30. Januar 2015

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Groß-Alischer Lichtertgottesdienst in Nürnberg

Am dritten Adventsamstag 2014 versammelten sich die Groß-Alischer und ihre Freunde in der St.-Andreas-Kirche in Nürnberg-Kleinreuth, um die frohe Botschaft des Lichtes, die durch den traditionellen Lichtert symbolisiert wird, zu empfangen. Es ist das zweite Mal, dass der Gottesdienst in dieser Kirche stattfindet. Leider war auch in diesem Jahr der Lichtertgottesdienst im Gemeindebrief der St.-Andreas-Kirche für Dezember 2014 nicht erwähnt. Aus diesem Grund konnten sich die dazugehörenden Mitglieder nicht daran beteiligen.
Eingestimmt wurde der Gottesdienst von der Empore mit festlichen Posaunenklängen, gespielt von Georg Zakel und Alfred Drotleff. Es erklang das bekannte Lied „Tochter Zion“. Anschließend begrüßte Pfarrer Lothar Schullerus jun. seine Landsleute im Alischer Dialekt und freute sich, diesen Gottesdienst, den er noch aus seiner Kindheit kennt, gestalten zu dürfen. Parallelen zwischen der Frühkirche am 1. Weihnachtstag in Groß-Alisch und dem heutigen Lichtertgottesdienst lassen sich nur schwer her- stellen. Trotzdem ist es beachtenswert, dass diese Tradition wieder aufgegriffen wurde.

Mit dem Bibelspruch „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“ (Off. 2,10) erinnerte Pfarrer Schullerus in seiner Predigt an den Grund unserer Zusammenkunft, um einen alten Brauch zu pflegen, der seinen tiefen Sinn bis heute nicht verloren hat.

Ein langer Weg liegt hinter uns, und jeder hat seinen Platz gefunden, einen Rastplatz auf dem Weg des Lebens. So leben wir hier und denken zurück an die Menschen, mit denen wir viele Male am Morgen des ersten Christtages in die Groß-Alischer Kirche gingen, um „bam Lichtert“ zu singen. Viele von ihnen leben nicht mehr oder wenn, dann verstreut in aller Welt. Der Brauch wird leider in der Heimatkirche nicht mehr gepflegt.Erwin vor dem Lichtert in der St.-Andreas-Kirche ...Erwin vor dem Lichtert in der St.-Andreas-Kirche in Nürnberg. Foto: Wilhelm Paul Bis in die 60er Jahre wurden in Groß-Alisch acht Lichtert gebunden. Heute binden wir in Nürnberg nur einen. Dieses symbolische Kunstwerk erfreut sich großer Beliebtheit und lockt von Jahr zu Jahr immer mehr Besucher in den Lichtertgottesdienst.

„Dies ist der Tag, den Gott gemacht“ haben wir im Wechselgang gesungen. Es ist das alte Weihnachtslied aus Groß-Alisch. Die sieben Kerzen aus dem Siebengestirn, welches symbolisch dem Abendstern gleichgestellt wird, zeigen uns mit ihrem Licht, dass eine neue Zeit, ein neues Jahr kommt.

Die Anwesenheit der vielen Kinder und ihr Mitwirken am Gottesdienst durch das Vortragen von Gedichten (Leo Maximilian Seiler und die Jugendgruppe unter der Leitung von Hannelore Binder) sowie das Singen von Weihnachtsliedern (Sarah und Rebekka Seubold) waren eine Bereicherung und ein Beweis, dass sie in diesem Gottesdienst eigentlich im Mittelpunkt stehen.

Mit der Kinderbescherung, die auch dieses Mal 22 Kindern große Freude bereitete, näherten wir uns dem Abschluss des Gottesdienstes. Mit Orgelbegleitung durch Kurt Gehann und den Posaunenchor sang die Gemeinde „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Oh du fröhliche, oh du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit“. Nach dem gemeinsamen Gebet begleitete der Posaunenchor den Ausgang musikalisch mit dem Lied „Fröhliche Weihnacht überall“.

Die anschließende Adventsfeier im Gemeindehaus der St.-Andreas-Kirche wurde für viele Landsleute ein kleines Heimattreffen. Bei Kaffee und Selbstgebackenem, beim Klang von Weihnachtsliedern in Begleitung des Posaunenchores kam besinnliche Weihnachtsstimmung auf.

Allen Helfern, die zur Gestaltung des Gottesdienstes und der anschließenden Feier beigetragen haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt!

Albert Schuster

Schlagwörter: Groß-Alisch, Lichtert, Gottesdienst, Nürnberg

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