13. März 2007

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Roger Cicero vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest 2007

“Kann Roger Cicero Deutschland zum Sieg swingen“, fragt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Tag nach dem Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2007. Mit dem Titel „Frauen regier’n die Welt“ hatte sich der deutsche Jazzmusiker am 8. März 2007 im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg u. a. gegen die Casting-Band Monrose durchgesetzt. Mehr als 50 Prozent der ARD-Zuschauer stimmten per Telefon und SMS für seine Swingnummer. Am 12. Mai in Helsinki werden ihm die deutschen Grand-Prix-Fans die Daumen drücken. Rogers Vater war der in Klausenburg geborene Jazzpianist Eugen Cicero.
Eugen Cicero starb vor zehn Jahren in Zürich im Alter von nur 57 Jahren. Der Pianovirtuose war 1940 in Klausenburg in Siebenbürgen zur Welt gekommen, sein ursprünglicher Name lautete Ciceu. Schon mit sechs Jahren gab Eugen Cicero ein Mozart-Klavierkonzert mit dem Sinfonieorchester Klausenburg. So steht es in der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Nach seiner musikalischen Ausbildung und einer kurzzeitigen Hochschulprofessur floh er Anfang der 60er Jahre auf einer Gastspielreise mit einer Jazz-Band nach Ost-Berlin in den Westen der Stadt. Über Westdeutschland ging es später in die Schweiz. Im Westen machte Cicero Karriere: über 70 Aufnahmen, Preise und Auszeichnungen, Auftritte mit renommierten Orchestern und Ikonen des Jazz (RIAS Tanzorchester, SFB Bigband von Paul Kuhn, Münchner Philharmoniker, Peter Herbolzheimer etc.).

Sohn Roger wurde 1970 in Berlin geboren. Gleichsam im Fahrwasser des Vaters wählte auch er die Laufbahn eines Berufsmusikers, und Jazz, was sonst? Nach seinem Jazzgesangs-Studium in Hilversum folgten Engagements als Gastsänger bei den Gruppen „Jazzkantine“ und „Soulounge“ (Auftritt beim Jazzfestival in Montreux 2003). Vor bald vier Jahren gründete er das Roger-Cicero-Quartett. Mit einer Bigband, die Swingmusik der vierziger und fünfziger Jahre mit „frechen“ deutschen Liedtexten verbindet, hat sich Roger Cicero, der heute in Hamburg lebt, einen Namen gemacht. Sein Album „Männersachen“ landete im August 2006 auf Platz 3 der deutschen Charts, die Goldene und inzwischen sogar die Platin-Schallplatte sind Ausweis des kommerziellen Erfolgs des Swingsängers. „Der Tagesspiegel“ (be)schreibt: „Ciceros Stimme schmiegt sich an die Band an, dehnt sich über die Oktaven, schwingt sich über die Taktstriche. Die Texte: Erzählungen aus dem Leben eines Playboys, der ‚kein Mann für eine Frau’ ist, sondern ein ‚adretter Jetsetter’. Und der den Charme des Frauenlieblings abzurunden weiß, indem er Schwächen eingesteht und als Ironie verkauft.“

Jahr für Jahr unternimmt Deutschland einen neuen Anlauf beim Eurovision Song Contest – mit bescheidenem Erfolg. Mal versuchte man’s mit „Blödelbardenbeiträgen“, im vergangenen Jahr mit Coutrymusik von „Texas Lightning“. Heuer darf mal wieder deutsch gesungen werden. Am 12. Mai in Helsinki wird sich erweisen, ob mit Swing mehr als ein Blumentopf zu gewinnen ist. Für das Finale verspricht der 36-jährige Frauenschwarm Roger Cicero jedenfalls: „Ich werde mein Bestes geben!“

Christian Schoger

Schlagwörter: Musiker

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