10. Januar 2013

Nösner Sachsen stecken Ziele für 2013 und 2014 ab

„Es tut gut zu wissen, dass sich jemand kompetent unserer Anliegen annimmt.” Damit war die Runde mehrerer Vertreter nordsiebenbürgischer Heimatortsgemeinschaften gemeint, die sich am 24. November 2012 zu einer Besprechung im Haus der Heimat in Nürnberg zusammenfand. HOG-Regionalgruppensprecher Horst Göbbel begrüßte vierzehn engagierte Männer und Frauen – Dr. Hans Georg Franchy (HOG Bistritz-Nösen), Georg Schuller (Oberneudorf), Michael Hofgräff und Johann Schuster (Deutsch Budak), Johann Rehner (Ludwigsdorf), Georg Binder (Weilau), Martin Miess (Petersdorf), Georg und Gertrud Hanek (Baierdorf), Johann Schuster (Senndorf), Klaus Oppermann (Lechnitz), Reinhard Griesmüller (Sächsisch Reen), Annemarie Wagner (Kleinbistritz/Bistritz) –, die sich nach einer Vorstellungsrunde und Situationsanalyse in den einzelnen HOGs mit den großen nordsiebenbürgischen Vorhaben für die Jahre 2013 und 2014 sowie mit Grundsatzfragen der künftigen Zusammenarbeit austauschten.
Dabei zeigte sich, wie unterschiedlich sich die Lage von Ort zu Ort, von HOG zu HOG darstellt. Manche HOGs sind aktiv, halten Heimatortstreffen ab, andere gibt es de facto nicht mehr oder können alleine keine Projekte stemmen. In vielen Orten (mehr als 20) sind die evangelischen Kirchen nun meist orthodoxe Gotteshäuser und haben eine gesicherte Zukunft durch ihre orthodoxen Gemeinden vor Ort, in manchen sind Kirchen abgetragen worden oder baufällige Ruinen.

Dr. Hans Franchy stellte den aktuellen Stand der Planungen für die Jubiläumsfeierlichkeiten in Bistritz im August 2013 vor. Einführend wird die HOG Deutsch Budak in Zusammenarbeit mit dem dortigen Bürgermeisteramt am 22. August in einer Feierstunde eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Budaker Sachsen einweihen. Das große 450. Kirchweihfest wird zusammen mit der Stadtführung als großes Jubiläum für die Tage vom 23. bis 25. August geplant, ebenso das Treffen der Nordsiebenbürger Sachsen und deren Freunde in Jaad am 25. August. Dazu sind alle herzlich eingeladen und willkommen. Von Nürnberg und Drabenderhöhe werden Busfahrten nach Bistritz organisiert. Ansprechpartner sind Annemarie Wagner, Telefon: (09 11) 73 92 66, E-Mail: annywagner [ä t-online.de, und Dr. Hans Georg Franchy, Telefon: (0 22 62) 44 08, E-Mail: hans.franchy [ät] t-online.de.

Alle Teilnehmer an der Besprechung waren sich einig, dass es notwendig sei, der 70-jährigen Wiederkehr der Evakuierung der Nordsiebenbürger Sachsen im Herbst 1944 würdig zu gedenken. Dabei ist angedacht, sowohl in Bistritz als auch in Wels, sozusagen am Ausgangspunkt und am Zielpunkt der Evakuierung von 1944, entsprechende Veranstaltungen zu planen. Darüber wurden schon Gespräche mit dem Bistritzer Bürgermeister Ovidiu Creţu und dem Welser Bürgermeister Dr. Peter Koits durchgeführt (diese Zeitung berichtete).

Zusammenfassende Erkenntnisse beschlossen die fruchtbare Begegnung. Dazu zählen: Bei den meisten von uns ist die emotionale Bindung zu unseren Heimatorten noch präsent und bleibt wichtiger Teil unseres Denkens, Fühlens und (Freizeit-)Handelns. Bei unserem Leben in der Diaspora gibt es mehr und mehr neben der emotionalen Bindung zum siebenbürgischen Heimatort ein nordsiebenbürgisches Zusammengehörigkeitsgefühl. Derzeit existieren noch aktive und weniger bis nicht mehr aktive nordsiebenbürgische Heimatortsgemeinschaften. Vieles hängt von begeisterten engagierten Personen ab.

Alle aktiven Heimatortsgemeinschaften sollten so lange wie möglich eigene Heimatortstreffen und weitere Aktivitäten durchführen. Die von der HOG Bistritz-Nösen organisierten Nordsiebenbürger Treffen – ob in Deutschland, Österreich oder Siebenbürgen –stehen allen Nordsiebenbürger Sachsen und deren Freunden offen. Sie bieten Gelegenheiten, Landsleute aus dem eigenen nordsiebenbürgischen Ort zu treffen und zugleich auch Bekannte und Freunde aus Bistritz und anderen nordsiebenbürgischen Gemeinden. Die HOG Bistritz-Nösen ist der Motor der großen Veranstaltungen der Jahre 2013 und 2014. Alle sind aufgerufen, für die möglichst breite Teilnahme an diesen Veranstaltungen zu werben und daran teilzunehmen. Organisatorische und personelle Strukturen, um nordsiebenbürgische Identität, nordsiebenbürgisches Zusammengehörigkeitsgefühl weiter zu führen, stehen uns vorwiegend über die HOG Bistritz-Nösen zur Verfügung. Die Frage nach unserem Verhältnis zu unseren früheren Nachbarn und jetzigen Nachfolgern in Rumänien muss auch in größerem Rahmen unbedingt breit angesprochen werden. Gewollt oder ungewollt sind sie auch die Erben eines beträchtlichen Teils unserer kulturellen Leistungen in Siebenbürgen. Es freut uns sehr, dass wir derzeit in der Führung der Stadt Bistritz weitblickende Partner und Freunde haben, die uns und unsere Anliegen in vielerlei Hinsicht unterstützen. Dies gilt besonders für den Bürgermeister Ovidiu Teodor Creţu.

Horst Göbbel

Schlagwörter: HOG, Nordsiebenbürgen, Nösner, Bistritz

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