froese sowie eine historische Führung mit Dr. Horst Müller. Heidrun Negura führte fachkundig durch die siebenbürgischen Themenwände im Schlosshotel.

Zum Auftakt der Veranstaltung hielt die im Oktober 2025 neu gewählte Vorstandsvorsitzende Heidi Mößner eine Willkommensansprache, in der sie die Freude über die große Bereitschaft zur Pflege der siebenbürgischen Traditionen zum Ausdruck brachte. Sie dankte für die erhaltene Förderung des Kulturtages durch die Kulturreferentin für Siebenbürgen, Dr. Heinke Fabritius, aus Mitteln des Bundesministeriums des Inneren sowie der Landesgruppe Baden-Württemberg des Verbandes der Siebenbürger Sachsen. Auch Gundelsheims Bürgermeisterin Heike Schokatz war der Einladung des Kulturzentrums gefolgt. In ihrer Eröffnungsrede auf der Schlossterrasse bedankte sie sich bei allen Mitwirkenden, lobte das ehrenamtliche Engagement der Helferinnen und Helfer sowie des Vorstandes des Schlossvereins und würdigte Schloss Horneck als Ort, der Geschichte, der siebenbürgisches Kulturgut und Begegnungen über Generationen hinweg miteinander verbindet.
Danksagung an Musikerfamilie Miller anlässlich ...
Danksagung an Musikerfamilie Miller anlässlich des KulturTags im Advent auf Schloss Horneck, von links: Franziska Fleischer, Fenia Hein-Wensell, Kinder Lennart, Gretel, Melody, Bariton Prof. Milton Miller, Heidi Mößner. Foto: Renate Tischler
Wie schon in den Jahren zuvor erfreuten die Klänge des „Karpaten-Orchesters Heilbronn“ unter der Leitung von Udo Riemesch die Besucher. In stimmungsvoller Atmosphäre erklangen traditionelle und moderne Weihnachtslieder. Die von Anna Krech geleitete Siebenbürgische Tanzgruppe Aschaffenburg begeisterte das Publikum mit schwungvollen Volkstänzen aus Siebenbürgen und dem deutschsprachigen Raum – teils nach eigener Choreografie. Nach mehreren Zugaben blickte man in viele strahlende Gesichter.

Am Spätnachmittag, als die Silhouette des Schlosses im Nebel versank, versammelten sich die Besucher im festlich geschmückten Festsaal „Johannes Honterus“. Unter dem musikalischen Bogen von „Noche anunciada“ bis „Stille Nacht“ verzauberten der aus Argentinien stammende Bariton Milton Miller, einfühlsam begleitet von seiner Frau Fenia Hein-Wensell am Klavier, sowie ihre drei Kinder Melody, Gretel und Lennart mit Weihnachtsliedern aus aller Welt.

„Advent“ bedeutet Ankunft – Zeit, die Kerzen zu entzünden, das Herz zu öffnen und die Hoffnung neu zu hören. In dieser besinnlichen Stimmung leitete Pfarrer Samuel Piringer bei Kerzenschein und mit Gedanken zum Advent das gemeinsame Singen ein. Prof. Heinz Acker begleitete am Klavier. Zum krönenden Abschluss erklang das gemeinsame „Stille Nacht, heilige Nacht“ – ein Weihnachtslied, dessen tiefgreifende Bedeutung in der heutigen Zeit wichtiger denn je erscheint.

Der Tag war geprägt von stimmungsvollen Höhepunkten und vielfältigen kulturellen Beiträgen und fing die besondere Atmosphäre ein, die Schloss Horneck in der Vorweihnachtszeit ausstrahlt und zu einem warmherzigen Ort der Begegnung und des Kulturgenusses verwandelt.

Karin Rottmann

Schlagwörter: Schloss Horneck, Advent

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